Geplatztes Abwasserrohr: Abwässer von Bewital fließen in die Schlinge

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Bei Bewital ist am Donnerstag ein Abwasserrohr geplatzt. Bis zu 8000 Liter Abwasser waren in die Schlinge gelaufen. Das Unternehmen entschuldigt sich ausdrücklich für die Havarie.

Südlohn

, 04.09.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon wieder musste die Feuerwehr am Donnerstag zur Schlinge ausrücken, um den Fluss zu belüften. Beim Unternehmen Bewital war eine Abwasserleitung geplatzt. Zwischen fünf und acht Kubikmetern Abwasser aus der Produktion waren in die Schlinge gelaufen und hatten dort den Sauerstoffgehalt bedrohlich sinken lassen.

Wie Manfred Sicking, Löschzugführer der Freiwilligen Feuerwehr, erklärte, lag der Sauerstoffgehalt in der Schlinge auch nach den ersten Maßnahmen der Feuerwehr nur bei 2,5 Prozent. „Fische brauchen aber mindestens drei Prozent, um überleben zu können“, sagte er im Gespräch mit unserer Redaktion.

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„Das darf nicht passieren“, macht Dr. Jürgen Wigger, Geschäftsführer von Bewital, am Freitagmorgen auf Nachfrage deutlich. Er entschuldigt sich ausdrücklich für den Zwischenfall. Wie er erklärt, hätten Mäuse eine Abwasserleitung auf dem Betriebsgelände angefressen. Diese Beschädigung habe dann die Leitung so weit geschwächt, dass sie dem einsetzenden Regen am Donnerstagnachmittag nicht mehr standhalten konnte. „Als der Druck im System abgefallen ist, haben wir uns sofort auf die Fehlersuche gemacht und die Leitung abgesperrt“, ergänzt Stefan Olthoff, technischer Leiter bei Bewital.

Ortung der Leckage dauerte, Feuerwehr schnell vor Ort

Bis die Leckage geortet war, sei die Abwassermenge aber schon in Richtung der Schlinge abgelaufen. Jürgen Wigger ist von dem Zwischenfall selbst überrascht. „Das ist noch nie passiert“, sagt er. Das Unternehmen sei sich des Risikos nicht bewusst gewesen, will aber in Zukunft Vorkehrungen treffen, um solche Zwischenfälle zu vermeiden. „Wir können der Feuerwehr und den Behörden nur dankbar sein, dass sie so schnell vor Ort waren“, erklärt er.

Bei den Abwässern handelte es sich um Spülwasser aus der Hunde- und Katzenfutterproduktion. Dass sich die komplette Schlinge bis zur Mühlenstraße milchig verfärbt hatte, erklärt Stefan Olthoff an einem Beispiel aus dem Alltag: „Wenn ich etwas Milch in ein Glas Wasser gieße, verfärbt sich das ja auch“, sagt er. Dieser Verdünnungseffekt sei nun auch in der Schlinge passiert. „Nach kurzer Zeit hatte sich das Wasser aber schon wieder geklärt“, sagt er.

Die Feuerwehr war rund viereinhalb Stunden mit zwei Fahrzeugen im Einsatz. Über Nacht liefen außerdem noch spezielle Belüftungsgeräte, die aus den Niederlanden herangeschafft wurden.

Durch die Abwässer aus dem Gewerbegebiet wurde die Schlinge komplett eingetrübt. Der Sauerstoffgehalt des Flusses war bedrohlich gesunken.

Durch die Abwässer aus dem Gewerbegebiet wurde die Schlinge komplett eingetrübt. Der Sauerstoffgehalt des Flusses war bedrohlich gesunken. © Mike Valtwies

Zu den Folgen konnte Bürgermeister Christian Vedder am Freitag noch nicht viel sagen. „Das werden einige Fische definitiv nicht überlebt haben“, sagte er. Wie hoch der Schaden ist, konnte er aber noch nicht abschätzen. Erst einmal sei es auch darum gegangen, die unmittelbaren Folgen des Unglücks zu bekämpfen und den Schaden zu minimieren. Im Nachgang soll nun untersucht werden, warum das Rohr geplatzt ist und ob möglicher Schadenersatz geltend gemacht wird.

Gute Zusammenarbeit mit niederländischen Behörden

Die Zusammenarbeit mit den Behörden auf niederländischer Seite habe sehr gut funktioniert, machte er deutlich. „Die hatten wir direkt eingeschaltet, weil so ein Problem ja schnell über die Grenze verlagert ist“, erklärte er. Von dort seien auch die ersten chemischen Analysen noch am Nachmittag ausgewertet worden. Von der Gemeinde Südlohn waren die Feuerwehr, das Ordnungsamt und der Bereitschaftsdienst im Einsatz. Auch die Untere Wasserbehörde wurde eingeschaltet.

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Erst vor wenigen Wochen war der Sauerstoffgehalt in der Schlinge durch starken Regen extrem gesunken. Auch da hatte die Feuerwehr das Gewässer belüftet. Ein größeres Fischsterben konnte da aber nicht mehr verhindert werden.

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