Grünabfall soll nicht bis nach Gescher gefahren werden

rnWertstoffhof

Wo können Südlohner und Oedinger ihren Müll abgeben? Die Verwaltung soll in Verhandlungen einsteigen, um einen Wertstoffhof für die Gemeinde einzurichten.

Südlohn

, 06.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie geht es mit einem möglichen Recyclinghof für die Südlohner und Oedinger weiter? Wie die Verwaltung in der vergangenen Ratssitzung erklärte, hat das Südlohner Unternehmen Geuking die Grünannahme eingestellt. Die Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland (EGW) habe sich daraufhin bereiterklärt, die von Südlohnern angelieferten Grünabfälle entgegenzunehmen.

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Das sei aber wegen der Coronakrise nicht beworben worden, um die Zahl der Anlieferungen auf das Nötigste zu beschränken. Es erfolgten seit Mitte März etwa 30 bis 40 Anlieferungen pro Woche. Die EGW hat sich bereiterklärt, dieses Verfahren auf eine „Pilotzeit“ bis Ende des Jahres zu verlängern.

Irritiert reagierte Alois Kahmen (CDU) auf die Einstellung durch die Firma Geuking. „Ich bin fast wöchentlich bei der in Südlohn ansässigen Firma, um Grünabfall abzuliefern“, erklärte er. Auch sollten die Verhandlungen mit dem lokalen Unternehmen geführt werden.

Anlieferung nach Gescher ist Einwohnern nicht zuzumuten

Es sei den Einwohnern nicht zuzumuten, Grünabfälle bis nach Gescher zu bringen. „Es gibt ja auch Menschen, die kein passendes Fahrzeug für solche Fahrten haben“, machte er deutlich. Daher solle die Verhandlung auf jeden Fall auch mit dem Südlohner Entsorgungsbetrieb geführt werden.

Der Vorschlag der Verwaltung wurde entsprechend ergänzt: Die Verhandlungen sollen nun darauf ausgeweitet werden. „Vielleicht sind auch Kombi-Lösungen möglich“, erklärte Christian Vedder.

Grünannahme ist bei Geuking weiter möglich

Stefan Geuking, Geschäftsführer des Südlohner Entsorgungsunternehmens, erklärte dann auch auf Nachfrage unserer Redaktion, dass die Grünannahme in seinem Unternehmen weiter möglich ist. Lediglich der Vertrag mit der Kommune sei vonseiten der Gemeinde gekündigt worden. „Den gab es aber schon seit der Zeit meiner Eltern“, erklärt er. Fortgeführt habe er ihn offiziell nicht. „Da ist jetzt von der Behörde einfach einmal Ordnung geschaffen worden“, so Stefan Geuking.

Grünabfälle nehme er weiterhin von Südlohnern und Oedingern an. Allerdings auf Eigenkostenbasis. Auch möglichen Verhandlungen über einen Standort für einen Wertstoffhof stehe er offen gegenüber. „Das habe ich immer gesagt und dazu stehe ich jetzt auch“, sagt er. Die Entscheidung liege nun allerdings bei der Gemeinde und der Politik. „Die Frage ist ja, was gewünscht ist“, sagt er.

Lösungen sollen auch für andere Abfälle gesucht werden

Auch für andere Abfälle soll eine Lösung gefunden werden. Denkbar sei auf dem EGW-Gelände ein zusätzlicher Container für Abfall, der nicht in die Gelben Tonnen passt. Der stamme allerdings hauptsächlich aus „Fehlwürfen“, etwa große Styroporverpackungen, die eigentlich in die Restmülltonne gehören.

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Beim Sperrmüll habe sich das bisherige System bewährt: Eine kostenfreie Annahme von Sperrmüll auf einem Wertstoffhof soll es daher aus Sicht der Verwaltung nicht geben. Bei Bedarf sei eine kostenpflichtige Anlieferung von Sperrmüll bei der EGW immer möglich. Barbara Seidensticker-Beining (SPD) hielt das Anmeldeverfahren in der Sitzung allerdings für unnötig umständlich. Sie hätte gerne eine regelmäßige Abholung eingerichtet. „Wir versuchen, die Abfallentsorgung bürgerfreundlich zu gestalten, müssen aber auch die Kosten im Blick behalten“, erklärte Christian Vedder.

Gebühren müssten Kosten für Wertstoffhof decken

Für Grünabfälle sind im März und April Verwertungskosten von rund 1500 Euro entstanden. Würde ein Wertstoffhof eingerichtet, kämen weitere Kosten auf die Gemeinde zu, etwa für Personal und Ausstattung. Ein Angebot der EGW soll dem Rat vorgelegt werden. Die Kosten müssten über die Gebühren abgedeckt werden.

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