Gemeinde erweitert Kitas um drei Gruppen

St. Ida und St. Martin

Der steigende Bedarf lässt die Politiker zwangsläufig aufs Tempo drücken. Doch die anstehenden Baumaßnahmen schließen Neues für die Zukunft nicht aus.

SÜDLOHN

, 23.01.2018, 17:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gemeinde erweitert Kitas um drei Gruppen

Blick in den St.-Ida-Kindergarten in Oeding: Angesichts der steigenden Zahlen beim Bedarf an Plätzen hat der Haupt- und Finanzausschuss beschlossen, diesen Kindergarten um eine Gruppe zu erweitern und den St.-Martin-Kindergarten in Südlohn um zwei Gruppen. © Markus Gehring

Platz gibt es genug: Davon konnten sich die Mitglieder des Südlohner Haupt- und Finanzausschusses selbst überzeugen, als sie vor der Sitzung am vergangenen Mittwoch einen Ortstermin im St.-Martin-Kindergarten hatten. Der unmittelbare Eindruck und die ausführliche Diskussion mündeten wenig später in ein einstimmiges Ergebnis: Die Gemeinde investiert rund 950.000 Euro in eine dritte und vierte Gruppe des Kindergartens St. Martin. Darüber hinaus soll der St. Ida-Kindergarten eine dritte Gruppe bekommen. Die Verwaltung kalkuliert dafür mit Kosten, die bei circa 520.000 Euro liegen.

Politische Übereinstimmung

Die Beratung im Ausschuss war von weitgehender politischer Übereinstimmung geprägt. Hermann-Josef Frieling (CDU) lobte die Verwaltung für die ausführliche Vorlage, die die Fakten zum Thema klar sortiere. Er betonte auch mit Blick auf den Druck angesichts der aktuellen Bedarfszahlen: „Wir müssen jetzt reagieren.“ Andere Modelle wie zum Beispiel die Idee eines Bauernhof-Kindergartens oder Ähnliches bräuchten Vorlaufzeit. Erweiterungsflächen bestünden theoretisch auch am St.-Vitus-Kindergarten. Das würde jedoch den dort vorhandenen Bolzplatz gefährden. Allerdings: „Faktisch wäre auch dort etwas möglich.“ „In der Not ist das eine Option“, sagte Bürgermeister Christian Vedder.

Der Fokus lag an diesem Tag jedoch auf dem St.-Martin-Kindergarten. Siegfried Reckers (SPD) signalisierte für seine Fraktion ebenfalls grundsätzliche Zustimmung. Was ihn aber störte: „Dass dafür zwei Bäume weichen müssen.“ Reckers sah in dem Bedarf an zusätzlichen Plätzen in Kindertageseinrichtungen auch etwas Gutes: Darin spiegle sich, dass die Gemeinde Lebensqualität biete. Der Zeitdruck bei der aktuellen Entscheidung fand allerdings seine Kritik – ein Punkt, den auch andere Mitglieder des Ausschusses bekräftigten. „Das war angesichts des zeitlichen Druckes eine Entscheidung mit der Pistole auf der Brust“, sagte Günter Bergup (UWG). „Das war so nicht abzusehen“, machte Herbert Schlottbom für die Gemeindeverwaltung dazu deutlich.

Über neue Konzepte nachdenken

Die jetzige Entscheidung schließe aber nicht aus, über weitere neue Konzepte für die Zukunft nachzudenken. Christian Vedder sah darin einen Auftrag an die Verwaltung, langfristige Planungen aufzunehmen: „Es geht schließlich um eine Frage der Daseinsfürsorge.“

„Es ist doch eigentlich gut, dass wir erweitern müssen. Kinder sind unsere Zukunft“, meinte Maik van de Sand (Grüne). Es sei richtig und notwendig, angesichts der Entwicklung des Bedarfs auch über andere Zukunftsmodelle nachzudenken.

Mit einem einstimmigen Votum stellte der Ausschuss am Ende die Weichen für beide Erweiterungen.

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