Kommunale Altkleidersammlung beschlossen

Neues Konzept

Alttextilien aus privaten Haushalten sind grundsätzlich der Gemeinde – und nicht dem freien Markt – zu überlassen. Das sieht das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz vor und Südlohns Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung dafür die Voraussetzungen geschaffen. Ein Ziel dabei ist es, kommerzielle Sammler aus der Gemeinde fern zu halten.

SÜDLOHN

, 08.07.2014, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kommunale Altkleidersammlung beschlossen

Die Altkleidersammlung in der Gemeinde wird neu organisiert. Ein Ziel dabei ist es, die kommerziellen Sammlungen, etwa durch Wäschekörbe, die vor die Haustüren gestellt werden, zu verhindern.

Bereits im April hatte die Verwaltung ihre Pläne vorgestellt, die kommunale Erfassung der Altkleider an die Entsorgungsgesellschaft des Kreises zu delegieren. Bei dem Konzept kamen die caritativen Sammler wie DRK, Kolping oder KAB den Politikern aber zu kurz. Sie wollten diese Sammlungen stärken und gleichzeitig gewerbliche Sammler aus dem Ort verbannen. Beides unter einen Hut zu bringen sei nicht möglich, erklärte die Verwaltung bereits im April und das hatte sich auch bis zur jüngsten Ratssitzung nicht geändert.

Allerdings machte die Verwaltung deutlich, dass die Chancen durch die jetzigen Pläne gut stehen, Korbsammlungen in Zukunft zu vermeiden. „Wenn wir selber tätig werden, können wir anderen das Sammeln untersagen“, betonte Bürgermeister Christian Vedder in der Ratssitzung, als die Verwaltung den geplanten Aufbau einer kommunalen Altkleidererfassung vorstellte. Dafür werden in beiden Ortsteilen weitere Altkleidercontainer aufgestellt und der kommunale Sammelauftrag an die Entsorgungsgesellschaft des Kreises delegiert. Die Verwaltung betonte, dass diese Lösung „im Sinne der caritativen Sammler“ ist. Das betonte auch Peter Kleyboldt, Geschäftsführer der Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland (EGW), der das neue Sammelkonzept erläuterte.

„Diese Art der Sammlung soll die caritativen Sammler schützen. Ziel ist es, nicht angemeldete Sammlungen mit ordnungsrechtlichen Maßnahmen zu unterbinden“, betonte Kleyboldt. Und an den Rat gewandt: „Diese Möglichkeit haben Sie heute nicht“. Der Chef der Entsorgungsgesellschaft sprach von einem Miteinander zwischen kommunaler Sammlung und den caritativen Sammlern. Das werde auch von den Verbänden so gesehen, ergänzte Kleyboldt. Südlohns Kommunalpolitiker zeigten sich nicht durchweg von dem neuen Sammelkonzept überzeugt. Für Barbara Seidensticker-Beining (SPD) ist das finanzielle Risiko für die Gemeinde zu hoch. Denn: Bei etwaigen Verlusten der Entsorgungsgesellschaft im Rahmen der Altkleidersammlung ist die Gemeinde zum Ausgleich verpflichtet.

„Das kann ich nicht kontrollieren“, so die Ratsfrau, darauf hinweisend, dass die Gemeinde wenig Einfluss auf die EGW und ihre Arbeit hat. Josef Schleif (CDU) sah durch die jetzigen Pläne und die „wohnortnahen Standorte der neuen Sammelcontainer“ eine deutliche Konkurrenz, beispielsweise für die Sammelcontainer der KAB, entstehen. „Wir wollen nur ein Minimalangebot haben“, betonte Günter Bergup (UWG), was das Aufstellen von neuen Containern angeht. Auch er befürchtete Konkurrenz für die caritativen Sammler. Ingo Plewa (CDU) teilte diese Bedenken nicht. „Die Bürger können unterscheiden“, meinte das Ratsmitglied.

Südlohns Bürgermeister lenkte schließlich ein und betonte, dass die „Gemeinde handeln wird“, wenn die sammelnden Verbände Alarm schlagen, weil ihre Container nicht mehr angenommen werden. Am Ende wurde das vorgestellte Konzept bei drei Enthaltungen verabschiedet.

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