Henricus-Stift plant Fusion mit Caritasverband

Für Zukunft aufstellen

Aus einer anfänglichen Kooperation soll irgendwann eine Fusion werden. Diesen Weg will das Altenwohn- und Pflegeheim Henricus-Stift gemeinsam mit dem Caritas-Verband gehen.

SÜDLOHN

, 28.04.2017, 19:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der April ist für die Stiftung Henricus-Hospital irgendwie ein markanter Monat: Im April 1896 beginnen die Bauarbeiten für das Henricus-Hospital mit zunächst 25 Betten an der Bahnhofstraße. Im April 2017 stellt die Henricus-Stiftung wichtige Weichen, um sich zukunftssicher aufzustellen. Aus den einst 25 Krankenbetten sind nach der Umwandlung des Belegkrankenhauses 1982 102 Pflegeplätze im 1994 eingeweihten Henricus-Stift geworden, dazu Altenwohnungen und betreutes Wohnen.

Mitarbeiterversammlung, Kuratoriumssitzung mit den Vertretern des Caritasverbandes, Pressegespräch - für Verwaltungsleiter Jochen Albers ist der Freitag ein Tag, dem viele Gespräche und viel Vorbereitung vorausgegangen sind. Jetzt ist der Tag der Präsentation: Stift, Stiftung und Caritas wollen zusammenwachsen. "Das kann durchaus auch einen Wechsel in der Trägerschaft bedeuten", beschreibt Albers ein mögliches Ziel. Irgendwann, einen Termin will er noch nicht nennen. Zunächst geht es jetzt darum, im Rahmen einer Kooperation zueinander zu finden. Der zweite Schritt könnte dann der Übergang der Betriebsführung auf den Caritas-Verband sein.

Passender Partner

"Ich bin sicher, wir haben mit dem Caritas-Verband den passenden Partner gefunden", ist sich Jochen Albers sicher. Sein Ziel und auch das Ziel des Kuratoriums der Stiftung ist es, die Arbeitsplätze und die Pflegeplätze zu erhalten. Da setzen Albers und auch Südlohns Pastor Stefan Scho, der ist Vorsitzender des Caritasrates, dem Kontrollorgan des Caritasverbandes, auf dessen Erfahrung. Der Verband betreibt bereits mehre Altenpflegeeinrichtungen in der Region.

Wer heute ein Altenpflegeheim betreibe, müsse "in Verbünden denken", sagt Albers und nennt als Gründe für den Schritt zur Fusion die zunehmenden gesetzlichen Anforderungen, immer größerer Verwaltungsaufwand und nicht zuletzt den steigenden Kostendruck. Da könnten Synergieeffekte in größeren Einheiten einiges auffangen.

"Kleine Einheiten haben in der Zukunft keine Chance"

"Was uns in diesen Bereichen aufgebürdet wird, wird noch weiter zunehmen", bestätigt Bernhard Herdering, Vorstandssprecher des Caritas-Verbandes. Und: "Kleine Einheiten haben in der Zukunft keine Chance". Aber: "Es soll keine Übernahme sein, sondern eine Kooperation auf Augenhöhe", sagt sein Vorstandskollege Hans-Peter Merzbach.

Merzbach und Herdering betonen, dass sie das Henricus-Stift mit seinen rund 180 Mitarbeitern gut aufgestellt sehen und der Einstieg des Caritas-Verbandes "zunächst in Beratungsleistungen" zu sehen ist. Mitarbeiterverträge und auch die Heimverträge der Bewohner bleiben bestehen. "Das Haus bleibt in die Gemeinde integriert", betont Bernhard Herdering und knüpft an Jochen Albers' Hoffnung an, dass im Ort von dem Übergang nichts zu merken ist und der Charakter des Hauses erhalten bleibt.

Das Henricus-Stift

  • Im Jahre 1873 wurden Heinrich Schreven 2000 Taler und ein Grundstück gestiftet mit der Zweckbindung für die Errichtung eines Krankenhauses.
  • Am 21. April 1896 wurde mit den Bauarbeiten für das Krankenhaus Henricus-Hospital begonnen.
  • Die Stiftung Henricus-Hospital zu Südlohn unterhält heute: Das Altenwohn- und Pflegeheim Henricus Stift mit 102 Plätzen, davon 10 Kurzzeitpflegeplätze,31 Altenwohnungen,das „Betreute Wohnen“ St. Marienstift mit 13 Wohnungen und das „Betreute Wohnen“ St. Franziskushaus mit 26 Wohnungen, das „Café Porthook“ und den Service „Essen auf Rädern“.
  • In der Küche des Henricus-Stift werden täglich bis zu 600 Essen gekocht.
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