Heimatverein schafft Raum für Geschichte

Heimat für die Heimat

Einmal im Monat können Südlohner im neuen Heimatraum die Geschichte ihrer Heimat erforschen – und dabei noch viel Neues kennenlernen.

Südlohn

, 06.02.2018, 18:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Edmund Stegemann und Maria Gröting führen durch die Geschichte von Südlohn.

Edmund Stegemann und Maria Gröting führen durch die Geschichte von Südlohn.

Murmeln aus dem Mittelalter, ein Bahnhofsschild von 1902 und zwei Kanonenkugeln aus dem Dreißigjährigen Krieg – Sie alle sind Teil der Geschichte Südlohns. Besichtigt werden können diese Schätze im neuen Heimatraum des Heimatvereins Südlohns. „Hier kann man den ganzen Tag stöbern“, sagt Maria Gröting vom Heimatverein. Für Besucher geöffnet ist der neue Heimatraum im Pfarrheim St. Vitus, Kirchstraße 9, aber nur für zwei Stunden im Monat – jeden ersten Donnerstag von 15 bis 17 Uhr.

„Heimat ist mehr als nur ein Ort“, steht in großen Lettern an der Wand. Für Edmund Stegemann vom Heimatverein ist das Pfarrheim mehr als nur ein Ort. Denn es war mal seine Heimat. „Dort, wo jetzt das Büro ist, war mal mein Schlafzimmer“. Stegemann kennt jede Geschichte aus dem Ort. „Ich bin hier großgeworden und immer neugierig“, sagt er.

Kugeln unter Kegelbahn

Da wäre die Geschichte der Kanonenkugeln. Die wurden bei den Ausschachtungen für die Kegelbahn des Gasthauses Nagel gefunden. Genau dort war vorher ein Befestigungsgraben zum Schutz gegen plündernde Söldnertruppen verlaufen.

Josef Nagel übergab die fünf und elf Kilo schweren Kugeln 2006 an den Heimatverein. „So kommen die Sachen Stück für Stück zusammen“, sagt der zweite Vorsitzende Bernhard Vollmer vom Heimatverein.

Schild 40 Jahre aufbewahrt


Oder die Geschichte des Bahnhofs in Südlohn. In der Vitrine liegt der Bauplan aus der Zeit der Jahrhundertwende. Im Bücherregal kann man die Geschichte der westfälischen Landeseisenbahn nachlesen, die durch Südlohn fuhr. „Das Buch hat mir der vorletzte Bahnhofsvorsteher gegeben“, so Stegemann.

Und auf der Zeitleiste an der Wand markiert das Jahr 1977 das Ende des Südlohner Bahnhofs. Oben an der Wand hängt das Bahnhofs-Ortsschild aus dem Jahr 1902. Dieses hatte der Heimatverein 40 Jahre lang aufbewahrt, bevor das Schild seinen Platz im neuen Heimatraum fand.

Reise in die Kindheit

„Heimat ist da, wo man angekommen ist“, steht als Schriftzug an der Wand nebenan. In Südlohn angekommen ist auch Besucherin Notburga Dressler. „Ich bin als Vertriebene 1946 hierhergekommen“, sagt sie. Damals war sie als Kind mit ihrer Familie auf der Suche nach einer neuen Heimat und fand sie in Südlohn.

Der Besuch im Heimatraum sei für sie wie eine Reise in die Kindheit. „Nächsten Monat komme ich wieder“, verspricht sie. Edmund Stegemann bringt das auf eine Idee. Als Nächstes will er die Geschichte der Vertriebenen im Ort dokumentieren.

Der Heimatraum ist regelmäßg für Interessierte geöffnet. Die nächsten Öffnungstermine: jeweils donnerstags, 1. März, 3. Mai, 7. Juni, 5. Juli, 6. September, 4. Oktober und 6. Dezember jeweils von 15 bis 17 Uhr.
Lesen Sie jetzt