Gebühren für Sportanlagen kommen für die Politiker in Südlohn und Oeding nicht in Frage

rnSportausschuss entscheidet

Vereine sollen auch in Zukunft nichts für die Benutzung von Sportanlagen und Räumen in der Gemeinde bezahlen. Das Thema war eher zufällig auf die Tagesordnung des Sportausschusses geraten.

Südlohn

, 22.03.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nein, Nutzungsentgelte für Vereine auf den Sportplätzen und in den Gebäuden der Gemeinde mochte der Sport- und Kulturausschuss am Mittwochabend dann doch nicht beschließen. Das Thema war auch eher durch eine Hintertür auf die Tagesordnung geraten.

Ursprünglich hatte die Fraktion der Grünen in der zurückliegenden Haushaltsberatung gefordert, dass die allgemeine Vereinsförderung gegenüber einzelnen Maßnahmen genauer abgegrenzt werden soll. Die 30.000 Euro teure Anschaffung der Beregnungsanlage für den FC Oeding hatte sie dazu gebracht. So weit, so einfach.

Zu den Ausgaben für die Beregnungsanlage hatte die Verwaltung vorher bereits erklärt, dass sie sich darum kümmern müsse, ihre Liegenschaften zu erhalten. Und dazu gehöre eben auch die Anschaffung der Beregnungsanlage.

Gebühren für Sportanlagen kommen für die Politiker in Südlohn und Oeding nicht in Frage

Die Vereine sollen nicht durch unnötige Bürokratie aus ihren eigenen Anlagen ausgesperrt werden. © Stephan Teine

In die Vorlage für die Beratung im Kultur- und Sportausschuss jedenfalls hatte die Verwaltung dann auch den Bericht der Gemeindeprüfungsanstalt eingearbeitet. Und der hat es bei genauer Betrachtung in sich: Gemessen an ihrer Größe hat die Gemeinde Südlohn in ihren beiden Ortsteilen nämlich überdurchschnittlich viele und große Sportanlagen. Dementsprechend sind auch die Ausgaben für die Anlagen – wiederum im Vergleich zu anderen Gemeinden – relativ hoch. Und daher – so die Empfehlung der Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) – solle die Gemeinde prüfen, ob sie nicht Nutzungsentgelte für die Sportanlagen erheben könne.

Regelung würde für alle Immobilien der Gemeinde gelten

Mehr noch: Die Regelung würde nicht nur für Sportanlagen, sondern auch für andere Immobilien der Gemeinde, die Vereine nutzen können, gelten: beispielsweise die Jakobi-Halle, das Haus Wilmers, den Schulungsraum im Feuerwehrgerätehaus Oeding oder die Räume in den Schulen. Wegen des Vorschlags der Gemeindeprüfungsanstalt müsse darüber zumindest gesprochen werden, so Werner Stödtke von der Gemeindeverwaltung. „Wir müssen zu jedem Punkt, den die GPA vorschlägt, eine Stellungnahme abgeben“, so Stödtke weiter.

Susanne Rickers (Grüne) stellte gleich zu Beginn der Diskussion noch einmal klar: „Wir hatten nicht darauf abgezielt, Nutzungsentgelte zu erheben.“ Die Nachfrage der Grünen sollte lediglich Klarheit bringen.

Idee: Gebühren nehmen, aber Zuwendungen erhöhen

Das Thema wurde dennoch diskutiert: Michael Schichel (CDU) schlug beispielsweise vor, zwar Nutzungsentgelte für die Anlagen zu nehmen, dafür aber die Vereinsförderung entsprechend zu erhöhen. Ein Unding in den Augen der anderen Ausschussmitglieder. „Wenn wir noch mehr Bürokratie wollen und das Ehrenamt noch mehr schädigen wollen, können wir das machen“, sagte Joachim Musholt (SPD). Nutzungsentgelte – gleich welcher Form – seien ein bürokratischer Wahnsinn. Kritik bekam Michael Schichel auch aus den eigenen Reihen: Maria Bone-Hedwig: „Ich kann nicht einerseits die Vereine fördern und ihnen dann die Hälfte wieder wegnehmen.“

Keine Gebühren, trotzdem sparsam sein

Ende vom Lied: Es wird auch in Zukunft kein Nutzungsentgelt erhoben. Das entschieden die Ausschussmitglieder einstimmig. Allerdings soll dennoch darauf geachtet werden, dass die Kosten – vor allem auf den Sportanlagen – möglichst gering gehalten werden. Zum Beispiel sollen Fehlbelegungszeiten reduziert werden. Auch der Einsatz der Flutlichtanlagen soll auf ein absolutes Minimum reduziert werden.

Darüber soll auch die Gruppe Sportentwicklung zusammen mit dem Gemeindesportverband noch einmal beraten.

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