Kostümverleih in Südlohn schließt in wenigen Tagen seine Tore – endgültig

rnKein Nachfolger

Maria Emmerich und Agnes Lansing werden in Kürze ihren Kostümverleih schließen. Der Ausverkauf läuft. Die vage Hoffnung auf einen Nachfolger hat sich zerschlagen.

Südlohn

, 30.01.2020, 20:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ausverkauf im Kostümverleih: Maria Emmerich und Agnes Lanting sind dabei, ihren Kostümverleih zu schließen. Höchstens noch drei Wochen wollen die beiden Frauen öffnen. Vielleicht auch kürzer, wenn die Kostüme früher verkauft sein sollten.

15 Jahre gab es den Kostümverleih an der Vennstraße. Acht Jahre hatte ihn Maria Emmerich allein betrieben. Seit sieben Jahren ist Agnes Lansing dabei. Im vergangenen Sommer hatten die beiden Frauen schon angekündigt, ihren Verleih zu schließen. Dieses Datum rückt nun unaufhörlich näher.

Mögliche Nachfolge hat sich zerschlagen

Damals suchten sie noch nach einem Nachfolger. Es habe sogar Interessenten gegeben, erklärt Maria Emmerich. Doch am Ende habe sich die Übergabe zerschlagen. „Vielleicht weil sie am Ende doch Angst hatten, im Sommer zu wenig zu tun zu haben“, fügt sie hinzu. In ihren Augen ein klarer Irrglaube. Denn für ihren Kostümverleih war das ganze Jahr über Saison: Karneval, Mottopartys, Oktoberfeste – irgendwer brauchte immer Kostüme. Jedenfalls ist der Interessent trotzdem wieder abgesprungen.

Sollten alle Kostüme ausverkauft sein, schließen Agnes Lansing und Maria Emmerich ihren Kostümverleih schon vor Karneval. Spätestens Aschermittwoch ist aber endgültig Schluss.

Sollten alle Kostüme ausverkauft sein, schließen Agnes Lansing und Maria Emmerich ihren Kostümverleih schon vor Karneval. Spätestens Aschermittwoch ist aber endgültig Schluss. © Stephan Teine

Deswegen nun der Räumungsverkauf. Gut die Hälfte der Kostüme sind schon weg. „Einige haben direkt auf Vorrat für vier Karnevalssessionen gekauft“, erzählt sie schmunzelnd. Und tatsächlich sind die Kleiderständer längst nicht mehr so gefüllt wie üblich. „Hier in der Gegend gibt es ja gar keine Anbieter für Kostüme mehr“, sagt Maria Emmerich. Der nächste sei in Rheine.

Trotz Wehmut: Einmal muss Schluss sein

Ein wenig Wehmut schwingt mit Blick auf den Abschied in ihrer Stimme mit. „Aber wir haben gesagt, dass wir nach dieser Session aufhören und dazu stehen wir“, sagt auch Agnes Lansing. „Wir sind jetzt beide über 70. Irgendwann ist es einfach mal gut“, fügt Maria Emmerich hinzu.

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„Sehr schade“, findet auch Sara Wiggering. Sie ist an diesem Nachmittag eine der Kundinnen, die sich noch durch die Kostüme wühlen. Zusammen mit Sohn Theo stöbern sie seit Stunden durch die Einzelteile. Natürlich sind sie fündig geworden – aber natürlich wird jetzt auch noch nicht verraten, was sie sich ausgesucht haben. Sie hat Verständnis dafür, dass Agnes Lansing und Maria Emmerich aufhören wollen. „Aber schade ist es trotzdem“, sagt sie.

Nach der Schließung bleibt eine große Lücke zurück

Für die nächsten Karnevalsfeste wird sie sich wohl im Internet auf Kostümsuche begeben. Traurig, aber nicht zu ändern. Doch auch bei den beiden Damen hinter dem Verkaufstresen macht sich seit einiger Zeit Abschiedsschmerz breit: „Als vor der vergangenen Oktoberfest-Saison die ersten Dirndl verkauft wurden und nicht mehr zurückkamen, war das schon ein komisches Gefühl“, erzählt Agnes Lansing. Beide seien ja schon mit viel Herzblut dabei gewesen. Auch jetzt geben sie die Kostüme eigentlich nur ungerne aus der Hand. Aber auch da gilt: Einmal muss Schluss sein.

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Schön seien die Reaktionen der Kunden. Maria Emmerich: „Die sagen uns alle, wie schade sie es finden, dass es nicht weitergeht.“

Spenden und Reste für den Container

Sie hoffen, dass sie auch die übrigen Stücke noch verkaufen werden. Was dann mit den Resten passieren soll, darüber müssen sie sich noch einigen. „Die Pflegeheime und Kindertagesstätten haben schon angefragt“, sagt Maria Emmerich. Für kleinere Gruppen und natürlich für Einzelpersonen gebe es aber noch einige Auswahl. „Und der letzte Rest geht dann wohl in den Container“, seufzt Maria Emmerich.

Der Kostümverkauf hat jetzt vor Karneval montags bis freitags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Am Samstag, 8. Februar, wird zusätzlich noch einmal von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Sobald alle Kostüme verkauft sind, spätestens aber nach Rosenmontag ist endgültig Schluss.

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