Die Corona-Lockerungsmaßnahmen für Musikschulen betreffen vor allem den Einzelunterricht für Schüler bis zur weiterführenden Schule. Auch gibt es Ausnahmen für Gruppenangebote in Präsenz – doch diese sind im Modell der Musikschule Südlohn nicht umsetzbar. © picture alliance/dpa/dpa-tmn
Corona-Schutzverordnung

Erste Lockerungsmaßnahmen erreichen bisher nur wenige Musikschüler

Unter die seit Montag geltenden Lockerungsmaßnahmen fallen auch Musikschulen. Doch die Möglichkeiten beschränken sich auf Kindergarten- und Grundschulkinder. Der Aufwand ist ungleich höher.

Die seit Montag geltenden Lockerungen für den Schulbereich betreffen auch die Situation an den Musikschulen. Doch sie sind begrenzt, wie Markus Wellermann, Leiter der Musikschule Südlohn-Oeding, erklärt. Korrekt seien zwar die Meldungen, dass an Musikschulen mit dem Einzelunterricht wieder gestartet werden kann. Diese Mitteilung sei aber unvollständig.

„Wir sprechen allein von Unterricht für Schüler bis zum Eintritt in die weiterführende Schule“, betont Wellermann. Die geltenden Abstands- und Hygienemaßnahmen inbegriffen. Das bedeutet im Umkehrschluss, alle Schüler ab der fünften Klasse dürfen auch im Einzelunterricht noch nicht in Präsenz innerhalb der Schule unterrichtet werden. Und: Gruppen- und Partnerunterrichte dürfen nicht stattfinden.

Bei den Gruppenangeboten gebe es zwar Ausnahmen: So ist musikalischer Unterricht in Präsenz erlaubt, wenn er in die Angebote der Schulen oder Kindertageseinrichtungen integriert ist oder in Kooperation mit diesen ausschließlich für die in den Einrichtungen gebildeten festen Gruppen von Kindern angeboten wird.

Gruppenangebote nicht umsetzbar

Das sei zum Beispiel bei der „Musikalischen Früherziehung“ in Südlohn und Oeding aber nicht der Fall, da es sich um ein Bildungsangebot eines externen Trägers, der Musikschule, handelt, der außerhalb der Gruppen der Kindertageseinrichtungen stattfindet. „Wir müssten folglich in den Settings der Kindergärten bleiben, um dieses Angebot anbieten zu dürfen“, so Wellermann.

Und somit sei das Ergebnis dieser Lockerung eher marginal – „leider“: „60 Prozent unseres Unterrichts findet in Gruppen statt, 60 Prozent davon noch einmal für Kindergärten“, berichtet der Musikschulleiter. Die Umsetzung dieser Lockerungsmaßnahme sei zum einen „schwierig“, zum anderen mit „viel Verwaltungsaufwand“ verbunden – zum Beispiel in Abrechnungsfragen.

Markus Wellermann erinnert auch an die Eltern, die durch Homeschooling bereits enorm eingespannt seien. „Wir versuchen bestmöglich, unsere Stundenpläne anzupassen. Zum Beispiel dann, wenn die Eltern nicht in der Lage sind, das Kind zu den bekannten Zeiten zu bringen.“ In der Summe müsse man sich mit hoher Verantwortung an die Vorgaben halten und auch innerhalb der Schülerschaft gerecht bleiben.

Trotz kleiner Lösung: Es gibt positive Rückmeldungen

Darüber hinaus organisierten einige Lehrer weiter Online-Angebote, wobei die Resonanz mittlerweile „zurückhaltender“ sei: „Manchen Eltern wird ein zusätzliches Angebot irgendwann auch zu viel.“ Dafür habe man volles Verständnis. Und so hofft Markus Wellermann, dass die nächste Bund-Länder-Runde Anfang März neue Lösungen auch für Musikschulen bringt.

Der Musikschulleiter hat aber auch positives Feedback von Eltern erhalten, die sich freuten, dass gemäß der neuen Corona-Schutzverordnung wieder etwas möglich gemacht wird – auch wenn sich die Lockerungen noch nur auf recht wenige Musikschüler auswirkten: „Eine Mutter berichtete, dass ihr Kind augenblicklich in sein Zimmer gerannt sei, um die Gitarre zu holen, als es gehört hatte, dass der Unterricht wieder starten dürfe.“

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