Heinz Dieter Bauer blickt auf Höhen und Tiefen seines Lebens

Biografie geschrieben

"Aus dem Nichts" ist der Titel der jetzt erschienenen Biografie von Heinz Dieter Bauer. Der 75-jährige Unternehmer blickt darin auf die Höhen und Tiefen seines abwechslungsreichen Lebens zurück: Nächte im Keller bei Fliegerangriffen und die Evakuierung aus Gelsenkirchen nach Großemast in Vreden bis zur Geschichte des erfolgreichen Unternehmers mit heute rund 300 Mitarbeitern.

SÜDLOHN

, 06.02.2015, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Heinz Dieter Bauer blickt auf Höhen und Tiefen seines Lebens

Der Buchtitel zeigt Heinz Dieter Bauer auf der Treppe der ehemaligen Vredener Landwirtschaftsschule als kleinen Jungen und als den heutigen Unternehmer aus Südlohn.mlz-Repro

Das zusammen mit einer Ghostwriterin verfasste Buch ist für Dieter Bauer - die Südlohner lassen das Heinz gerne weg - auch ein wichtiges Signal, mit dem er vielen Menschen Mut machen will: "Jeder kann sein Leben gestalten und erfolgreich sein", gibt Bauer seinen Lesern im letzten Satz des Buches mit auf den Weg. Und nimmt seinen Werdegang dafür als Beispiel.

"Es war kein gutes Jahr", meint Bauer, der im letzten haben Jahr häufig ein Diktiergerät zur Hand nahm, um seine Erinnerungen in Worte für die Biografie zu fassen. Dass es kein gutes Jahr war, damit meint Bauer aber nicht sein Unternehmen, das er heute mit seinen beiden Söhnen Patrick und Pascal führt, sondern sein Geburtsjahr: Es war der 13. März 1939, in der Grillostraße 133 in Gelsenkirchen-Schalke (Bauer: "Ich bin ein echter Schalker Junge"), als sich Heinrich und Klara Bauer über den kleinen Heinz Dieter freuen konnten.

Evakuierung nach Vreden

Ein paar Monate später musste der Vater in den Krieg, sein kleiner Sohn sah ihn erstmals 1942 bei einem Fronturlaub. 1944 erfolgte die Evakuierung von Dieter Bauer und seiner Mutter zu einer Tante nach Großemast in Vreden - in ein Zollhaus, das wenige Tage später durch einen Bomben-Volltreffer zerstört wurde.

Bauer und seine Mutter hatten fast alles verloren. Davon ausgehend stand für Dieter Bauer der Titel seines Buches schon fest, bevor er die erste Zeile seiner Lebensgeschichte ins Diktiergerät gesprochen hatte. Der Einschulung in der ehemaligen Landwirtschaftsschule in Vreden folgte nach achtjähriger Volksschulbildung eine Ausbildung zum Industriekaufmann in der Lederfabrik Reerink. Der Chef fuhr übrigens einen Mercedes 190 SL mit roten Ledersitzen. "Ich bewunderte das Auto mit meinen 15 Jahren maßlos", schreibt Bauer, und dass er damals dachte: "So etwas wirst du in deinem Leben nie besitzen".

"Getrieben von Ehrgeiz"

Weit gefehlt, Bauer fährt heute einen SLS des gleichen Autoherstellers. Auch ein Zeugnis davon, dass er immer und auch noch heute "getrieben von Ehrgeiz" ist, wie er selber den Schlüssel seines Erfolgs bezeichnet.

Tischtennis als Vereinsgründer beim TTF Vreden als Jugendlicher, heute noch Tennis - 14. der Rangliste des Deutschen Tennisbundes Herren 70 als höchste Platzierung - und natürlich Familie und erfolgreicher Unternehmer: Wer das Buch von Dieter Bauer in die Hand nimmt, der liest es am Stück, ohne es aus der Hand zu legen. Es fesselt, es ist die Lebensgeschichte eines Mannes, der alles selber in die Hand genommen und zum Erfolg geführt hat.

Enorme Entwicklung

Etwa seine Unternehmensgründung, eine Maschinenfabrik in Stadtlohn mit landwirtschaftlichen Einrichtungen und Transportgeräten. Oder die Umsiedlung des Unternehmens nach Südlohn und die enorme Entwicklung, die das Unternehmen mit der Entwicklung und Herstellung von Zusatzgeräten für Gabelstapler und heute auch für Sammelbehälter - beispielsweise für Glas, Papier oder Restmüll - dort seither genommen hat. Bauer hat für seine neue Halle an der Eichendorffstraße in Südlohn selber den Speis gemischt und Fundamente ausgeschachtet.

Und er musste für die Keimzelle seines Unternehmens "das erste und einzige Mal in meinem Leben einen Kredit aus Landesmitteln aufnehmen". Auch die Wendejahre und die Gründung eines zweiten Unternehmensstandortes in Halberstadt in Sachsen-Anhalt finden ihren Platz in der Biografie.

Schicksalsschläge

Der Vater von sechs Kindern ("Fünf Kinder und eine Firma") lässt in seiner Lebensgeschichte auch Schicksalsschläge nicht aus, wie etwa die eigene Krebserkrankung oder die schwere Erkrankung seines erst kürzlich verstorbenen Sohnes Dieter. Diese Dinge sind von besonderer Bedeutung für Dieter Bauer. Der hat nach seiner eigenen Erkrankung eine Stiftung gegründet, mit der er die Forschung von Krebsleiden und Mukopolysaccaridose (MPS) fördert und betroffenen Menschen und Familien hilft.

In dem Buch erzählt Dieter Bauer aber nicht nur seine Lebensgeschichte. Wer das Buch liest, muss es eigentlich zwei Mal lesen. Unter jeder Seite der Biografie finden sich ein paar Zeilen und Fotos, mit denen der Autor dem Leser erklärt, wie und was die Bauer GmbH in Südlohn herstellt. In diesen Erklärungen folgt der 75-Jährige dabei dem Weg des Materials.

Vor allem Erinnerungen

"Wenn ich durch unsere Werke gehe, sehe ich vor allem Erinnerungen" schreibt Dieter Bauer im Vorwort zu seiner Biografie. Und, dass ihm der Erfolg nicht in die Wiege gelegt, sondern "Aus dem Nichts" von ihm hart erarbeitet werden musste.

 

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