Es gibt nur noch 25 000 Euro

Erweiterung St. Jakobus-Kindergarten

Alles Reden von Bürgermeister Christian Vedder, schon fast mit den sprichwörtlichen Engelszungen, nützte nichts: Der Gemeinderat bewilligt der Katholischen Kirchengemeinde nur 25 000 statt der gewünschten 50 000 Euro zur Abdeckung der Mehrkosten bei der Erweiterung des St. Jakobus-Kindergartens.

SÜDLOHN

, 03.06.2016, 17:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Es gibt nur noch 25 000 Euro

Erweiterung und Aufstockung des Jakobus-Kindergartens wurden 200 000 Euro teurer als geplant.

Die Einrichtung am Grünen Weg in Oeding ist seit mehr als einem Jahr fertig. Es wurde für die U3-Betreuung umgebaut, aufgestockt, erweitert – für 946 229,74 Euro. Das sind 200 000 Euro mehr als ursprünglich angenommen. „Rein aus Prinzip würde ich nichts zahlen. Es macht mich immer noch fassungslos, wie das gelaufen ist“. Auch zwei Jahre nach Bekanntwerden der Baukostenüberschreitung ist SPD-Fraktionsvorsitzende Rita Penno noch immer verärgert. Wie auch einige andere Ratsvertreter.

Was war geschehen? Um noch in den Genuss von Fördergeldern (214 000 Euro von Bund und Land) zu kommen, musste die Zentralrendantur der Kirchengemeinde schnell handeln, Baukosten vorlegen. Dabei wurde der Kindergarten nicht genauestens untersucht, vielmehr wurden Zahlen vergleichbarer Projekte zur Hand genommen. Beim Umbau stellte sich dann heraus, dass die Kalkulation an vielen Enden nicht passt und die Baumaßnahme erheblich teurer wird.

Zuschuss erhöht

Insgesamt hatte Südlohns Rat 100 000 Euro als Zuschuss für das Projekt bewilligt. Anfang 2014 beantragte die Kirche dann weitere 100 000 Euro mit Hinweis auf die Baukostenerhöhung. Davon bewilligte der Rat im Januar 2014 nur die Hälfte. Über die Restfinanzierung sollte später, nach Vorlage von Kostenaufstellungen gesprochen werden. Erst im Januar lagen dann für eine Sitzung des Rechnungsprüfungsausschusses die abschließenden Zahlen vor.

Antrag der CDU

An den Zahlen rieben sich die Mitglieder des Gemeinderates am Mittwochabend nicht unmittelbar. Ihnen ging es um das gesamte Verfahren mit Baukostenüberschreitung und langem Warten auf die abschließenden Zahlen. Für die CDU beantragte Fraktionsvorsitzender Hermann-Josef Frieling daher, dass die Gemeinde nur weitere 25 000 Euro Zuschuss gibt: „Wir wollen die gute Zusammenarbeit dokumentieren, die Zentralrendantur aber nicht aus der finanziellen Haftung entlassen“.

Bistum zahlt auch weniger

Bürgermeister Vedder sprach von einer „außergewöhnlichen Situation“ und appellierte, den Gesamtbetrag zur Restfinanzierung zu zahlen. Das auch, weil das Bistum Münster bei so einem Beschluss auch nur 25 000 Euro statt der 50 000 Euro zahlen werde. Der Zuschuss des Bistums orientiere sich an dem der Gemeinde. „Es gibt keinen Cent mehr, dafür kann der Steuerzahler nicht herhalten“, hatte Josef Schleif (Grüne) „dicke Bauchschmerzen“ mit dem Frieling-Vorschlag. Günter Bergup erklärte für die UWG, sie könne „aus Verantwortung gegenüber dem Steuerzahler“ dem Vorschlag der CDU folgen.

Lesen Sie jetzt