Gemeinde schrumpft bis 2040 um elf Prozent

Weniger Südlohner

Die Gemeinde Südlohn wird schrumpfen. Das zumindest sagt eine Modellrechnung des statistischen Landesamtes voraus. Demzufolge sollen 2040 mehr als elf Prozent weniger Menschen in der Gemeinde leben als noch 2014. Der Bürgermeister möchte versuchen, diesen Trend aufzuhalten.

SÜDLOHN

, 17.08.2015, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Eine Prognose über 25 Jahre lässt sich ja noch beeinflussen", zeigt sich Christian Vedder im Gespräch mit der Münsterland Zeitung zuversichtlich. Von den Ergebnissen der Modellrechnung wusste er bis dahin noch nichts.

Die Südlohner Bevölkerungsentwicklung sticht im Gegensatz zu den Berechnungen für die Gemeinden und Städte in der Umgebung heraus. Zwar prognostiziert die Studie auch für Ahaus, Vreden und Stadtlohn sinkende Bevölkerungszahlen, diese liegen aber lediglich zwischen 1,1 und 5,4 Prozent. Mit einem Minus von 11,1 Prozent wird Südlohn den Berechnungen zufolge somit bei Weitem am meisten Einwohner in der Region verlieren.

Zuwachs für andere

Südlohn hatte am 1. Januar 2014 8944 Einwohner. Im Jahr 2040 sollen es nach der Prognose nur noch 7953 sein. Heek und Legden hingegen können bis 2040 mit mehr Einwohnern rechnen. In Legden beträgt das Plus zwar lediglich 2,6 Prozent, in Heek allerdings satte 10,3 Prozent.

Die Modellrechnung enthält auch detaillierte Zahlen zu den Entwicklungen in den verschiedenen Altersgruppen. Auffällig ist, dass die jungen Altersgruppen schrumpfen werden, während es immer mehr ältere Menschen geben wird.

Mehr Alte

In Südlohn beträgt das Minus bei den unter 19-Jährigen 23,7 Prozent und bei den 19- bis 25-Jährigen 26,6 Prozent. Den größten Verlust hat die Gemeinde mit mehr als 31 Prozent bei den 15- bis 40-Jährigen zu verzeichnen. Auf der anderen Seite steigt die Zahl der über 65-Jährigen um 57 Prozent.

Dieser Trend zeigt sich auch in den anderen Gemeinden und Städten. Überall wird ein enormer Anstieg der Menschen im Rentenalter erwartet. In Heek ergibt die Berechnung sogar ein Plus von über 114 Prozent in dieser Altersgruppe. Doch auch dort wird die junge Altersgruppe rund 30 Prozent verlieren.

Politische Entscheidungen

Den niedrigsten Zuwachs bei den über 65-Jährigen in der Region hat Legden mit 45,4 Prozent. Kommunalpolitisch ist die Entwicklung der Bevölkerungszahlen ein großes Thema. Egal ob Flächennutzungsplan oder Haushaltsplanung: Viele politischen Entscheidungen sind von diesen Zahlen abhängig.

Christian Vedder möchte deswegen versuchen, den Negativtrend für Südlohn aufzuhalten. Wichtig sei vor allem, die Gemeinde für Unternehmen interessant zu machen, um so Arbeitsplätze zu schaffen. Auch für Familien möchte der Bürgermeister Südlohn attraktiv machen: "Einer unserer Bemühungen in diese Richtung ist der Ausbau des Glasfasernetzwerkes."

Zahlen aus Modellrechnung

Die Tendenz, dass die Bevölkerungszahl sinken wird, sei schon länger bekannt und diese werde wohl auch stimmen, so der Bürgermeister. "Wir sollten allerdings alles versuchen, dass es keine elf Prozent werden."

Die Zahlen stammen aus einer Modellrechnung zur Bevölkerungsentwicklung, die der Landesbetrieb IT.NRW durchgeführt hat. Die Schätzungen basieren auf den tatsächlichen Bevölkerungszahlen vom 1. Januar 2014. Mithilfe von geschätzten Sterbe- und Geburtenraten und Zu- und Fortzügen haben die Statistiker die Zahlen für 2040 errechnet.

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