Das Außengelände des St.-Vitus-Kindergartens in Südlohn: Hier blieb am Dienstag ein Kind beim Klettern in einer Astgabel zwischen zwei zusammengewachsenen Bäumen stecken. Die Feuerwehr konnte das Kind unverletzt befreien. © Bernd Schlusemann
Feuerwehr Südlohn

Kita-Kind steckte mit Knie in Astgabel fest: Feuerwehr kam zur Hilfe

Beim Klettern ist am Dienstagmorgen ein Kind stecken geblieben auf dem Gelände des Vitus-Kindergartens. Kein Vor und Zurück – die Feuerwehr wurde gerufen, war schnell da und half schnell.

Es gibt Unfälle und Situationen, die passieren einfach, ohne dass man sie kommen sieht. Wie oft sind Kinder auf den beiden zusammengewachsenen Bäumen auf dem Außengelände des Vitus-Kindergartens herumgeklettert – und nichts ist passiert? Am Dienstag war das anders. Ein Kind geriet mit dem Knie in eine Astgabel. Kam allein nicht heraus und auch nicht mit Hilfe der Erzieherinnen.

„Die Erzieherinnen haben beherzt gehandelt“

„Die Erzieherinnen haben beherzt gehandelt“, erzählt Kita-Leiterin Lucia Heisterkamp mittags im Telefonat mit der Redaktion. Denn sie wählten den Notruf. „Die Feuerwehr war wirklich schnell da und ist sehr professionell vorgegangen“, lobte Heisterkamp.

Einsatzleiter Michael Föcking und sein Team versuchten zunächst selbst, das Kind aus seiner misslichen Lage etwa einen halben Meter über dem Boden zu befreien. Ohne Hilfsmittel ging das aber nicht. Die Feuerwehrleute wären keine Feuerwehrleute, wenn sie nicht das passende Werkzeug im Sinn und auch an Bord hätten. Ein Luftkissen kam zum Einsatz.

Werkzeuge: Luftkissen und Speiseöl

Wie das funktionierte? Sie postierten das Kissen zwischen die beiden zusammengewachsenen Bäume und übten durch Aufpumpen Druck auf die beiden Stämme aus.. „Da reichen ja Millimeter“, sagte der stellvertretende Feuerwehrchef Hendrik Tenk auf Anfrage der Redaktion. Und siehe da: Das Knie wurde noch ein wenig mit Speiseöl aus der Kitaküche rutschig gemacht und konnte vorsichtig aus der Astgabel gezogen werden, die sich durch das Auseinanderdrücken der Bäume vergrößert hatte.

„Der Notruf war genau richtig“

Ein ungewöhnlicher Einsatz für den Löschzug Südlohn, wie auch Hendrik Tenk sagt: „Das war mal etwas anderes“. Aber auch er betont: Der Notruf war genau richtig. Die Feuerwehrleute überreichten dem Kind, das die Aktion recht tapfer durchstand, erst mal einen Teddy, den sie für solche Einsätze immer an Bord haben. Vielleicht hat das Stofftier auch dem Kita-Kind ein wenig Trost gespendet und es abgelenkt.

Auf jeden Fall überstand das Kind den Kletterunfall ohne äußere Verletzung, es hat keine Schramme gegeben. „Wir haben die Eltern informiert, dank Homeoffice waren auch beide schnell da“, sagte Lucia Heisterkamp. „Man kriegt ja schon einen Schrecken“, betont die Kita-Leiterin. Aber es sei gut ausgegangen, der Schutzengel sei dabei gewesen. Es sei natürlich abzuwarten, wie das Kind selbst die für es außergewöhnliche Situation verarbeite, auch wenn es nicht äußerlich verletzt sei.

Die anderen Kinder habe man schnell von draußen hineingeschickt, die meisten haben nichts mitbekommen. Also habe auch keine Verunsicherung geherrscht, im Anschluss sei es allen aber erzählt worden. „Auch die Eltern haben wir informiert, damit keine Gerüchteküche entsteht“, sagt die Kita-Leiterin. Beim Abholen der Kinder sei der Feuerwehreinsatz natürlich Thema gewesen.

Sachverständiger des TÜV prüft regelmäßig auf Gefahrenquellen

Lucia Heisterkamp betont, dass die Kita und das Außengelände natürlich regelmäßig auf Gefahrenquellen hin geprüft werden. Dazu komme ein Sachverständiger vom TÜV, der sowohl die Spielgeräte als auch die Bäume immer kontrollierte. „Es geht ja auch um Totholz in den Bäumen“, sagt die Kita-Leiterin: Äste, die hinunterfallen könnten, auch danach werde immer Ausschau gehalten.

„Die Kinder klettern gerne, und das sollen sie auch“

Die Astgabel sei aber bisher nie als Gefahrenquelle gesehen worden. „Die Kinder klettern gerne, und das sollen sie auch“, betont Lucia Heisterkamp. Die Bäume würden nicht abgesperrt. Aber eine Lösung dafür, die Astgabel zu „entschärfen“, werde sich finden. Hunderte Kinder seien dort geklettert, ohne dort festzustecken. Aber dass es passieren kann, „das wissen wir jetzt“, so die Kita-Leiterin. Auch der Prüfer vom TÜV werde über den Vorfall informiert.

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Anne Winter-Weckenbrock