Integrationshelfer wollen Flüchtlingen zur Seite stehen

Neuer Verein geplant

Über 100 Flüchtlinge sind zurzeit in der Jakobi-Halle untergebracht. Menschen, denen ein "Integrationshelfer" zur Seite stehen sollte. Das meint der Oedinger Thomas Jansen - und will dafür einen Verein gründen.

OEDING

, 20.11.2015, 18:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 20 Menschen haben sich bereits in Oeding zusammen gefunden, die den neuen Verein gemeinsam aus der Taufe heben wollen. Am Donnerstag, 26. November, soll die Eintragung ins Vereinsregister erfolgen.

Einen Namen gibt es noch nicht, wohl aber eine Idee: Menschen, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge engagieren wollen, sollen sich mithilfe dieses Zusammenschlusses besser organisieren können.

Vorteile als Verein

"Das Volumen der ehrenamtlichen Arbeit hat ein Ausmaß erreicht, das die Eigenständigkeit als eingetragener Verein rechtfertigt", sagte Thomas Jansen. Zudem sei man auf Sach- und Finanzspenden angewiesen. Jansen sieht Vorteile darin, als eingetragener Verein zu agieren: "Man hat ein besseres Auftreten in der Öffentlichkeit, im Umgang mit Behörden und eventuellen Sponsoren. Man hat auch die Möglichkeit, Spenden in Empfang zu nehmen und als solche zu quittieren".

Praktische Hilfe

Gekommen ist der Einfall zur Vereinsgründung bei einem Treffen des Arbeitskreises für Toleranz gegen Rechts. Anders aber als der Arbeitskreis möchte der zukünftige Verein keine politische Arbeit leisten, sondern sich vielmehr praktisch betätigen. Die Freiwilligen wollen Flüchtlinge unterstützen, etwa bei Behördengängen oder Arztbesuchen. "Integrationshelfer sollen Ansprechpartner für Flüchtlinge sein", so Jansen.

Gemeinsam mit seiner Frau Beate betreut der engagierte Oedinger bereits sieben Männer aus Afghanistan, lädt sie zu sich nach Hause zum Kaffee ein und gibt ihnen so ein Stück Normalität. "Es geht schon damit los, dass man einfach da ist", betont Jansen.

Dieser Leitgedanke soll ein Teil der Satzung sein, die Jansen bereits formlos aufgesetzt hat:"Zweck des Vereins ist die Integration von Menschen anderer Nationalität, hierbei besonders Flüchtlingen, Betreuung von Hilfsbedürftigen, besonders asylsuchenden Menschen, die von Krieg, Folter, ethnischer oder religiöser Intoleranz bedroht sind", heißt es in dem Entwurf der Vereinssatzung.

"Integrationsstübchen"

Neben der praktischen Arbeit möchte der Verein auch ein so genanntes "Integrationsstübchen" ins Leben rufen.

In den möglichen Räumlichkeiten soll eine Begegnungsstätte für Flüchtlinge und Bürger eingerichtet werden, in der Kaffee und Kuchen zu Selbstkostenpreisen angeboten werden. So soll buchstäblich Raum geschaffen werden, um ein soziales Miteinander zu ermöglichen. Auch die Kleiderausgabe in Oeding soll dem Café angeschlossen werden, um Asylsuchende zentral versorgen zu können.

Zudem suche man eine Alternative zum aktuellen Standort, denn sowohl das Lager für die Vorsortierung der Kleiderspenden als auch der Ausgabeort seien nur Übergangslösungen. Vorsortierung und Ausgabe sollen zentralisiert werden. Die Resonanz sei bereits gut. "Viele wollen sich engagieren und wissen nicht, wohin. Wir wollen eine zentrale Anlaufstelle sein, die die Arbeit vor Ort koordiniert", so Jansen.

Jeder der mitmachen möchte, sei willkommen. Informationen bei Thomas Jansen unter Tel. (02862) 5074.

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