Langwierige Baustellen und dreckige Ecken ärgern Südlohner und Oedinger

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Viele Südlohner und Oedinger sind mit der Verwaltung eher zufrieden. Doch Straßen, Baustellen und die Sauberkeit im Ort sind ihnen ein Dorn im Auge.

Südlohn

, 19.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Über die Hälfte der Teilnehmer an unserer Umfrage hält den Zustand der Straßen in der Gemeinde für schlecht. Eine Unterscheidung nach Gemeindestraßen, übergeordneten Straßen oder Wirtschaftswegen hatten wir nicht abgefragt. „Das Ergebnis hätte ich aber gerne konkreter gehabt“, sagt Bürgermeister Christian Vedder. Schließlich sind ja auch an der Reparatur der unterschiedlichen Straßen unterschiedliche Stellen beteiligt.

Für den Teil der Gemeindestraßen sagt er, dass die Gemeinde versuche, möglichst bürgerfreundlich zu sanieren. Und das dauere einerseits eben und verursache auch Kosten. „Ab einem gewissen Standard kostet es eben viel Geld“, sagt er. Als Beispiel nennt er die Blumen- und die Gartenstraße in Oeding.

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Unstrittig ist, dass diese beiden Straßen seit Jahren dringend saniert werden müssen. Gerade im Moment sei aber eben die Frage nach der Abrechnung noch offen. So lange hatte die Politik das Thema noch einmal vertagt. „Das ist ein Problem, das es in allen Bestandswohngebieten früher oder später gibt“, erklärt er.

Gut koordiniert scheinen den Südlohnern und Oedingern die Baustellen in der Gemeinde nicht zu sein. Das liege aber meist nicht an der Verwaltung, erklärt Bürgermeister Christian Vedder.

Gut koordiniert scheinen den Südlohnern und Oedingern die Baustellen in der Gemeinde nicht zu sein. Das liege aber meist nicht an der Verwaltung, erklärt Bürgermeister Christian Vedder. © Stephan Rape

Bei den Wirtschaftswegen habe es gerade einen Schritt vorwärts gegeben: Drei Abschnitte auf der 100-Schlösser-Route, einem Fernradweg, werden oder wurden gerade erst saniert. „Da haben wir die Zusage für Fördermittel bekommen und konnten so anfangen“, macht er weiter deutlich.

Fördermittel sind schon zugesagt

Weitere Fördermittel, immerhin rund 500.000 Euro, sind zugesagt. Auch abseits dieser Mittel investiert die Gemeinde: „Zwischen 140.000 und 200.000 Euro pro Jahr“, sagt der Bürgermeister. Bei einem Wirtschaftswegenetz von 110 Kilometern öffentlicher und noch einmal 40 Kilometern privater Wege sei das Geld natürlich schnell weg.

Das führt direkt zum nächsten Kritikpunkt: Die Bauarbeiten dauern insgesamt zu lange. Hinter dieser Aussage stehen mehr als zwei Drittel der Umfrageteilnehmer. Ja, es gebe bei einigen Baustellen Verzögerungen, auch die kann Bürgermeister Christian Vedder aber erklären. Beispiel Vitusgrundschule in Südlohn: „Wir liegen etwas hinter dem Zeitplan“, sagt er.

Coronavirus hat Grundschul-Baustelle verzögert

Doch daran sei vor allem das Coronavirus schuld. So konnten die Treppenbauteile erst mit einiger Verzögerung eingebaut werden, weil sie aus Italien nicht geliefert werden konnten. „Das sind äußere Umstände, auf die wir keinen Einfluss haben“, sagt er.

Dennoch sei die Baustelle dafür noch gut in der Zeit. Ähnlich sei es bei der Sanierung der B70 in Richtung Gabelpunkt gelaufen: „Damals gab es schlicht keine Baustoffe, die hierher geliefert wurden“, macht er deutlich. Als Bürgermeister sei er dann natürlich der erste Ansprechpartner für die Kritik. „Das sehe ich aber durchaus konstruktiv und werte es als hohes Interesse daran, was in der Gemeinde passiert“, fasst er zusammen.

Natürlich würden gerade Straßenbauprojekte, die sich verzögern, schnell zu Unmut führen. Oft seien das aber eben die überregionalen Baustellen, für die Anlieger große Umwege in Kauf nehmen müssten. So lange es die Südlohner Verwaltung beeinflussen könne, sollen die möglichst gering gehalten werden. „Ich gebe aber zu, dass es da in der Vergangenheit auch Koordinierungsfehler gegeben hat“, räumt Vedder ein.

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Vandalismus und Sauberkeit sind ein anderes Problem, das etliche Südlohner und Oedinger stört. Einerseits sagen zwar viele, dass Grünflächen gut gepflegt seien, gleichzeitig kritisieren sie aber, dass es insgesamt nicht sauber genug sei.

„Bei der allgemeinen Sauberkeit kann man jetzt fragen, ob das Glas halb voll oder halb leer ist“, sagt Bürgermeister Christian Vedder. Der Bauhof versuche nach Kräften, auf Probleme zu reagieren. Durch das digitale Beschwerdemanagement sei die Gemeinde da schon gut aufgestellt. Insgesamt fasst er aber auch diese Kritik positiv auf: „Es ist ein gutes Zeichen, dass die Leute den Ort schön haben und die Gemeinde gut aussehen lassen wollen“, sagt er.

Mit Blick auf den Vandalismus kann auch er aber nur mit den Schultern zucken.

Aktuell treffe es immer wieder die Schlingehütte in Oeding. „Vor einiger Zeit war eher der Schulhof der von-Galen-Grundschule das Problem“, sagt er. Das verlagere sich immer mal wieder, je nachdem, welcher Ort gerade als beleibter Treffpunkt gesehen werde. „Man kann aber noch so sehr mit Engelszungen reden, man wird es nicht verhindern können“, ergänzt er. Gerade bei der Schlingehütte sei er dem Heimatverein sehr dankbar, dass die Mitglieder immer wieder die Schäden beseitigen würden.

Regelmäßige Kontrollen helfen auch nur bedingt

Sowohl die Polizei als auch Ordnungsamt und aufsuchende Jugendarbeit würden regelmäßig an neuralgischen Punkten in der Gemeinde kontrollieren. Sie könnten aber nicht immer überall sein und würden das Problem zum Teil eben auch nur verlagern. Einen Streifendienst oder gar eine Bürgerwehr zu gründen, wie einige Teilnehmer der Umfrage vorschlugen, sei allerdings keine Alternative.

114 Südlohner und Oedinger haben bei der Umfrage mitgemacht. Zwei Drittel stammen aus Südlohn, die kleinere Gruppe aus Oeding. Das ist bei insgesamt rund 9200 Einwohnern im Ort natürlich nicht repräsentativ, reicht aber auf jeden Fall für ein Stimmungsbild. Mit den Ergebnissen hat unsere Redaktion Bürgermeister Christian Vedder konfrontiert. Der befindet sich zwar in der Endphase seiner Amtszeit – am 13. September soll sein Nachfolger gewählt werden – doch für den aktuellen Stand der Verwaltung zeichnet er natürlich noch verantwortlich.

Weitere Ergebnisse veröffentlichen wir in Kürze.

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