Irrungen und Wirrungen bei der Rallye

OEDING «Wo geht's lang?», fragt sich jeder einmal irgendwann im Leben, wenn sich eine Weggabelung im übertragenen Sinn auftut. Auf der Dorfrallye der KAB im Rahmen des Ferienspaßes war diese Frage aber «nur» wörtlich zu verstehen.

09.07.2007, 19:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

«Lasst uns erst den Zettel noch einmal lesen», brüllt die zehnjährige Ina ihren sieben vorpreschenden Mitstreiterinnen lauthals nach. Schließlich ist das doch kein Wettrennen, sondern ein Orientierungswettkampf, bei dem aber auch Geschicklichkeit und Gehirnschmalz vonnöten ist.

Zu spät: Annette (9) nimmt trotzdem reißaus - als eine Art Spähtrupp der acht Zweit- bis Fünftklässler. «Hier ist was!», kommt es aus einigen hundert Metern Entfernung zurück. Glück gehabt - die gesuchte «Little England Bridge» über dem Wäpelsgraben. Aber von wem ist die Sitznische für rastende Ausflügler? Rätselndes Suchen auf der Hinweistafel bis der Rat kommt: «Guck' mal nach oben!» Und siehe da: «Heimatverein Oeding» steht ganz groß auf dem Schild. Als Heranwachsender ist das ein Lerneffekt jenseits der Augenhöhe und des normalen Sichtfeldes.

Aber los zur nächsten Disziplin: Johannes Vierhaus' Kopf will schließlich mit einem nassen Schwamm getroffen werden. Klappt nicht so ganz nach Plan. Gnädig, haben doch alle die vergangenen Tage genug Wasser von oben bekommen. Jetzt aber auf zu Franz-Josef Schulten: Paar-Sackhüpfen. Das Ergebnis ist so gut wie perfekt: 14 von 15 Punkten - in Schulnoten bestimmt eine glatte Eins.

Weg ist das Ziel

Trotzdem ein enttäuschtes «Oah» mit langen Gesichtern und Verhandlungsbedarf. Schulten bleibt mit milder Strenge hart aber fair: «Feilschen gibt's nicht!» Weitere Stationen warten. Aber «wo müssen wir lang?» Hilfe suchend wenden sich die Mädchen an Betreuerin Gudula Terstegge. Die meint nur schulterzuckend: «Eigentlich bin ich gar nicht da. Wir dürfen ja nicht helfen.» Denn Selbstständigkeit ist gefragt.

«Klingeling» ertönt es plötzlich von einem hinterdrein fahrenden Zweirad. Mitorganisator Harald Sander schaut nach dem Rechten. «Die erste Gruppe hat sich schon verirrt», vermeldet er. Und so geht es mit der einen oder anderen kleinen Hilfe auf den richtigen Pfad - und zum Dosen- und Basketballwerfen. So war am Ende der Weg das Ziel und Spaß mit Urkunde, Getränken sowie Bockwürstchen im Brot die Belohnung. Tobias Kempkes

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