Gefahr durch uneinsehbare Kurve

Am Lerchenweg

Die Bauarbeiten an der Bahnhofstraße sind beinahe abgeschlossen. Oft überquert Ferdinand Kremer die Straße mit seinem Elektromobil. Zufrieden ist er mit den Änderungen allerdings nicht. Um vom Lerchenweg kommend auf den gegenüberliegenden Fuß- und Radweg zu gelangen, müssen Fahrrad- und Elektromobilfahrer nun eine gefährliche Kurve fahren.

SÜDLOHN

, 30.05.2016, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ferdinand Kremer ist verärgert. Schon mehrere Male hat er sich im Rathaus gemeldet und seinen Unmut deutlich gemacht. Noch immer hofft er auf Besserung. Fast jeden Tag überquert er mit seinem Elektromobil die Bahnhofstraße. Früher war das ganz einfach - da fuhr er über die Straße und gelangte über den geradeaus liegenden abgesenkten Bordstein auf den Rad- und Fußweg.

Das ist nun nicht mehr möglich, denn die Auffahrt zum Weg gibt es dort nicht mehr. "Den haben sie jetzt einfach ein paar Meter weiter nach rechts verschoben", sagt der 76-Jährige und schüttelt den Kopf.

Enge Kurve

Die Konsequenz: Fahrradfahrer sollen nun auf den am Lerchenweg beginnenden Radweg auffahren. Es folgt eine enge Kurve, die "nicht einsehbar ist", sagt Ferdinand Kremer. Erst hinter der Kurve befinden sich der abgesenkte Bordstein und der offizielle Überweg über die Straße auf den gegenüberliegenden Rad- und Fußgängerweg. "Diesen komplizierten Weg werden die wenigsten nehmen", meint der Rentner. "Die meisten werden einfach auf der Straße fahren und erst bei der nächsten Einfahrt wieder auf den Weg auffahren".

In Südlohn sei das ein Aufreger, sagt er, und meint damit nicht nur sich selbst. "Erst vorgestern habe ich mit Bekannten darüber diskutiert. Die regen sich alle darüber auf." Auf seine Anfrage bekam er von der Gemeinde die Auskunft, dass der Rad- und Fußweg komplett weg kommen soll. "Aber das bleibt alles so wie es ist", sagt Kremer.

Falsche Planungen

Zufrieden ist er mit den Antworten seitens der Gemeinde nicht. Die Zuständigen für die Änderungen an der Bahnhofstraße hätten an dieser Stelle einfach nicht richtig geplant. "Ich denke, dass es den Leuten schwer fällt, sich in andere Rollen zu versetzen, in meine zum Beispiel. Es hätte so einfach sein können." Ferdinand Kremer befürchtet, dass die Verkehrssituation an der Bahnhofstraße für Autofahrer nun viel zu schlecht einsehbar ist.

Bürgermeister Christian Vedder hört das Problem auf Anfrage unserer Zeitung gestern zum ersten Mal. Er vermutet aber, dass die Änderungen mit den Verkehrsbehörden vom Kreis Borken genau abgestimmt sind.

Offen für Wünsche

Ziel sei es, vernünftige Lösungen zu finden. "Es soll ja auch erreicht werden, dass langsamer gefahren wird", sagt Christian Vedder. Im Allgemeinen sei der zuständige Bauhof aber offen für die Wünsche und Ängste der Anwohner. Ferdinand Kremer will bei einem Ortstermin sein Ärgernis noch einmal erklären. Aber natürlich sei es schwierig, auf jeden einzelnen Bürgerwunsch einzugehen, so der Bürgermeister.

Lesen Sie jetzt