Gemeindeverschuldung steigt weiter an

Neue Kredite

Rund 1,7 Millionen Euro Kredite für Investitionen will die Gemeinde in diesem Jahr allein für den Grundstücks- und Immobilienbetrieb der Gemeinde aufnehmen.

SÜDLOHN

, 03.01.2017, 18:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gemeindeverschuldung steigt weiter an

Eine Scheune soll erhalten bleiben, der Hof auf der anderen Seite der Straße soll bis zum neueren Wohnhaus abgerissen werden.

Das ist dem Wirtschaftsplan 2017 zu entnehmen. Dieser wurde im Dezember vom Gemeinderat bei einer Enthaltung verabschiedet. Kämmerer Martin Wilmers geht in dem Zahlenwerk für das neue Jahr von Erträgen in Höhe von 4,37 Millionen Euro aus. Dem stehen Aufwendungen in Höhe von 4,29 Millionen Euro gegenüber. Zur Absicherung der Zahlungsfähigkeit hat der Rat außerdem einen Kredit-Höchstbetrag von drei Millionen Euro zur Liquiditätssicherung bewilligt.

Im Wirtschaftsjahr 2017 steht überwiegend die Fortsetzung von Maßnahmen an, die im Jahr 2016 schon ge-plant waren. Nach wie vor ist der Erwerb von landwirtschaftlichen Ersatzflächen für die Gemeinde ein großes Problem. Grundstücke werden vor allem für die Erweiterung im Gewerbegebiet Pingelerhook im Ortsteil Oeding benötigt. Rund 500000 Euro werden dafür vom Haushalt 2016 in den Haushalt 2017 übertragen.

Interesse an Bauland

In Südlohn will die Gemeinde das Baugebiet Scharperloh erweitern (wir berichteten). Mittlerweile haben sich rund 20 Interessenten gemeldet, die dort ein Baugrundstück kaufen möchten. Die Vermarktung der Flächen soll aber erst 2018 beginnen. Für das laufende Jahr hat die Verwaltung rund 642000 Euro im Haushalt des Grundstücks- und Immobilienbetriebs angesetzt, damit die entsprechenden Flächen erworben werden können. Für das Baugebiet Burloer Straße West in Oeding geht die Verwaltung davon aus, dass die Vermarktung 2017 wieder anlaufen kann.

Nach der Unwirksam-Erklärung für den Bebauungsplan durch das Verwaltungsgericht im vergangenen Jahr arbeitet die Gemeindeverwaltung zurzeit mit Hochdruck daran, den Bebauungsplan zu "heilen", sagte Bürgermeister Christian Vedder. Allerdings: Nachfragen aus der Bevölkerung für Baugrundstücke in dem Neubaugebiet sind zurzeit nicht vorhanden. Fünf auswärtige Bewerber haben aber darum gebeten, bei Vermarktungsbeginn informiert zu werden.

Ehemaliger Hof

100000 Euro als Ansatz hat die Gemeinde für den Abriss des ehemaligen landwirtschaftlichen Betriebes in dem Neubaugebiet in den Haushalt eingestellt. Wie Bürgermeister Christian Vedder am Dienstag auf Anfrage mitteilte, sollen dort das alte Wohngebäude sowie Nebengebäude abgerissen und Beton-Siloplatten entfernt werden. Eine zum ehemaligen Hof Vornholt gehörende, größere Scheune soll allerdings stehen bleiben.

"Wir haben 100000 Euro in den Wirtschaftsplan eingestellt, da kann es natürlich auch noch Überraschungen geben", meint Vedder. Dabei denkt er an die Siloplatten mit viel Beton oder möglicherweise als Sondermüll zu entsorgende Stoffe. Auch muss die Fassade zum neuen Wohnhaus angeglichen werden.

Plätze für Flüchtlinge

Die größte Änderung gegenüber den Wirtschaftsplänen der vergangenen Jahre stellt die Umstrukturierung aufgrund der Flüchtlingssituation dar. Nicht nur der Erwerb von Wohnhäusern, sondern auch die Bewirtschaftung von gemeindeeigenen und angemieteten Immobilien erfolgt ab 2016 über den Grundstücks- und Immobilienbetrieb. Der Gemeinde Südlohn stehen derzeit 23 eigene oder angemietete Objekte für Flüchtlinge zur Verfügung.

Der für das laufende Jahr geplanten neue Kredit in Höhe von 1,7 Millionen Euro ist für die Finanzierung von weiteren Wohnhäusern (500000 Euro) sowie für Investitionen in den Objekten vorgesehen. Allein in den letzten zwei Jahren hat die Gemeinde rund 1,2 Millionen Euro Kredite aufgenommen, die konkret für Asylbewerberunterkünfte im Haushalt ausgewiesen werden.

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