Junge Nachwuchs-Lohnunternehmer mähen Gras im Eschlohn

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Sommerferien. Zeit zum Nichtstun? Nicht für neun Jungen aus Südlohn und Oeding. Sie sind in diesen Tagen schwer beschäftigt: Schließlich muss das Gras gemäht werden.

Südlohn

, 01.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es dröhnt im Eschlohn. Doch es ist nicht das laute Motorengeräusch großer Ackermaschinen. Es sind deutlich kleinere Motoren, die an diesem Nachmittag die Stille durchbrechen. Es klingt mehr nach Rasenmähermotoren und vielleicht die ein oder andere kleine Dieselmaschine.

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Tatsächlich sind auf einer Wiese, ein Stück abseits der öffentlichen Wirtschaftswege, gleich mehrere kleine Maschinen bei der Arbeit: mehrere Aufsitzmäher, ein kleiner Traktor mit Anhänger und ein Einachs-Schlepper. Am Steuer sitzen Leo Tecker (12), Hendrik Robers (12), Leonard Thiemann-Gehling (13), Felix Schulte (11), Lutz Eßeling (13), John Wansing (13), Lukas Schulte (14) und Jonas Icking (13). „Wir machen das einfach aus Spaß“, erklärt John Wansing.

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Junge Nachwuchs-Lohnunternehmer mähen Gras im Eschlohn

Das Gras zwischen den Bäumen auf einer Wiese in der Nachbarschaft mähen sie seit Jahren. Genau kann es keiner sagen, aber sieben Jahre seien es bestimmt schon. Anfangs noch mit Kettcar und Anhänger, seit zwei Jahren ist die Gruppe motorisiert. Für die Aktion haben sie ihr Nachtlager auf dem Hof Thiemann-Gehling aufgeschlagen. Von dort kommen sie auch gerade – es war schließlich Mittagspause.

Gruppenbild mit Maschinen: Die neun Freunde aus Südlohn und Oeding haben die Grasernte geschafft – kurz bevor der große Regen kam.

Gruppenbild mit Maschinen: Die neun Freunde aus Südlohn und Oeding haben die Grasernte geschafft – kurz bevor der große Regen kam. © Stephan Teine

„Das ist mittlerweile eine regelmäßige Aktion in den Ferien“, sagt Ingrid Thiemann-Gehling. Essen gibt es immer mittags, und zwar: „Was auf den Tisch kommt.“ Von morgens bis abends sind die Jungen auf der Wiese unterwegs. Abends fallen sie dann todmüde auf die Matratzen in einem Schuppen. „Das ist ja das Schöne auf dem Land“, ergänzt sie.

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Kurz hätten sie noch überlegt, ob das Mähen in diesem Jahr wegen des Coronavirus ausfallen müsse. Aber durch die Lockerungen sind ja seit einiger Zeit wieder Treffen von bis zu zehn Personen erlaubt. Die Grenze hält die neunköpfige Gruppe ein. „Und wir wissen ja auch, wer hier ist“, sagt sie.

Freundeskreis arbeitet wie ein Uhrwerk

Zurück auf die Wiese: Der Freundeskreis aus Südlohn und Oeding funktioniert dort wie ein gut geöltes Uhrwerk: Mähen und Aufladen – die Kolonne fährt in enger Formation über die Wiese. Auch die Verständigung – teils mit Zeichen, teils gegen die Motoren angebrüllt – klappt problemlos.

Zwischen den Bäumen auf einer nahegelegenen Wiese arbeiten sich die Jungen in Windeseile vorwärts. Ganz wie bei den großen Landmaschinen kommt es vor allem darauf an, zusammen zu arbeiten.

Zwischen den Bäumen auf einer nahegelegenen Wiese arbeiten sich die Jungen in Windeseile vorwärts. Ganz wie bei den großen Landmaschinen kommt es vor allem darauf an, zusammen zu arbeiten. © Stephan Teine

Die Hänger sind nach wenigen Minuten voll. Also führt der nächste Weg zum eigens angelegten Silo. Dort führt der 14-jährige Lenni Kemper das Kommando. Mit seinem Radlader schiebt er das gemähte Gras zusammen. Die jungen Traktorfahrer rangieren dabei genauso selbstverständlich mit ihren Gespannen wie die großen Vorbilder.

Rangieren wie bei den Profis

Der Beobachter kann da nur staunen. Er konnte zwar im vergangenen Jahr einige Erfahrungen auf einem alten Deutz-Traktor sammeln, Gespann-Fahren bleibt ihm aber immer noch ein Buch mit mindestens sieben Siegeln. Noch dazu auf so engem Raum.

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In Windeseile sind Anhänger und Mähkörbe ausgeladen. Das Silo ist wieder ein Stückchen gewachsen. Einen Abnehmer haben sie für das gemähte Gras auch schon: Ein Milchviehbetrieb aus der Nachbarschaft will es abnehmen.

Für ein Gruppenbild stellt sich die Nachwuchs-Kolonne eben schnell noch zusammen. Dann haben sie aber keine Zeit mehr. Die Grasernte soll schließlich noch vor dem angekündigten Regen abgeschlossen werden.

Die Ernte wird natürlich fachmännisch zu einem Silo aufgeschüttet. Ein Milchviehbetrieb aus der Nachbarschaft hat schon Interesse daran angemeldet.

Die Ernte wird natürlich fachmännisch zu einem Silo aufgeschüttet. Ein Milchviehbetrieb aus der Nachbarschaft hat schon Interesse daran angemeldet. © Stephan Teine

Und ein Hof aus der Nachbarschaft hat auch schon Interesse an den Diensten der Nachwuchs-Lohnunternehmer angekündigt. Gegen Festpreis, versteht sich: eine Kiste Limo winkt. Mit allem, was die Rasenmähermotoren hergeben, geht es zurück auf die Wiese. Auch ein hinterher gerufenes „Habt ihr noch Lust auf Eis?“ ruft nur ein kurzes Nicken hervor und geht dann aber im Motorengeräusch unter. „Die haben jetzt eben noch zu tun“, sagt Ingrid Thiemann-Gehling lachend.

Schließlich ist Zeit Geld...äh...Limo.

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