Haus Lohn: Das letzte frühklassizistische Herrenhaus im Kreis Borken

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Unser Weg in der Reihe "Zu Hause in" führt uns heute nach Südlohn zum Haus Lohn. Hier hat man die Möglichkeit, das letzte Herrenhaus im frühklassistischen Stil im Kreis Borken zu sehen.

Südlohn

, 10.08.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Haus Lohn in Südlohn hat eine lange Geschichte. 1357 wurden erstmals Adelsvertreter genannt, die das Gut bewohnten. Im Jahr 1785 errichtete Franz Joachim von Loen an der Stelle des alten verfallenen Hauses ein neues spätklassistisches Haus, welches im Kern noch dem heutigen Haus Lohn entspricht.

Obwohl das Haus direkt an das Gemeindegebiet von Südlohn grenzt, steht es doch für sich alleine, direkt an der Schlinge. Auf vielen verschiedenen Radstrecken hat man die Möglichkeit, das Haus Lohn zu besichtigen. So liegt das Haus an der 450 Kilometer langen Flamingoroute, auch die Schlingeroute, die es in einer 63 oder 85 Kilometer langen Variante gibt, führt am Haus Lohn vorbei. Aber damit noch nicht genug, denn die 100-Schlösser-Route und die Agri-Cultura-Route liegen ebenfalls direkt am Grundstück des Haus Lohn.

Umgeben von einer Gräfte

Umgeben sind das Herrenhaus und die Nebengebäude von einer Gräfte. Hierbei handelt es sich um die westfälische Bezeichnung eines Wassergrabens, der ursprünglich einen Adelssitz zu Verteidigungszwecken umgab. Im Augenblick ist die Gräfte aber komplett trockengelegt.

In der Gräfte befindet sich im Augenblick kein Wasser mehr.

In der Gräfte befindet sich im Augenblick kein Wasser mehr. © Raphael Kampshoff

1797 musste Franz Joachim von Lohn das Haus aufgrund finanzieller Schwierigkeiten versteigern. Im Jahr 1837 brannte das Obergeschoß des Hauses aus und wurde dann in der heutigen zweigeschossigen Form wiederaufgebaut. Vier Jahre später erwarb Graf Clemens von Looz-Corswarem das Anwesen, sein Wappen ist noch heute über der Haustür angebracht. Seit 1856 befindet sich das Haus Lohn in den Händen der Familien Büscher-Geuking, die es heute noch bewohnen.

Das Wappen des Grafen Clemens von Looz-Corswarem befindet sich auch heute noch über der Haustür.

Das Wappen des Grafen Clemens von Looz-Corswarem befindet sich auch heute noch über der Haustür. © Raphael Kampshoff

Die Außenwände des unter Denkmalschutz stehenden Hauses sind weiß geschlämmt, die Fenster mit Blendläden versehen. Vom Eingangstor führt ein gepflasterter Weg auf den Eingang zu. Auf einem kleinen Treppenaufgang kommt man zur von Sandsteinen eingefassten Haustür. Auf der rechten Seite des Geländes befinden sich die Wirtschaftsgebäude des Hofes.

Neuer Ort für Staudenbörse

Im Jahr 2019 fand erstmals die Staudenbörse der KAB Südlohn und des Ghana-Kreises auf dem Gelände des Haus Lohn statt. Mathilde Geuking bot die Scheune an, als ein neuer Ort für die Börse gesucht wurde. Ihre Liebe zu Gärten sieht man auch am Eingangstor und rund um das Haus.

Ein Ehepaar mit Zylinder und Hut aus Holz ziert den Garten.

Ein Ehepaar mit Zylinder und Hut aus Holz ziert den Garten. © Raphael Kampshoff

Wer sich auf einer Radtour oder einen Spaziergang in der Nähe des Haus Lohn befindet, sollte sich auf alle Fälle einmal kurz die Zeit nehmen, um sich das Anwesen mit seinem historischen Haus in Ruhe anzuschauen.

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