Langsam durch die Baustelle

Bauarbeiten auf B70

Bremslichter leuchten auf. Wo die Autofahrer sonst das Gaspedal gern etwas tiefer drücken, ist jetzt das Gegenteil angesagt. Die schwarzen Ziffern auf dem weißen Grund lassen da wenig Spielraum: "50" - schneller geht es derzeit nicht auf der Bundesstraße 70 zwischen Oeding und dem Gabelpunkt bei Südlohn.

OEDING

, 29.06.2017, 17:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es würde wohl ganz schnell auch zu gefährlich. Die Fahrbahn der viel befahrenen Bundesstraße hat einiges von ihrer üblichen Breite eingebüßt. Rot-weiße Baken trennen einen wohl zwei Meter breiten Streifen vom Rest der Straße ab. Den Autos bleiben nur noch zwei schmale Spuren, auf denen sie sich zwischen gelben Linien vortasten dürfen.

Die Bundesstraße 70 hat sich auf einem 1,6 Kilometer langen Abschnitt in eine große Baustelle verwandelt. Die Bagger rollen aber nicht nur auf der Straße selbst. Die Baufahrzeuge haben auch neben der Fahrbahn bereits sichtbar ganze Arbeit geleistet: Wie ein braunes Band schlägt sich eine Schneise durch das Grün der Felder, die an die nördliche Seite der B70 angrenzen.

Lange auf Wunschliste

Was dort in diesen Wochen und Monaten entsteht, stand schon lange auf der Wunschliste nicht nur der Kommunalpolitiker in der Gemeinde Südlohn: Ein neuer Geh- und Radweg soll dort die Sicherheit für die schwächeren Verkehrsteilnehmer erhöhen - abgetrennt von der eigentlichen Fahrbahn, auf der Tag für Tag tausende von Kraftfahrzeugen von und in Richtung Grenze rollen.

Die Arbeit an der Zukunft hat gerade erst begonnen. Die Straßenbauer haben einiges vor der Brust, ehe die ersten Radfahrer den neuen Weg nutzen können. Sogar eine eigene Brücke braucht es, um sie künftig abgetrennt vom Hauptstrom des Verkehrs führen zu können: Wo sie über die Schlinge führen wird, lässt sich allerdings auch jetzt schon gut erkennen.

Bis Ende des Jahres

Mehr Sicherheit vor allem für die Radfahrer: Um solche Baumaßnahmen wie die jetzt begonnene umzusetzen, braucht es viel Geduld. Mitunter gehen Jahre ins Land, bis aus einem Wunsch ein Plan wird und am Ende auch gelebte Wirklichkeit - und all das kostet Geld. 2,7 Millionen Euro fließen in die gesamte Maßnahme; neben dem neuen Geh- und Radweg soll auch die stark belastete Hauptspur auf diesem Stück eine neue Decke bekommen.

Der zeitliche Horizont für den Abschluss der Arbeiten ist jedenfalls klar abgesteckt: Bis zum Ende des Jahres soll das Werk vollendet sein, hat der Landesbetrieb Straßen.NRW erklärt. Die Autofahrer müssen sich bis dahin sicher noch auf manche Einschränkung einstellen. Aber sie können sich vor Ort täglich davon überzeugen, dass sich etwas bewegt.

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