Kein Nachschlag für St.-Vitus-Schule

Neubau der Südlohner Grundschule

Der Wille war bei allen da, die Weichen für die bauliche Zukunft der St.-Vitus-Schule zu stellen. Mit der Entscheidung am Schluss ist nicht jeder glücklich.

Südlohn

, 08.02.2018, 18:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kein Nachschlag für St.-Vitus-Schule

Die Abrissarbeiten an der Vitussschule sind beendet, nur noch einige Mauerreste erinnern an den schadstoffbelasteten Gebäudeteil. © Markus Gehring

Der Deckel bleibt drauf: Die Mehrheit des Rates hat es am Mittwochabend abgelehnt, für den Neu- und Umbau der St.-Vitus-Schule in Südlohn finanziell noch einmal etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen. So bleibt es nach dem Willen von CDU und Grünen bei den 6,2 Millionen Euro, die schon im Haupt- und Finanzausschuss als erklärte Obergrenze politisch unterstrichen worden waren (Münsterland Zeitung berichtete).

Gescheitert sind damit die Bemühungen der Gemeindeverwaltung, eine politische Mehrheit hinter eine Planung zu bringen, die mit Schule und Eltern als Minimallösung entwickelt worden war. Bauamtsleiter Dirk Vahlmann hatte vergeblich dafür geworben: Er hatte zunächst daran erinnert, warum statt der eigentlich geplanten zweizügigen Schule nun eine dreizügige verwirklicht werden sollte.

Drei Lösungen

Drei Varianten hatte er dazu in den Raum gestellt: eine große, eine mittlere und eine kleine Lösung. Jede einzelne von ihnen hätte allerdings Mehrausgaben gegenüber den ursprünglich veranschlagten Wert von 6,2 Millionen Euro mit sich gebracht.

Eine „Nulllösung“ ohne Kostensteigerung schied aus Sicht Vahlmanns aus angesichts des Konzepts, das mit Schule und Arbeitskreis abgestimmt worden war. Die kleine Lösung sei schon eine „Sparvariante“. Kostenpunkt: 6,424 Millionen Euro. Mehr sei nicht möglich, ohne die Integrationsräume zu verlieren.

Idealvorstellungen

Doch die Mehrheitsfraktion wollte diesen Weg nicht mitgehen. Das seien „Idealvorstellungen“, meinte Alois Kahmen. Er sah bauliche Möglichkeiten, eine Dreizügigkeit zu erreichen, ohne dass es zu weiteren Mehrkosten kommt. Pro Jahrgang eine große Integrationsklasse, dazu kleinere Regelklassen – so lautete sein Ansatz.

Sein Fraktionskollege Hermann-Josef Frieling ließ es an politischer Deutlichkeit nicht fehlen: „Wir hatten einen Beschluss im November. Dass das ganze Konstrukt so geändert wurde, ist nicht nachvollziehbar.“ Er bezweifelte die rechnerische Grundlage für die Dreizügigkeit. In der Bevölkerung gebe es ein hohes Maß an Kritik, was weitere Kostensteigerungen betreffe: „Wir haben ein Finanzvolumen festgelegt von 6,2 Millionen Euro. Damit müssen Sie arbeiten. Punkt!“

Begründung fehlt

Wilhelm Hövel (CDU) stellte eine Zahl in Frage, die Bauamtsleiter Dirk Vahlmann als Grundlage der Kostenkalkulation genannt hatte: Er hatte gesagt, dass von 365 Euro je Kubikmeter umbauten Raum auszugehen sei. „Ich habe aus dem Arbeitskreis in Erinnerung, dass wir von 495 Euro gesprochen haben“, meinte Hövel. Vahlmann prüfte daraufhin seine ersten Angaben noch einmal nach und musste eingestehen, dass Hövel Recht hatte.

Aber: „Das ändert nichts an den genannten Mehrkosten. Die Höhe ist richtig.“ Dass die Grünen ebenfalls nicht zum Draufsatteln weiterer Mittel bereit waren, begründete Maik van de Sand mit baulichen Fragen: „Ich verstehe nicht, warum nicht ein Integrationsraum je Etage reicht.“ Zum anderen fehlte ihm eine Begründung, warum die Nullvariante keine Option sei: „Ich hätte mir gewünscht, dass das ebenfalls dargestellt wird.“

Kleine Variante

Die anderen Fraktionen hatten sich hinter Vahlmanns kleine Variante gestellt. Siegfried Reckers (SPD) sagte: „Es ist wichtig, dass wir jetzt eine Schule bekommen, die sich nicht schnell wieder als zu klein herausstellt.“ Seine Fraktionskollegin Barbara Seidensticker-Beining appellierte an die CDU, dies mitzutragen: „Wir dürfen uns nicht damit begnügen, dass Kinder auf dem Flur sitzen oder Räume doppelt belegt werden.“ Karin Schmittmann hielt für die UWG fest, dass die Kostensteigerung vertretbar sei: „Es ist doch gut, dass wir alle Möglichkeiten mit der Schule besprochen haben.“ Und Jörg Schlechter (FDP) fragte in Richtung CDU: „Geht es uns so schlecht, dass wir den Idealfall nicht für uns in Anspruch nehmen können?“

Keinen Erfolg hatte Bürgermeister Christian Vedder mit seinem Vorschlag, die Sitzung zu unterbrechen und so der Schulleiterin der St.-Vitus-Schule die Gelegenheit zu geben, aus pädagogischer Sicht Stellung zu nehmen: Die CDU sprach sich dagegen aus. So kam es schließlich mit den Stimmen von CDU und Grünen zu dem Beschluss, dass der Um- und Neubau finanziell mit maximal 6,2 Millionen Euro hinzubekommen ist.

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