„Herz statt Kommerz“

Serie "Helden des Alltags"

„Begonnen hat alles mit einer Ordensschwester, die in Südlohn die pflegenden Angehörigen unterstützte. Als diese die Aufgaben nicht mehr weiterführen konnte, entstand um 1990 im alten Trauzimmer der Gemeinde eine kleine Sozialstation mit anfangs fünf Mitarbeitern – der ambulante Pflegedienst Caritas Südlohn.

SÜDLOHN

20.08.2017, 17:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Herz statt Kommerz“

Die Mitarbeiter der Caritas in Südlohn haben mit dem Vorsitzenden der Bürgerstiftung, Hubert Epping (ganz hinten) über ihre Arbeit gesprochen.

Hubert Epping, Vorsitzender der Bürgerstiftung Südlohn-Oeding, und Kristin Weßling, Studentin der Sozialarbeit und Berichterstatterin für die Serie in der Münsterland Zeitung, haben den Caritas in Südlohn besucht. Seit September 2016 ist die Caritas Südlohn eine eigenständige Station, welche zum Jahreswechsel in das neue Gebäude der Caritas am ehemaligen Standort des Haus der Vereine umzieht. Dort wird es im Erdgeschoss die Tagespflege geben, welche zurzeit in der Gemeinde nicht vertreten ist.

45 Mitarbeiter

Momentan sind 45 Mitarbeiter bei der Caritas in Südlohn beschäftigt. Tagtäglich erbringen diese Pflegefachkräfte, Arzthelferinnen und Pflegeassistenten in Südlohn und Oeding für 150 Patienten Leistungen wie die Grund- und Behandlungspflege, die Palliativpflege, die Familienpflege, die hauswirtschaftliche Versorgung, die Intensivpflege sowie Beratungen und Betreuungen. Bei all diesen Leistungen steht der Mensch im Mittelpunkt. „Wir nehmen uns Zeit für unsere Patienten und gehen auf ihre individuellen Bedürfnisse ein. Bei uns zählt Herz statt Kommerz“, berichten die Mitarbeiter. Besonders, weil nach dem Konzept der Bezugspflege – Zuordnung einer Pflegekraft zu einer bestimmten Gruppe Pflegebedürftiger – gearbeitet wird, entstehen starke Bindungen und Vertrauensverhältnisse zwischen Pflegekraft und Patienten. „Jeden Tag erfährt man Dankbarkeit dieser Patienten“, wissen die Pflegekräfte.

Trotz der Zufriedenheit, die von den Mitarbeitern ausgestrahlt wird, ärgern sie sich immer wieder über Vorurteile, mit denen sie konfrontiert werden. Markus Heitmann fasst zusammen, dass viele Vorurteile wie „Ihr fahrt den ganzen Tag doch nur durch die Gegend“ oder „Ihr schwingt doch nur den Waschlappen“ auf Grund mangelnden Wissens über die Berufe im Pflege- und Gesundheitswesen entstehen.

Arbeit oft unterschätzt

Von vielen Menschen werde besonders unterschätzt, dass es sich sowohl um physische als auch um psychische Arbeit handelt. „Auch das, was im Kopf passiert, geht auf den Rücken“, sind sich die Mitarbeiter einig. Die Mitarbeiter der Caritas wünschen sich, dass besonders junge Leute und vermehrt Männer mehr Bereitschaft für einen Beruf in der Pflege zeigen. Wichtig ist ihnen auch eine bessere Aufklärung über dieses Berufsfeld. Was oft fehlt ist auch Anerkennung: Viele Mitmenschen machen sich keinerlei Gedanken über die Pflege im Alter.

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