Jäger wegen Schwarzwild- und Fasanenbestand besorgt

Hegeringsversammlung

Bei der Jahreshauptversammlung mit Gehörnschau im Saal des Burghotels Pass in Oeding ging es vor allem um Sorgen und Nöte der Jägerschaft: Sicherheit, Nachwuchs, Schwarzwild- und Fasanenbestand.

SÜDLOHN

29.03.2016, 18:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Sammeln der Jäger" und "Aufbruch zur Jagd": Mit diesen Signalen eröffnete die Anfängergruppe der Jagdhornbläser unter Leitung von Alexandra Upgang stimmungsvoll die Jahreshauptversammlung des Hegerings Stadtlohn-Südlohn-Oeding.

Trotz Kritik der Jäger in der Öffentlichkeit sei die Zahl der Jagdscheinanwärter auch in diesem Jahr erfreulicherweise stark ansteigend, konnte der stellvertretende Vorsitzende der Kreisjägerschaft Borken, Heinrich Lefert, den Mitgliedern des Hegerings berichten. So werden derzeit im Nordkreis 25 und im Südkreis 41 angehende Jungjäger und -jägerinnen auf das grüne Abitur vorbereitet.

Viel Schwarzwild

Das starke Schwarzwildvorkommen habe sich jetzt verstärkt entlang der niederländischen Grenze von Vreden-Wennewick bis Gronau verlagert, und richte dort großen Schaden in der Landwirtschaft an, berichtete Lefert weiter. Vor allem der milde Winter habe die Bestände explosionsartig ansteigen lassen. Auch bestehe eine große Seuchengefahr durch die vielen Wildschweine, so Lefert.

Derzeit soll versucht werden, durch revierübergreifende, gemeinsame Bejagung auf deutscher und niederländischer Seite den Wildschweinbestand auf ein erträgliches, normales Maß zu bringen.

Rückgang bei Insekten

Lefert sprach den besorgniserregenden, seit Jahren immer weiter zurück gehenden Fasanenbestand an. Seit einigen Jahren befasst sich die Uni Hannover mit der Ursachenforschung für den Rückgang. Eine Hauptursache ist der starke Rückgang der Mücken und Kleininsekten. Diese sind für die jungen Fasane in den ersten Lebenstagen lebensnotwendig. Ohne dieses hochwertige tierische Eiweiß können die Küken nicht überleben.

Polizeihauptkommissar Karl Ludwig Möllmann von der Waffenbehörde Borken referierte über die sichere Aufbewahrung von Waffen und Munition nach dem neuen Waffengesetz. Hegeringleiter Ulrich Behmenburg lobte das verantwortungsbewusste Verhalten der Jäger im Hegering, mit Blick auf den starken Rückgang des Niederwildes. Viele Revierinhaber hätten gar nicht oder nur in kleinem Rahmen gejagt.

Gehörnschau

Fast alle Reviere haben sich an der Gehörnschau beteiligt und die Gehörne der Bewertungskommission (Rudolf Enning- Harmann, Hermann Schulze Besseling, Herbert Honekamp) vorgelegt. Die Bronzemedaille erhielt Konrad Icking Thering für einen etwa sechs Jahre alten Bock mit 281 Gramm Gehörngewicht aus dem Revier Oeding III, Silber Michael Kettermann für einen gleichaltrigen Bock mit einem Gehörngewicht von 287 Gramm aus dem Revier Wellschlatt.

Die Goldmedaille erhielt Markus Schulze Wehninck Siebing für einen Bock mit 295 Gramm aus der Eigenjagd Schulze Wehninck Siebing.

Ehrennadeln

Die bronzene Bläsernadel für besondere Verdienste um das Jagdhornblasen erhielten Jochem Sommer, Hubert Hemker und Heiner Wolbert. Goldene Treuenadel für 60 Jahre Mitgliedschaft: Bernhard Claushues, Günter Hovest-Engberding und Heinrich Lichtendahl.

Silberne Ehrennadel (40 Jahre): Otger Kahmen, Erich Picker, Ludger Schlüter, Udo Schulze Hessing, Josef Vennekamp, Heinz-Werner Hessling, Heiner Demes und Norbert Demes. Bronzene Treuenadel (25 Jahre): Hubert Reimering.

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