Jecken finden eine neue Heimat für den Kappenball

Reithalle Pingelerhook

Fast wäre er ausgefallen, der traditionelle jährliche Kappenball der Oedinger Kappenball-Karnevalsgesellschaft.

OEDING

11.01.2016, 17:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der bisherige Ort, an dem alljährlich die närrischen Raketen gestiegen sind und die Funkenmariechen ihre Beine geschwungen haben, die Jakobihalle, ist zurzeit als Flüchtlingsunterkunft belegt und kann in diesem Jahr für die karnevalistische Großveranstaltung nicht genutzt werden.

Durch einen Kraftakt zwischen der Karnevalsgesellschaft, dem Reit- und Fahrverein Oeding, dem Bauernschützenverein Oeding-Nichtern und der Gemeinde kann die Traditionsveranstaltung jetzt doch am 30. Januar stattfinden. Ort des närrischen Treibens wird die Reithalle im Pingelerhook.

Umbau läuft

Es sieht noch chaotisch aus, in der Reithalle. Denn von einem Pferdeplatz mit weichem Sandboden bis zu einem Festsaal für eine Großveranstaltung mit bis zu 600 Feiergästen ist es noch ein langer Weg. "Wir müssen als Vereine zusammenrücken. Jeder hilft Jedem", war die Reaktion des Vorsitzenden des Reit- und Fahrvereins, Jürgen Petershagen, als er von dem drohenden Ausfall des beliebten Kappenballs erfuhr. Sofort wurde die Halle als Alternativ-Festort angeboten.

Alle im Karnevalsverein waren sich auf einer Mitgliederversammlung einig: "Wir können das nur schaffen, wenn alle an einen Strang ziehen", berichtet Petershagen. Vierzig freiwillige Helfer boten sich sofort für die zusätzlichen Arbeiten an und haben dafür zum Teil sogar Urlaub genommen.

Neuer Fußboden

Wie macht man also aus einem Sandboden für Pferdehufe einen festen Boden für die Festveranstaltung einer Karnevals-Gesellschaft? Klar, mit Hilfe des Bauernschützenvereins Oeding-Nichtern. Bernd Westhoff und Theo Terschluse kamen mit ihren Helfern und Treckern, ebneten den Sandboden und verlegten die beim Schützen-Verein vorhandenen Fußbodenbretter. Die werden normalerweise in der Halle ausgelegt, wenn der Schützenverein dort sein jährliches Schützenfest feiert.

Von der Veranstaltungshalle im Ortskern zur Reithalle in der Mitte des Gemeindegebietes in der Bauerschaft Pingelerhook: Der Weg dorthin ist zwar nicht gerade weit, doch auch dafür gibt es bereits eine bequeme Lösung. Bürgermeister Christian Vedder und Amtsleiter Werner Stödtke organisieren für den Kappenball Ende Januar einen kostenlosen Buszubringer. Das berichteten die beiden Männer aus dem Rathaus am Freitagabend bei einer Begehung der Reithalle.

Noch ein riesiger Aufwand

Ist damit alles getan und vorbereitet? Nein. Toiletten für die Gäste müssen noch organisiert, Heizung und Strom für die Halle, Parkplätze und Sicherheitsservice bereitgestellt werden, die Bewirtung und, und, und … "Es ist schon ein riesiger Aufwand für viereinhalb Stunden Programm, ein kleines Mammut-Projekt, aber wir tun es sehr gern", sind sich die KKG-Vorsitzenden Frank Mümken und Thomas Weddeling sowie Präsident Christoph Steinberg einig.

Denn der Kappenball ist eine Traditionsveranstaltung, und die muss einfach jedes Jahr stattfinden, egal wie. Dieses Versprechen schweißt die Vereine zusammen.

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