Immer mehr Kunden nutzen bargeldlose Zahlungsmittel

Mit Plastik bezahlt

Abschaffung des Bargelds? Ein Gespenst, das vor einiger Zeit durch Nachrichten und Stammtischgespräche geisterte. Doch auch wenn immer häufiger zum Plastikersatz für das Bargeld gegriffen wird, Scheine und Münzen haben längst noch nicht ausgedient.

Südlohn

, 13.07.2016, 17:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Einkaufen, bis die Karte glüht: In Südlohn und Oeding wird immer häufiger per Karte gezahlt. Im Modehaus Hollad inzwischen sogar bei bis zu 90 Prozent aller Käufe.

Einkaufen, bis die Karte glüht: In Südlohn und Oeding wird immer häufiger per Karte gezahlt. Im Modehaus Hollad inzwischen sogar bei bis zu 90 Prozent aller Käufe.

In den beiden Teilen der Gemeinde ergibt sich ein gemischtes Bild. "Bis zu 90 Prozent meiner Kunden zahlen per Karte", sagt Christoph Hollad, Geschäftsführer des gleichnamigen Modehauses an der Bahnhofstraße. Das sei auch völlig unabhängig vom Alter. Für ihn ist das eine Frage der Bequemlichkeit: "Die Kunden müssen vorher nicht zur Bank laufen und haben kein überflüssiges Bargeld im Portemonnaie, wenn sie doch nichts gefunden haben."

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Ausgaben genau im Blick

Die Kartenzahlung sei deswegen aber noch lange kein Grund für höhere Ausgaben. "Die Kunden haben genau im Blick, was sie ausgeben. Vor allem die Älteren", erläutert Christoph Hollad weiter. Einzig die Jüngeren würden schon einmal etwas mehr ausgeben. Die gingen aber auch nicht Einkaufen, sondern Shoppen. Ein Unterschied: "Für die ist das Einkaufen selbst schon ein Erlebnis", so Hollad. Etwas größer ist der Anteil der Barzahler bei der Westfalen-Tankstelle in Oeding. "Ungefähr zwei Drittel zahlen per Karte", überschlägt Christian Albers.

Im Rathaus wird überwiegend bar bezahlt

Im Rathaus wird derweil noch überwiegend in bar gezahlt: Nur ungefähr ein Drittel der Bürger zahlen im Bürgerbüro anfallende Gebühren per Karte. "Allerdings mit zunehmender Tendenz", erklärt Werner Stödtke von der Gemeindeverwaltung auf Nachfrage. Ähnlich sieht es beim Edeka-Markt aus: "Ungefähr ein Drittel der Kunden zahlt per Karte", heißt es von dort. Von den Supermärkten in Oeding war gestern auf Nachfrage zum Zahlungsverhalten der Kunden nichts zu erfahren.

Blumen sind Bargeschäft

Nur drei oder vier Kartenzahlungen pro Tag muss hingegen Kornelia Kämer, Geschäftsführerin bei Extravaganz-Floristik, verarbeiten. "Wer Blumen kauft, hat das Geld in der Regel bar dabei", sagt sie. Als Serviceleistung seien aber eben auch bargeldlose Zahlungen möglich. Bei größeren Rechnungsposten - etwa bei einer Wohnberatung - komme das dann eben schon einmal vor. Fast nie wird demnach der Blumenschmuck für eine Hochzeit per Karte bezahlt: "Das zahlt meistens der Bräutigam. Und der hat das Geld in der Regel bar in der Tasche."

 

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