Die Tür des Cliquencontainers am Bauhof in Südlohn ist herausgebrochen. Das Jugendwerk hat ihn aufgegeben, weil das Angebot nicht mehr genutzt wird. Demnächst wird er abgerissen.

Südlohn

, 22.08.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Cliquencontainer an der Zufahrt zum Bauhof in Südlohn gibt gerade ein sehr trauriges Bild ab. Die Tür ist herausgebrochen, der Container ist leergeräumt, auf dem umliegenden Areal liegt Unrat herum. Waren hier Einbrecher am Werk?

„Nein“, erklärt Markus Wellermann, Leiter des Jugendwerks Südlohn-Oeding. Das Jugendwerk hat den Container aufgegeben.

Cliquen sind für Jugendarbeit im Container zu alt geworden

Einerseits hat sich das Konzept für die Jugendarbeit geändert. Andererseits ist die Jugendclique, die den Container zuletzt genutzt hat, älter geworden. „Die haben sich da zwar immer noch getroffen, sind aber zuletzt schon mit ihren eigenen Autos dorthin gefahren“, erzählt der Jugendwerks-Leiter. So weit eigentlich kein Problem, nur ist es eben nicht mehr die Aufgabe des Jugendwerks, sich darum zu kümmern. „In dem Alter sind die jungen Erwachsenen eben einfach nicht mehr unser Beritt“, sagt Markus Wellermann.

Jugendwerk setzt auf neues Konzept für mobile Jugendarbeit und reißt Cliquencontainer ab

Die Tür ist heraus gebrochen, rund um den Container laden Unbekannte auch immer wieder illegal Müll ab. © Stephan Teine

Deswegen sei es auch für das Jugendwerk schwierig geworden, diese Treffen zu kontrollieren. „Und Dinge, die wir nicht kontrollieren können, wollen wir auch nicht anbieten“, sagt er.

Neues Konzept für Arbeit außerhalb von „Oase“ und „Tipi“

Mit Christina Dogan hat im vergangenen November beim Jugendwerk Südlohn-Oeding eine neue Sozialarbeiterin für die mobile Jugendarbeit angefangen. Gleichzeitig wurde aus der aufsuchenden Jugendarbeit die mobile Jugendarbeit. Das sei zwar erst einmal nur eine andere Begrifflichkeit, soll aber dennoch einen leicht anderen Fokus setzen. „Wir wollen die Jugendlichen, die nicht in unsere Jugendhäuser kommen, dort auffangen, wo sie sich treffen“, erklärt Markus Wellermann.

So sollen sie noch stärker als bisher in die Arbeit einbezogen werden. Gleichzeitig wirke die mobile Jugendarbeit auch über die Grenze hinaus, um auch dort mögliche Treffpunkte mit auf dem Schirm zu haben.

Erste Ansprechpartner auch für Anwohner

Diese mobile Jugendarbeit soll die Jugendlichen, die irgendwo im Ort „abhängen“, beispielsweise auf den Schulhöfen, ansprechen und ihnen Angebote machen. Gleichzeitig sei Christina Dogan auch erste Ansprechpartnerin für Anwohner, die sich beispielsweise von einer Jugendclique gestört fühlen. Auch das sei etwa rund um den Schulhof der von-Galen-Grundschule immer mal wieder Thema. „Solche Anrufe sind auch schon auf dem Bereitschaftstelefon der Südlohner Verwaltung aufgelaufen. Aber da sind sie ja eigentlich falsch“, erklärt Markus Wellermann.

Container soll in naher Zukunft abgerissen werden

Und was passiert jetzt mit dem Container? „Den wollen wir in der nächsten Zeit entsorgen lassen“, so Markus Wellermann. Denn auch der Zustand des ehemaligen Lkw-Aufliegers lässt keine neue Nutzung mehr zu. „Der ist sehr baufällig und von innen auch schon teilweise verschimmelt“, erklärt Wellermann.

Jugendwerk setzt auf neues Konzept für mobile Jugendarbeit und reißt Cliquencontainer ab

Der Container ist schon ausgeräumt. Weil er baufällig ist und auch von innen stellenweise schon schimmelt, lohnt es sich nicht, ihn zu sanieren. © Stephan Teine

Zusätzlich hatten Unbekannte die Fläche immer wieder genutzt, um illegal Müll zu entsorgen. „Wir haben gerade erst eine Menge Sperrmüll dort abgefahren“, so der Jugendwerk-Leiter weiter. Kurze Zeit später war dort aber schon wieder Müll abgeladen worden. „Wir wollen diesen Schandfleck so schnell es geht beseitigen und sind dazu schon im Gespräch mit mehreren Recycling-Unternehmen“, sagt Markus Wellermann. Wie lange das aber am Ende noch dauere, könne er noch nicht sagen. Schließlich sei der ehemalige Cliquencontainer ja ein sehr großes und massives Stück. Dafür müsse ja jemand mit schwerem Gerät anrücken.

Sehr gute Idee, die sich aber überholt hat

Den Container aufzugeben, sei dennoch keine leichtfertige Entscheidung gewesen. „Den hat damals ja noch Winfried Laurich aufgestellt“, sagt Markus Wellermann. Damals sei das eine sehr gute Idee gewesen, die ja auch über Jahre ausgezeichnet funktioniert habe. Dennoch müsse man eben gewisse Dinge aufgeben, wenn sie sich überholt haben. Damit wird der letzte Cliquencontainer in den beiden Orten aufgelöst. „Am Feuerwehrgerätehaus in Oeding gibt es zwar noch einen Jugendcontainer, der läuft aber nicht unter dem Dach des Jugendwerks“, erklärt Markus Wellermann.

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