Fünf Nonnen zeigen ihr Zuhause

Tag der Offenen Klöster

Schwester Ansgara hat mit niemandem darüber gesprochen. Die Entscheidung, Ordensschwester zu werden, traf die heute 75-Jährige ohne ihre Familie. Allein. Das war vor mehr als fünf Jahrzehnten. Seit dem hat sich das Ordensleben verändert. Die Gemeinschaft öffnet sich immer mehr nach außen: So laden die Franziskanerinnen am Samstag, 5. Mai, die Öffentlichkeit in ihre Privaträume im Henricus-Stift ein.

SÜDLOHN

von Von Dominique Snjka

, 02.05.2012, 17:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Öffnen für einen Tag ihre Klausur: Die Ordensschwestern Edelgund (von vorne), Adeltrud, Ansgara, Franzines und Ursula.

Öffnen für einen Tag ihre Klausur: Die Ordensschwestern Edelgund (von vorne), Adeltrud, Ansgara, Franzines und Ursula.

Als Schwester Ansgara einige Jahre Ordensschwester war, lockerte sich eine wichtige Regel: „Man durfte plötzlich alle paar Jahre nach Hause, dann alle drei Jahre und plötzliches hieß es, jedes Jahr.“ Die ganze Gemeinschaft veränderte sich, und das zeigte sich auch in der Kleidung. Ursprünglich hatte das Gewand eine Haube, die an den Seiten geschlossen war. Scheuklappen nannten viele das. „Im Verkehr war das richtig gefährlich“, erzählt Schwester Ansgara. Sie selbst trug damals schon eine Tracht, die die Sicht zu den Seiten frei ließ. Ausstellung Die verschiedenen Gewänder stellen sie und die Franziskanerinnen von Münster dieser Tage im Foyer des Henricus-Stift aus. Zusammen mit Tonschüsseln, Tassen und anderen Utensilien aus dem Mutterhaus in Münster. Diese Ausstellung begleitet den Tag der Offenen Klöster am Samstag, 5. Mai, den das Bistum zum ersten Mal veranstaltet.

Ansgara und ihre Mitschwestern Edelgund, Adeltrud, Ansgara, Franzines und Ursula öffnen an diesem Tag ihre Klausur. Jeder darf sie sich ansehen und den Schwestern Fragen stellen. Die Klausur ist der Teil eines Klosters, den außer den Nonnen niemand betreten darf. Aber auch das hat sich schon geändert: Die Ordensfrauen laden zuweilen den Pfarrer zum Essen ein. Ansgara sagt: „Wir sehen das nicht so eng.“

  • Ab 15 Uhr ist die Klausur am Samstag für Besucher geöffnet
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