Gute Bilanz für Jobcenter

Arbeitslosenzahl sinkt

Arbeitslose vermitteln – das ist die Hauptaufgabe des Jobcenters. Aber die Aufgaben der Fachabteilung sind sehr komplex, erfordern Empathie genauso wie Durchsetzungsstärke.

SÜDLOHN

, 27.09.2017 / Lesedauer: 3 min
Gute Bilanz für Jobcenter

Das Jobcenter in Südlohn

Die Kunden des Jobcenters sind in hohem Maße persönlich betroffen, es geht um ihren Lebensunterhalt. So erfordere die Arbeit im Jobcenter „einen einfühlsamen und gelegentlich auch durchsetzungsstarken Umgang mit Hilfeempfängern“, fasste es Abteilungsleiter Johannes Kückelmann in seinem Jobcenter-Jahresbericht für 2016 zusammen.

Seine Bilanz fällt positiv aus: „Das Jobcenter Südlohn hat sowohl im Bereich der Leistungsgewährung als auch im Bereich der Eingliederungsleistungen weiterhin gute Kennzahlen vorzuweisen und leistet erfolgreiche Arbeit.“ Das hörten die Mitglieder des Sozialausschusses in der jüngsten Sitzung gern.

Tiefststand im Jahr 2012

Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften – Familien oder Einzelpersonen, die Leistungen nach SGB II (Hartz IV) erhalten, ist in Südlohn konstant auf einem niedrigen Niveau. Im August dieses Jahres lag sie bei 116, wie Johannes Kückelmann am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung sagte. In seinem Jahresbericht hatte er die Zahlen seit 2006 aufgelistet.

Deutlich nach oben geklettert war die Zahl nach der weltweiten Finanzkrise, auf 139 im Jahr 2009. Zum Ende des Jahres 2016 lag er bei 109, dann aber war ein Anstieg zu verzeichnen: Mitte 2017 bezogen wieder 120 Bedarfsgemeinschaften Leistungen – 14 davon hatten einen Fluchthintergrund, wie es im Verwaltungsdeutsch heißt.

Integrationskurs

Es handelt sich um Asylbewerber, die anerkannt wurden und so ein Bleiberecht erhalten haben. Dieser Personenkreis erhält dann Leistungen nach SGB II – steht aber auch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Obwohl, so schränkt Johannes Kückelmann ein, „wir setzen eigentlich verpflichtend dann erst einmal den einjährigen Integrationskurs an. Es sei denn, es ist schon eine Arbeitsstelle vorhanden, dann kann man den Integrationskurs eventuell verschieben“.

Wie sieht es um die Arbeitslosenzahl in Südlohn und Oeding aus? Seit Jahren auf niedrigem Niveau. Im Dezember gab es 150 erwerbsfähige Einwohner, von denen acht statistisch als arbeitslos zu erfassen waren. Ein genauerer Blick auf die Personengruppe der 150 zeigt auf: 21 Prozent von ihnen sind Aufstocker, das heißt, sie beziehen zu ihrem niedrigen Arbeitslohn noch Mittel aus SGB II.

Viele sind in Maßnahmen

Viele von ihnen sind Schüler und Kinder (22 Prozent), auch sind viele jüngere Leistungsbezieher in Maßnahmen zur Berufsvorbereitung oder sie absolvieren ein Einstiegsqualifizierungsjahr. Sehr zufrieden zeigte sich Johannes Kückelmann, was die Integrationsquote angeht: Sowohl in sozialversicherungspflichtige als auch in geringfügige Arbeitsverhältnisse wurden fast 36 Prozent (2015: 10,8 Prozent) der erwerbsfähigen Leistungsbezieher vom Jobcenter vermittelt – kreisweit ist dies der dritthöchste Wert.

Die Summe aller Transferleistungen für das Arbeitslosengeld II (Hartz IV) lag in der Gemeinde Südlohn im Jahr 2016 bei 1,16 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2015 lautete die Summe 1,25 Millionen Euro. Der Bund und die Kommune tragen diese Mittel. Der gemeindliche Anteil lag bei rund 307.000 Euro (2015: rund 339.000 Euro). Die Hälfte davon zahlt die Gemeinde direkt, also rund 159.000 Euro. Die andere Hälfte wird unter anderem über die Kreisumlage finanziert, also indirekt auch durch die Kommune.

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