Hospizdienst lädt Professor Heller nach Südlohn ein, um den Tod näher ans Leben zu bringen

rnAmbulanter Paritätischer Hospizdienst

Jedes Jahr begleitet der Ambulante Paritätische Hospizdienst Menschen auf dem letzten Weg. Ein Vortrag soll auf diese Arbeit aufmerksam machen. Dazu kommt ein Professor aus Graz nach Südlohn.

Südlohn

, 14.01.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sterben gehört zum Leben. So einfach und plakativ dieser Satz auch klingen mag, so fern ist er im Alltag. Dagegen stemmt sich der Ambulante Paritätische Hospizdienst – auch in Südlohn und Oeding.

„Das Thema Tod führt bei vielen Menschen zu Hilflosigkeit“, sagt Gisela Damer. Sie ist seit einem knappen Jahr Koordinatorin der Hospizgruppe des Ambulanten Paritätischen Hospizdienstes in Südlohn, Oeding und Vreden.

Rund 35 Betreuungsfälle im Jahr

In den drei Gemeinden gibt es knapp 30 ehrenamtliche Mitglieder, die sterbende Menschen in ihren letzten Momenten im Leben begleiten. Pro Jahr sind das im Schnitt 30 bis 35 Fälle. Der Dienst kann dabei ganz unterschiedlich aussehen, wie Gisela Damer erklärt. „Der Ehrenamtliche bestimmt, wie er sich einsetzt“, sagt sie.

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Das könne von Gesprächen und Beratungen bis hin zu dem Moment reichen, in dem ein Mensch tatsächlich stirbt. „Ob man dann eine Hand hält oder einfach nur mit im Raum ist, kann man so generell gar nicht sagen“, erzählt die Koordinatorin. Das komme immer ganz auf den Einzelfall an.

Engagement der Ehrenamtlichen beginnt nicht erst mit dem Tod

Das Engagement der Ehrenamtlichen beginne aber meist viel früher. Etwa wenn der Tod eines Menschen zwar schon absehbar ist, aber längst noch nicht geschieht. Etwa um Angehörigen einmal eine kurze Auszeit zu verschaffen. „Beispielsweise kümmern sich die Ehrenamtlichen an einem Nachmittag um den Betroffenen, damit die Angehörigen einmal Zeit für sich haben“, erklärt Gisela Damer. Auch solche Momente seien für Angehörige wie auch die Sterbenden unheimlich wichtig.

Chemie zwischen Ehrenamtlichen und Betroffenen muss stimmen

Klar sei, dass die Chemie zwischen dem Ehrenamtlichen, dem Sterbenden und seinen Angehörigen stimmen müsse. Und klar sei auch, dass der erste Kontakt zwischen Betroffenen und dem Hospizdienst möglichst früh erfolgen soll. „Viele Menschen kennen das Netzwerk gar nicht“, erklärt Gisela Damer.

Neben der eigentlichen Begleitung Sterbender ist vor allem die Aufklärungsarbeit das Wichtige für den Verein. „Wir wollen die Menschen dazu ermuntern, sich das Thema Tod und Sterben überhaupt wieder zuzutrauen“, sagt sie.

Tod wird in der heutigen Gesellschaft verdrängt

Denn in der heutigen Gesellschaft werde das Thema Tod eben doch sehr stark verdrängt. Ein neuer Vorbereitungskurs für ehrenamtliche Mitarbeiter des Hospizdienstes ist in Südlohn gerade gestartet. Mit 20 Teilnehmern sei das dieses Mal sogar eine besonders große Gruppe.

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Doch sowohl der Hospizdienst als auch der Förderverein dahinter wollen das Thema noch stärker in Südlohn in die Öffentlichkeit tragen. „Bisher stand häufig Vreden im Vordergrund“, erklärt Hermann Nientiedt vom Förderverein Amparo. Deswegen haben die Organisatoren nun Südlohn in den Fokus genommen.

Prof. Dr. Andreas Heller kommt zu Vortrag nach Südlohn

Dazu haben sie Prof. Dr. Andreas Heller von der Karl-Franzens-Universität Graz nach Südlohn eingeladen. Der hatte zuletzt vor fünf Jahren im Schloss in Ahaus einen sehr gut besuchten Vortrag gehalten. „Das war eine wahnsinnig gute Veranstaltung“, schwärmt Hermann Nientiedt. Auch der Professor habe sich gerne daran erinnert und sei deswegen zu der jetzigen Veranstaltung sofort bereit gewesen.

Sein Vortrag in Südlohn wird unter dem Thema „Die Sorge und die Sorgen am Lebensende teilen“ stehen. Zunächst gibt es dort eine kurze Gesprächsrunde mit Ärzten, Vertretern vom Henricusstift sowie der Caritas und Mitarbeitern des Ambulanten Paritätischen Hospizdienstes.

Am Mittwoch, 15. Januar, laden die beiden Vereine zu dem Vortrag in die Gaststätte Terhörne, Weseker Weg 32, ein. Er beginnt um 19 Uhr. Anmeldungen sind nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.

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