Kunstwerke entstehen unterm Dachspitz

Ulla Damm bearbeitet Speckstein

Wenn Ulla Damm ihre kleine Werkstatt betreten will, braucht sie eine gewisse Gelenkigkeit. Und schwindelfrei sollte sie auch sein. Denn der Arbeitstisch der Hobby-Künstlerin steht im Dachspitz der Garage ihres Hauses an der Eschlohner Straße.

SÜDLOHN

, 03.03.2016, 18:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der kreative Rückzugsraum der Südlohnerin ist nur über eine Leiter erreichbar. Und wenn die Hobbykünstlerin oben angekommen ist, muss sie zuerst ein großes stabiles Brett über das Einstiegsloch legen, damit sie nicht nach einem unbedachten Schritt womöglich schneller wieder unten ist als gewollt.

Feilen und Schabegeräte in allen Größen

Aus Speckstein entstehen unter dem Dach kleine, kreative Kunstwerke. Das Werkzeug von Ulla Damm ist dem recht weichen Stein angepasst: Es sind Feilen und Schabegeräte in verschiedenen Größen und Rundungen. Ist die Idee für ein neues Objekt im Kopf, wird die gewünschte Form nach und nach vorsichtig mit den Werkzeugen herausgearbeitet. Am Ende steht das Polieren des Steins. Ohne das geht es nicht, und es dauert einige Zeit. "Man lernt Geduld bei diesem Hobby", sagt Ulla Damm und greift zur Feile.

Stein aus Talk

Speckstein besteht zum allergrößten Teil aus einem eigentlich recht unansehnlichen weißen Mineral namens Talk. In seiner gemahlenen Form als Pulver ist das zum Beispiel den Turnern nicht unbekannt. Unter den Händen von Ulla Damm, die bei der nächsten Ausstellung der Südlohner Talente im Haus Wilmers (siehe unten) eine der teilnehmenden Künstlerinnen ist, verwandelt sich der Speckstein in ein Kunstobjekt. Ihre Liebe zu diesem weichen und daher gut zu bearbeitenden Naturstein rührt her aus einer Reha-Maßnahme, welche die Südlohnerin nach einer Erkrankung besucht hat. "Da hat man schnell mal Langeweile", erinnert sich Ulla Damm, "Und nachdem ich gemerkt habe, dass die Malerei nichts für mich ist, bin ich eigentlich durch Zufall an den Speckstein geraten." Und der war ihr Ding, wie sie bekräftigt: "Bearbeitet und poliert ist es ein sehr schönes Material mit herrlichen Farben. Es hat auf Anhieb gepasst."

Feste Fan-Gemeinde

Ulla Damm ist mit ihren Speckstein-Objekten seit 2001 regelmäßige Teilnehmerin bei der Ausstellung im Haus Wilmers und hat eine feste Fan-Gemeinde unter den Besuchern. In diesem Jahr hat sie sich etwas Neues einfallen lassen. Sie kreiert Objekte aus echter Seife, die sie siedet, schneidet, formt und trocknet. Wenn man weiß, dass der Speckstein auch Seifenstein genannt wird, ist die Verwandtschaft im kreativen Tun nicht zu übersehen.

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