Hauptausschuss verschiebt Sanierung der Turnhalle noch einmal um ein Jahr

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Die Sanierung der Turnhalle der Hans-Christian-Andersen-Schule steht an. Doch das kostet. Die Politik möchte sich erst über die Halle unterhalten – und hat die Sanierung wieder verschoben.

Südlohn

, 19.01.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

93.000 Euro hatte die Verwaltung für die Sanierung der Halle in den Haushalt eingestellt. Oder genauer gesagt für die Planung der Sanierung. Die Arbeiten werden aber noch einmal verschoben, weil die Zukunft der Halle insgesamt noch einmal untersucht werden soll.

Umbau am liebsten komplett streichen

Das war den Politikern im Haupt- und Finanzausschuss zu viel Geld. Der geplante Umbau mache ihr erhebliche Bauchschmerzen, erklärte Rita Penno (SPD) im Ausschuss am Mittwochabend. „Den Umbau würden wir gerne komplett streichen“, erklärte sie, aber das gehe natürlich nicht. Ihr schwebe vielmehr vor, an der 1972 gebauten Halle gar nichts mehr zu machen, sondern das Geld zu sparen und dann in etwas Vernünftiges zu investieren.

Für einen Moment schwebte der Begriff „Neubau“ über den Köpfen der Ausschussmitglieder. Auch Fördermittel könnten dafür ja sicherlich beantragt werden. Siegfried Reckers (SPD) fasste die Vision noch ein bisschen weiter: „Es ist nicht richtig, in diese alte Halle so viel Geld zu investieren“, sagte er. Er könne sich vorstellen, in Zukunft – ähnlich wie beim Kunstrasenprojekt – eine Halle für beide Ortsteile und beide Sportvereine zu errichten. Vielleicht könnten auch – wiederum ähnlich wie beim Kunstrasen – die Vereine mit einbezogen werden.

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Zurück in der Gegenwart warf Maik van de Sand (Grüne) zunächst eine näherliegende Lösung in den Raum: „Wir sollten uns 2019 konkrete Gedanken machen, wie wir mit dem Gebäude umgehen.“ In diesem Jahr soll die Politik grundlegend überlegen, wie ein Plan für das Gebäude aussehen kann. Dem konnte sich auch Hermann-Josef Frieling (CDU) anschließen. „Wir sollten es so machen, wie Maik gesagt hat“, erklärte er. Einstimmig beschlossen die Ausschussmitglieder, die Planungskosten von 93.000 Euro auf das Jahr 2020 zu verschieben. Die eigentlichen Sanierungskosten von – geplant – 1,25 Millionen Euro werden auf das Jahr 2021 verschoben.

Betrieb in der Halle momentan möglich

Nach den Möglichkeiten in der Halle gefragt, erklärte Bauamtsleiter Dirk Vahlmann, dass der Schul- und Trainingsbetrieb zurzeit noch ohne Probleme möglich sei. Das Dach sei im Moment dicht und könne sicherlich auch noch einmal geflickt werden. Dennoch seien weitere Schäden an der Halle jederzeit möglich. Die alte Technik habe eben inzwischen ihre Schwächen. Gerade werde noch ein Wasserrohrbruch in einem der Duschräume repariert.

Zukünftige Nutzung

Eine große Rolle bei den Überlegungen spielt auch die zukünftige Nutzung der Halle und des Schulgebäudes: Zurzeit hat der Kreis das Gebäude für die Hans-Christian-Andersen-Schule angemietet. Ob das auf Dauer so bleibt, ist offen. Diese Überlegungen müssten in die Sanierung mit einbezogen werden.

Im September 2018 hatten die Lokalpolitiker zuletzt über den Zustand der Turnhalle gesprochen. Da hatte der Bau- und Planungsausschuss bereits kritische Fragen zum Sinn einer Sanierung der Halle gestellt und ihre Bedenken geäußert. Um ein Signal für die Arbeiten zu setzen, hatten die Mitglieder da aber noch dafür gestimmt, zumindest die Planungskosten erst einmal in den Haushalt einzustellen. Einen Neubau hatte Dirk Vahlmann da eher abgelehnt. So lange das Tragwerk der Halle noch in Ordnung sei, lohne sich die Sanierung auf jeden Fall. Der Neubau einer Sporthalle sei ein um etliche Millionen teureres Projekt.

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