Hähne krähen um die Wette

Wettbewerb des Rassegeflügel-Zuchtvereins

Man hört nichts. Und das verwundert etwas. Da ist man am Samstagnachmittag auf dem Weg zu einem Wettbewerb im Hähnekrähen, und es ist totenstill. Dann sieht man wenigstens etwas: Eine Reihe von Käfigen steht am hinteren Ende von Thesings Garten in der Fresenhorst.

OEDING

, 23.08.2015, 18:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hähne krähen um die Wette

Die Jugendlichen sind auch schon mit Begeisterung dabei.

Davor hocken einige Kinder und Jugendliche auf einer Schützenfestbank, haben Stift und Papier in den Händen, schauen ernst und lauschen konzentriert. Und tatsächlich: Ein dünnes Stimmchen zirpt aus einem der Käfige. Sofort malt eines der Kinder einen Strich auf seinen Zettel.

Das war ein echter Kräher, und Walter Laumann, seit Februar neuer Vorsitzender des ausrichtenden Rassegeflügel-Zuchtvereins (RGZV) der Grenzgemeinde, erklärt, was da gerade passiert. Im Moment ist gerade die Vereinsjugend mit ihren Hähnen am Start. Sechs Hähne, Zwerg-Rodeländer, Seebreigt, Orpington und noch andere, sollen innerhalb einer halben Stunde so oft wie möglich krähen.

Unwillige Hähne

Diese hier haben offenbar wenig Lust. Darauf angesprochen meint der Vorsitzende nur achselzuckend: „Es ist denen viel zu warm. Daran liegt das.“ Man sei vor einigen Wochen mal in Lette gewesen bei einem Wettkrähen. Da sei der größte Kräher aus Bocholt gekommen. „Der hat in einer halben Stunde mehr als achtzig Mal gekräht“, zeigt sich Walter Laumann jetzt noch beeindruckt.

Gleich kommen noch die RZGV-Senioren mit ihren sechs Hähnen an die Reihe. Dann gibt es die Siegerehrung. Und hier zeigt sich, dass die Vögel der Großen auch nicht viel mehr Lust haben. Bei den Jugendlichen gewinnt Sophie Tenhaken den Siegerpokal. Ihr Vogel hat es gerade mal auf 21 „Krähs“ gebracht. Bei Marion Laumann, der Siegerin bei den Großen, sind es gerade einmal drei mehr.

Ehrung

Dann beginnt die eigentliche Mitgliederversammlung der Rassegeflügelzüchter – und zwar mit einer ganz besonderen Ehrung: Franz Terhart, seit 30 Jahren im Verein, davon allein 15 Jahre als Vorsitzender, wird zum Ehrenvorsitzenden. Walter Laumann, sein Nachfolger, beschreibt ihn als einen Mann, der dafür gesorgt habe, dass die Gemeinde Südlohn bei den deutschen Rassegeflügelzüchtern zu einem Begriff und einer festen Größe geworden sei: „Franz hat es drei Mal geschafft, Sonderschauen der Modena-Tauben nach Oeding zu holen. Und für 2017 hat er sogar die Europa-Schau geholt.“

Der Angesprochene ist sichtlich gerührt über diese Ehrung. Er verspricht: „Ich werde dem Verein weiter zur Verfügung stehen, wann immer er mich braucht.“

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