Hund bringt Leben ins Henricus-Stift

SÜDLOHN Aufgeregt springt Romee aufs Bett und wedelt mit dem Schwanz, als von Uta Fischer sie freudestrahlend streichelt.

von Von Katrin Herbers

, 17.06.2009, 16:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Ich bin eine große Tierliebhaberin", sagt die 72-jährige Bewohnerin des Henricus Stifts, die umgeben von Stofftieren und Tier-Postkarten gerade einen Krimi liest, langsam. Das Sprechen fällt ihr schwer. Doch ihre leuchtenden Augen sprechen Bände - und bei dem West Highland Terrier, der seit Februar mit Frauchen Rita Möllenbeck das Seniorenheim besucht, braucht es keine Worte, nur Blicke.

"Ich bin eine große Tierliebhaberin", sagt die 72-jährige Bewohnerin des Henricus Stifts, die umgeben von Stofftieren und Tier-Postkarten gerade einen Krimi liest, langsam. Das Sprechen fällt ihr schwer. Doch ihre leuchtenden Augen sprechen Bände - und bei dem West Highland Terrier, der seit Februar mit Frauchen Rita Möllenbeck das Seniorenheim besucht, braucht es keine Worte, nur Blicke.

Wesenstest nötig

Während einige Hundebesitzer in Kindergärten oder Schulen zu Gast sind, geht die Burloerin zwei Mal im Monat ehrenamtlich für den Malteser-Hilfsdienst mit ihrer quirligen Hündin durch die Aufenthaltsräume und manche Zimmer des Henricus Stifts - wie bei Uta Fischer. Ein Besuchstag von Romee, ohne dass die Hündin bei ihr vorbeischaut? Für die Frau undenkbar. "Ich habe mit ihr in einer Hundeschule einen Wesenstest absolviert. Dabei musste sie zeigen, dass sie auf Kommandos hört und sich ordentlich benimmt", schildert die 64-Jährige Romees Weg zum Besuchshund.

Dann geht es weiter: "Schnucki, komm her", lockt eine Frau an einem Holztisch und erzählt von der eigenen Hündin Kessi. Und Romee kommt, lässt sich streicheln und zeigt kleine Kunststückchen. "Das ist enorm, wie die Bewohner sich öffnen, wenn der Hund kommt", meint Pflegedienstleiter Otger Könning. "Da kommen viele Erinnerungen hoch, über die die Menschen dann reden", weiß auch Rita Möllenbeck. Auch Bewohner, die nicht gut sprechen können, kämen ins Erzählen. Die positive Wirkung von Tieren auf die Psyche sind vor Ort bekannt: Nicht nur Vögel hält das Henricus-Stift, auch Meerschweinchen, Ziegen, Hühner, Rehe, Streifenhörnchen und Pfaue sind dort Zuhause - alle liebevoll umsorgt von Schwester Ansgara. "Viele Bewohner gehen täglich raus, um sie zu beobachten. Tiere haben bei uns schon viel bewegt", so Könning.

Augen strahlen

Überlegungen der Heimleitung, selber einen Hund anzuschaffen, seien verworfen worden. Mit den Besuchen der fünfjährigen Hündin muss doch nicht ganz auf einen Vierbeiner verzichtet werden. "Die Augen der Menschen strahlen, wenn wir kommen. Da gehe ich mit einem guten Gefühl nach Hause", schildert Möllenbeck ihre Motivation. Und auch ihrem weißen Wollknäuel bereiteten die Besuche Spaß. Immer wenn sie das gelbe Halstuch mit dem Emblem der Malteser hervorholt, springt Romme auf - statt im Körbchen liegen zu bleiben, was auch schon mal passiere, wenn es zum Spaziergang nach draußen gehen soll.

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