Krammarkt nach vielen Absagen: Menschen wollen „einfach mal wieder reden"

Krammarkt

Nach längerer Pause wurde am Montag wieder der Krammarkt im Südlohner Ortskern organisiert. An die besonderen Coronabedingungen hatten sich Markthändler und Kunden gewöhnt.

Südlohn

, 21.09.2021, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mechtild Busch (r.) hat am Stand von Silke Hünting ein Tuch erworben. Die Markthändlerin aus Bocholt freute sich vornehmlich, dass endlich wieder Märkte angeboten werden.

Mechtild Busch (r.) hat am Stand von Silke Hünting ein Tuch erworben. Die Markthändlerin aus Bocholt freute sich vornehmlich, dass endlich wieder Märkte angeboten werden. © Michael Schley

Das Wetter passte, die Resonanz war zunächst noch verhalten, was sich später etwas änderte: Nach vielen Absagen wurde am Montag wieder zum Krammarkt in den Südlohner Ortskern geladen. Schon zu 8 Uhr hatten die ersten Beschicker ihren Stand aufgebaut, beginnend am Hotel Südlohner Hof an der Kirchstraße bis hoch zum Kirchturm der St.-Vitus-Kirche. Nachdem der letzte Krammarkt nahezu komplett ins Wasser gefallen war, freuten sich nun alle, dass der Wettergott mitspielte.

Die besonderen Coronabedingungen waren allen bereits ins Blut übergegangen. So war das Tragen einer Maske überall dort vorgeschrieben, wo die notwendigen Abstände nicht eingehalten werden konnten. „Das funktioniert einwandfrei“, bestätigt zum Beispiel Erika Mertens, die schon seit 30 Jahren dabei ist.

Womöglich hätten Märkte unter diesen Bedingungen auch bereits früher angeboten werden können, doch „alle müssen erst einmal aus Erfahrungen lernen“. Mit dabei hat die Bocholterin sogenannte Kurzwaren. Dass sie während des Bedienvorgangs eine Maske tragen müsse, sei „überhaupt kein Problem“.

Vor allem ältere Kunden nehmen das Angebot wahr

Auf ein schmuckes Tuch hatte es Mechtild Busch abgesehen. Fündig geworden ist die Südlohnerin am Stand von Silke Hünting, ebenfalls aus Bocholt. Socken, Wäsche, Kopfbedeckung: Das Angebot der Markthändlerin ist klassisch. Sie kommt ebenfalls regelmäßig nach Südlohn und freut sich, dass „nun wieder mehr geht“.

Der Winter ist gerettet: Werner Emmerich (r.) hat am Stand von Daniel Arpaz eine wärmende Kopfbedeckung gefunden.

Der Winter ist gerettet: Werner Emmerich (r.) hat am Stand von Daniel Arpaz eine wärmende Kopfbedeckung gefunden. © Michael Schley

„Großveranstaltungen sind natürlich noch nicht denkbar“, wirft sie den Blick kurz einmal in Richtung des Düstermühlenmarktes in Legden. Den Wunsch, wieder an Märkten teilzunehmen, spüre sie vor allem bei älteren Kunden: „Die bestellen nun mal nicht online.“ Allgemein sei es deutlich ruhiger als früher.

Seine Premiere in 2021 feiert an diesem Montag auch Daniel Arpaz in Südlohn. Aus Gronau hat er wieder sein Sortiment mit überwiegend Lederwaren mitgebracht. Und Kopfbedeckungen. „Der Winter ist gerettet“, freut sich der Südlohner Werner Emmerich über ein neues, wärmendes Exemplar.

Kleinere Märkte in Corona-Zeiten die bessere Alternative

Daniel Arpaz zieht es in diesen Tagen auch vor, eher kleinere Märkte zu besuchen: „Zu Corona-Zeiten ist das einfach noch besser.“ Das komme letztlich auch dem Service zugute, so könne man sich „mehr Zeit pro Kunde nehmen“.

Viele, gerade ältere Kunden wollten nach einer Zeit mit vielen Einschränkungen auch „einfach mal wieder reden“. Auch die Kollegen begrüßten es, sich wieder auf den Märkten zu treffen. Er hofft, dass es in diesem Jahr noch die eine oder andere – womöglich zusätzliche – Gelegenheit geben wird, sein Angebot sein präsentieren – auch, um nach den Absagen noch Umsätze nachzuholen.

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