Familienzentrum aus drei Kindergärten in Südlohn ist jetzt zertifiziert

Kinderbetreuung

Als zertifiziertes Familienzentrum wollen die drei Südlohner Kindergärten ihre Angebote noch besser bündeln und Eltern bei allen Fragen im Alltag helfen.

Südlohn

, 25.09.2018, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lucia Heisterkamp, Christin Gericks und Dieter Bonhoff freuen sich über die Zertifizierung.

Lucia Heisterkamp, Christin Gericks und Dieter Bonhoff freuen sich über die Zertifizierung.

Familienzentrum? Wo ist das? Diese Frage bekommt Dieter Bonhoff, Verbundleiter der Südlohner und Oedinger Kitas, immer wieder gestellt. „Vielen Menschen ist nicht klar, dass das Familienzentrum kein Büro im eigentlichen Sinne ist“, erklärt er. Vielmehr stelle es ein Netzwerk von Kooperationspartnern dar. Das gibt es seit dem 1. August auch in Südlohn – zertifiziert.

Die drei Kindertagesstätten St. Vitus, St. Martin und St. Barbara dienen damit als erste Anlaufstellen für alle Fragen rund um Kinder, Familie, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Kindertagespflege und noch so viel mehr. „Die Eltern sollen wissen, dass sie uns ansprechen können“, erläutert Lucia Heisterkamp, Leiterin im Kindergarten St. Vitus.

Integration von Neubürgern ist ein Schwerpunkt

Die Liste der Kooperationspartner ist lang: Sie reicht von Beratungsstellen über therapeutische Praxen und Sozialdienste, die Familienbildungsstätte Borken bis zur Bücherei, den SC Südlohn und die St.-Vitus-Grundschule. Über eine regelmäßige Befragung der Eltern in den Kitas werden die Bedürfnisse und Interessen der Familien abgefragt.

„Hier im ländlichen Raum sind viele Familien schon vernetzt“, erklärt Christin Gericks, Leiterin der Kindertagesstätte St. Martin. „Wir fragten uns, was noch fehlt.“ Die Integration von Neubürgern sei so ein Punkt. Das Familienzentrum tritt mit ihrem Anliegen, neue, auch ausländische Familien zu besuchen, an die Nachbarschaftsvorstände heran.

„Ersatzgroßeltern“ sollen Familien in Notsituationen helfen

Auch sehen sie, das einige Familien keine Angehörigen vor Ort haben, um in Notsituationen Hilfe bei der Kinderbetreuung zu bekommen. Die Gründung eines Pools von „Ersatzgroßeltern“ soll Abhilfe schaffen. Auch die monatlichen offenen Elterncafés in den Einrichtungen des Verbunds sind Teil der Zielsetzung. Dabei sollen in Zukunft die Elternbeiräte der Kitas mehr in die Organisation einbezogen werden.

Viele Angebote zur Familienbildung werden schon genutzt, etwa Familienturnen oder ein Vater-Kind-Waldtag. Dabei seien auch die Mitarbeiter gut eingebunden. „Jeder kann noch seine Interessen und individuellen Fähigkeiten einbringen“, so Bonhoff. Die Vernetzung werde ernst genommen, bestätigt auch Gericks, „Wir werden offener für alle.“

Überdurchschnittliche Punktzahl fürs Familienzentrum

„Viele dieser Punkte werden in den Kitas schon lange gelebt“, erklärte Bonhoff. So musste alles „nur noch“ in einen Ordner zusammengefasst werden.

Vor Ort hat ein Unternehmen diese Standards überprüft und das begehrte Siegel vergeben. Dieter Bonhoff war trotz der kurzen Vorbereitungszeit positiv überrascht von der überdurchschnittlichen Punktzahl, die sie erreicht hatten.

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