In einem Meer aus roten Blüten

Gärtnerei Westhoff

Während sich in den Supermärkten die Regale immer mehr mit weihnachtlichen Gebäck und Süßigkeiten füllen, sind in der Oedinger Gärtnerei Westhoff die ersten Weihnachtssterne noch nicht ganz fertig. Ein paar Tage werden sie noch von Gärtner Arno Zeelen (51) gepflegt, bevor es nächste Woche auf die Reise in die Wohnzimmer geht.

OEDING

, 20.10.2015, 18:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

850000 Weihnachtssterne (Poinsettie) stehen in den Gewächshäusern im Fresenhorst in verschiedenen Stadien. Die erste Charge, die bereits jetzt im kräftigen Rot leuchtet, geht nächste Woche an deutsche Supermarktketten. Die letzten Pflanzen, die jetzt noch komplett grün sind, verlassen Oeding in der Woche vor Weihnachten.

"95 Prozent sind rot. Sonderfarben, wie sie zwischendurch mal in Mode waren, sind nicht mehr so gefragt", erklärt Geschäftsführer Christian Westhoff (43) im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Übrigens sind es nicht die Blüten, die farbig sind, sondern die jüngsten Blätter der Pflanze.

Heimat Afrika

Seit Mitte Juli stehen die Weihnachtssterne in Oeding. Doch dann haben sie schon einige Kilometer hinter sich gebracht. "Bereits im Januar werden in Afrika die Mutterpflanzen kultiviert und sogenannte Stecklinge gezogen", erklärt Westhoff. Mitte Juni kommen diese Stecklinge für einige Tage nach Kenia oder Äthiopien, wo sie zu Jungpflanzen herangezüchtet werden.

Danach fliegen sie per Luftfracht nach Deutschland und werden bei Westhoff in drei verschiedenen Größen getopft und für den Verkauf großgezogen. Westhoff betont, dass die ausländischen Betriebe alle sozialen Standards erfüllen und regelmäßig zertifiziert werden. "Vor zehn Jahren sah das leider noch anders aus", so Westhoff.

Pflanze feucht halten

"Die Pflanze kommt ursprünglich aus Mexiko und hat es gerne schön warm", erklärt Arno Zeelen. Im Gewächshaus herrscht daher ein schwülwarmes Klima zwischen 18 und 22 Grad bei etwa 82 Prozent Luftfeuchte.

Für zuhause rät er, der Pflanze viel Licht zu geben den Boden feucht, aber nicht nass zu halten. Und: "Trockene Luft ist gar nicht gut, dann gehen die Pflanzen kaputt." Vom Bestäuben mit Wasser rät Zeelen jedoch auch ab. "Das gibt gelbe Flecken auf den Blättern. Besser ist, eine Tasse Wasser mit auf die Fensterbank zu stellen", so der Gärtner.

Automatische Bewässerung

In der Großgärtnerei laufen Klimatisierung und Bewässerung automatisch. "Wir fangen Regenwasser auf, mit denen wir die Blumen feucht halten", so Zeelen. Wer daheim Wasser aus der Regentonne zum Gießen nimmt, sollte warten, bis es auf Zimmertemperatur ist. "Kaltes Wasser bekommt den Blumen sonst nicht."

Das Geschäft mit der Poinsettie ist für Christian Westhoff kein Profitgeschäft. "Die Aufzucht ist sehr anspruchsvoll. Die Hallen müssen bald beheizt werden, da bleibt am Ende nicht viel über", so der Unternehmer. Für ihn ist es eine Auslastung des Betriebes und die Garantie für die 60 Mitarbeiter, auch in der Nebensaison beschäftigt zu sein. Bis Weihnachten müssen die Blumen verkauft sein, "danach werde ich die nicht mehr los", so Westhoff.

15 Millionen Pflanzen

Die Oedinger Firma Westhoff beliefert Supermarkt- und Baumarktketten sowie Versandgärtnereien. Mehr als 15 Millionen Pflanzen verlassen jährlich die Gärtnerei in Fresenhorst.

Die Gewächshäuser erstrecken sich über 200 000 Quadratmeter. Rund 25 Millionen Liter Regenwasser kann die Gärtnerei auffangen und für die Bewässerung einsetzen.

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