Gänsehaut in der Vituskirche

Von Bach bis Beatles

Hanne Feldhaus, Peter Mönkediek und Gijs van Schoonhoven spielen Kompositionen vom Frühbarock bis zum Jazz und sorgten für manche Gänsehaut.

SÜDLOHN

, 15.01.2018, 18:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gijs van Schoonhoven, Hanne Feldhaus und Peter Mönkediek (v.l.) verzauberten die Zuhörer in der St.Vitus-Kirche mit einem höchst abwechslungsreichen Konzertprogramm.

Gijs van Schoonhoven, Hanne Feldhaus und Peter Mönkediek (v.l.) verzauberten die Zuhörer in der St.Vitus-Kirche mit einem höchst abwechslungsreichen Konzertprogramm. © Katrin Sarholz

Musik verbindet – unter diesem Motto spannten drei hervorragende Musiker einen weiten Bogen, spielten in der Vituskirche am Sonntagnachmittag Musik von Frühbarock bis zur Neuzeit, von Bach bis Piazolla, von E- bis U-Musik.

Mit Fanfarenklängen von Giovanni Battista Martini eröffneten Peter Mönkediek (Trompete) und Gijs van Schoonhoven an der Orgel das Konzert sehr festlich. Die „Sonata seconda“ von Giovanni Battista Fontana für Blockflöte und Orgel entführte die Zuhörer auf eine musikalische Reise durch den Frühling.

Bilder von Vogelgezwitscher

Hanne Feldhaus erweckte Bilder von Vogelgezwitscher und Ariengesängen mit ihrem klaren und virtuosem Spiel. Zart und melancholisch hingegen klang dann die romantische Pavane für Trompete und Orgel von Gabriel Fauré, so gefühlvoll von Mönkediek interpretiert, dass nicht wenigen der knapp 150 Zuhörern eine Gänsehaut über den Rücken gelaufen sein dürfte, immer farblich passend untermalt von van Schoonhoven an der Orgel.

Als „Trauriger Gedanke, den man tanzen kann“ ging der Tango in die Geschichte ein. Astor Piazolla erschuf mit „Libertango“ eines der bekanntesten Stücke dazu aus der Neuzeit. Dass dies jedoch auch mit Flöte und Orgel funktioniert, bewiesen Feldhaus und van Schonhoven eindrucksvoll mit ihrem Arrangement, in dem die Orgel mit Flötenregister ein leidenschaftliches Duett mit der Blockflöte einging.

Breites Klangspektrum

Alle Register hingegen zog van Schoonhoven bei Johann Sebastian Bachs C-moll Präludium und führte dem Publikum das breite Klangspektrum der Kersting-Orgel vor. Ebenso virtuos und strahlend wetteiferten Trompete und Orgel in der Suite aus der Wassermusik von Georg Friedrich Händel mit unglaublich leicht wirkenden barocken Verzierungen.

Das schon für Cello herausfordernde „Prélude“ von Bach interpretierte Feldhaus sehr präzise und durchsichtig vom Altarraum aus mit ihrer Tenorflöte. Einen Eindruck von Drehorgel erschuf van Schoonhoven mit „When I’m 64“ der Beatles. Leicht, beschwingt und jazzig erfüllte die Musik den Kirchenraum auch bei Dave Brubecks „It’s a Raggy Waltz“, in dem alle drei Instrumentalisten vollendet vereint musizierten.

Nach langem Applaus spendeten die Musiker dem begeisterten Publikum noch eine Zugabe und geleiteten sie mit weich fließenden Melodien nach Hause.

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