Gericht verhängt Tierhalte- und Betreuungsverbot

Gegen Schutzhofbetreiberin

Knapp 20 Pferde, die zurzeit auf einem Schutzhof in Oeding untergebracht sind, bekommen bald eine neue Heimat. Die 56-jährige Betreiberin des Hofes stand am Montag wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz vor dem Borkener Amtsgericht. Der Richter verurteilte die Frau zu einer Geldstrafe von 600 Euro sowie einem Halteverbot für Pferde – zunächst für einen Zeitraum von zwei Jahren.

OEDING/BORKEN

von Von Sohrab Dabir

, 21.09.2015, 18:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Angeklagten wurde von der Staatsanwaltschaft zur Last gelegt, im November 2014 einem ihrer Pferde die tierärztliche Untersuchung verwehrt zu haben. Das Tier habe laut Anklage eine zwei Wochen alte Entzündung am Hinterbein mit sich getragen, die hätte ärztlich versorgt werden müssen.

Weiterhin sei das Pferd aufgrund von Unterernährung stark abgemagert gewesen und habe Verhaltensstörungen gezeigt. Die 56-Jährige gab vor Gericht an, einen Tierarzt bestellt zu haben, der die Wunde auch umgehend versorgt habe. „Eines Tages war die Wunde aber wieder da“, so die Angeklagte weiter. Daraufhin habe sie die Verletzung selber mit einer Salbe behandelt.

Wunde war nicht verheilt

Eine Tierärztin vom Kreis Borken, die vor Gericht als Zeugin aussagte, gab an, das verletzte Pferd bei einer Besichtigung des Hofes im November vergangenen Jahres gesehen zu haben. Der Betreiberin habe sie zu diesem Zeitpunkt geraten, einen Tierarzt aufzusuchen. Dieser Aufforderung sei sie anscheinend nicht nachgekommen. Bei einem weiteren Hofbesuch zwei Tage später sei die Wunde in unverändertem Zustand gewesen.

Der von der 59-Jährigen angeblich herbeigerufene Tierarzt gab in einer Erklärung an, das Pferd nie behandelt zu haben. Die Zeugin schilderte vor Gericht zudem, dass sich die Ställe der Pferde in schlechtem Zustand befunden hätten. „Die Boxen waren nass und wurden nicht gereinigt“, so die 45-Jährige. Weiterhin sollen die Pferde so gut wie nie auf die Weide gekommen sein und mussten stattdessen die meiste Zeit in ihren Ställen ausharren. Das verletzte Pferd sei daraufhin an einem anderen Ort entsprechend versorgt und ernährt worden. Es sei heute wieder wohlauf, so die Tierärztin. 

Die Staatsanwaltschaft forderte eine Geldstrafe von 800 Euro sowie ein Halteverbot für Pferde für drei Jahre. Der Richter blieb unter dem geforderten Strafmaß, sah jedoch „keine andere Lösung als ein Tierhalteverbot.“

Auch keine Betreuung

Zudem wurde der Frau ein Tierbetreuungsverbot auferlegt und ein Verbot, beruflich mit Pferden zu arbeiten. Die Betreiberin, die bereits wegen eines ähnlichen Falls verurteilt wurde, sei nicht in der Lage den Pferden gerecht zu werden, so der Richter. Die Verurteilte kann innerhalb einer Woche Revision oder Berufung gegen das Urteil einlegen. Geschieht dies nicht, ist das Urteil rechtskräftig. 

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