Kleine Kostenexplosion

Baugebiet Scharperloh II

Die Begeisterung im Gemeinderat hielt sich in Grenzen, als es jetzt um die weitere Erschließung des Baugebiets Scharperloh II ging. Diese Reaktion hatte finanzielle Gründe. Die Erweiterung um den fünften und sechsten Bauabschnitt fällt deutlich teurer aus, als die Gemeinde ursprünglich kalkuliert hatte.

25.09.2017, 18:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mehrkosten zeichnen sich bei der Erschließung des fünften und sechsten Abschnitts des Baugebiets Scharperloh ab.

Mehrkosten zeichnen sich bei der Erschließung des fünften und sechsten Abschnitts des Baugebiets Scharperloh ab.

Einer der Hauptgründe liegt in dem Umstand, dass die Gemeinde dort doch einen Regenwasserkanal legen muss. „Ursprünglich sollte auch dort eine Versickerung stattfinden“, erklärte Bürgermeister Christian Vedder am Montag auf Nachfrage der Münsterland Zeitung: „Das Versickern von Regenwasser hatte zum Zeitpunkt der Planung Vorrang. Das war vom Land auch so gewollt.“

Zusätzlicher Regenwasserkanal

Was in den ersten Bauabschnitten gut klappte, sollte sich jetzt als Problem herausstellen. „Das bestehende Gebiet hat einen versickerungsfähigen Boden, der andere Teil nicht“, hatte Bauamtsleiter Dirk Vahlmann den Ratsmitgliedern erläutert. Die Gemeinde müsse deshalb einen zusätzlichen Regenwasserkanal einplanen. Erforderlich sei es auch, die Straßen zu erhöhen.

Andere Faktoren haben aber ebenfalls zu den gestiegenen Kosten beigetragen. Die Verwaltung stuft diese als „extrem“ ein – die Rede ist bei Fachleuten von 20 bis 30 Prozent für viele laufende Projekte. Die Reißleine sei angesichts dessen mancherorts schon gezogen worden: Mehrere Ausschreibungen seien im Münsterland bereits aufgehoben worden, weil die Angebote deutlich über den Schätzungen gelegen hätten. „Das ist eine Entwicklung, die uns jetzt einholt“, sagte Dirk Vahlmann im Rat. Eine sogenannte Mehrleistung kommt im konkreten Fall noch hinzu: Es habe sich als notwendig herausgestellt, von der Vennstraße aus eine Baustellenzufahrt anzulegen.

Einstimmigkeit

Die Politiker zeigten Verständnis für die Steigerung der Kosten. Sie sprachen sich einstimmig dafür aus, die zusätzlichen Mittel bereitzustellen. 135 000 Euro werden 2018 im Abwasserbereich fällig, 20 000 Euro im Immobilienbereich. Der Rat hat zudem der Verwaltung grünes Licht dafür gegeben, die Ausschreibung vorzunehmen. Hermann-Josef Frieling (CDU) lenkte den Blick auf einen weiteren Gesichtspunkt: „Wie ist die Lage bei der Nachfrage?“ Bürgermeister Vedder berichtete, dass diese „erheblich“ sei. Es gebe Bauwillige in zweistelliger Zahl: „Das geht auch schon in den sechsten Bauabschnitt.“

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