Letzte Hoffnung weicht ungewisser Zukunft

Pferdeschutzhof

Gibt es keine gravierende Änderung an der Finanzsituation des Vereins "Endstation Sportgerät Pferd", dann droht den derzeit auf dem angemieteten Hof im Oedinger Feld stehenden 21 Pferden des Schutzhofes eventuell der Schlachter.

SÜDLOHN

, 17.04.2015, 19:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Den Abschied von den Pferden will sich Monika Borowski noch nicht vorstellen.

Den Abschied von den Pferden will sich Monika Borowski noch nicht vorstellen.

Bis Ende des Monats sind die finanziellen Reserven des Vereins aufgebraucht, danach stehen nur noch etwas mehr als 100 Euro im Monat aus Beiträgen der Mitglieder für die Vereinsarbeit zur Verfügung. Das berichtete am Mittwochabend Maren Doetkotte in der Sitzung des Gemeinderates: "Ab 1. Mai ist nicht klar, wie die Miete gezahlt werden soll oder Streu und Kraftfutter".

Der Verein braucht monatlich rund 2700 Euro für Unterstand, Futter oder Tierarzt für die Tiere. Die Arbeit auf dem Hof werde ehrenamtlich geleistet, betonte das Mitglied des Vereins. Dieser hat es sich zur Aufgabe gemacht, ehemaligen Sportpferden, überwiegend Traber, auf dem Gnadenhof aufzunehmen.

Wirtschaftlich schlecht aufgestellt

Der Schutzhof ist in Not geraten, weil im Dezember der Mitgründer und Lebensgefährte der Gründerin des Hofes, der auch Hauptfinanzier dieses Hofes war, unerwartet verstorben ist. Seitdem kämpft der Hof täglich ums Überleben (wir berichteten).

"Wir sind wirtschaftlich schlecht aufgestellt, aber der Hof trägt viel Potenzial", betonte Doetkotte, die erst seit ein paar Monaten Mitglied des Vereins ist und mit ihren insgesamt 15 Mitstreitern nun versucht, den Schutzhof zu erhalten. Der Besuch im Südlohner Gemeinderat war für Doetkotte und die Mitglieder der letzte Strohhalm, die letzte Hoffnungsblase, die Tiere vor dem Schlachthof zu bewahren.

Keine Finanzmittel

Danach sieht es aber jetzt aus. Die Mitglieder des Gemeinderates sahen sich nicht in der Lage, den Verein derart mit Finanzmitteln auszustatten, dass der Schutzhof weitergeführt werden könnte, bis ein Konzept greift, das es den Mitgliedern des Vereins ermöglicht, sich aus eigener Kraft finanziell besser aufzustellen.

Doetkotte sprach dabei von einem Zeitfenster von zwei bis drei Jahren und stellte dem Rat dafür ein paar Ideen vor. "Zukunftsvision des Hofes ist im Wesentlichen, weiterhin ein Hof der Begegnung zu sein, wo Menschen die Möglichkeit haben, Kontakt mit Pferden und mit der Natur zu erleben."

Verschiedene Angebote

Angedacht sind Angebote für Kinder, Schulen oder Senioreneinrichtungen. Auch Voltigierangebote seien denkbar, ergänzte Doetkotte mit Hinweis auf das jüngst weggefallene Angebot durch den Förderverein für das Therapeutische Reiten in Südlohn.

"Was erwarten Sie von uns?", wollte Barbara Seidensticker-Beining (SPD) wissen. "Das Projekt endet im Mai, wenn die Gemeinde uns nicht unterstützt", erklärte die Vertreterin des Schutzhofes. Und: "21 gesunde Pferde müssen zum Schlachter."

Kein großer Spielraum

Den Mitgliedern des Rates war die Betroffenheit darüber anzumerken. Doch eine Lösung fanden die Kommunalpolitiker auch nicht. "Andere Vereine bekommen 100-Euro-Beträge", wollte es Maik van de Sand mit seinem Gewissen und gegenüber den anderen Sportvereinen in der Gemeinde nicht verantworten, für den Schutzhof jetzt große Summen auszugeben. Alle Sportvereine in der Gemeinde erhielten zusammen 11000 Euro im Jahr. Da sei kein so großer Spielraum.

"Sagen wir, wie es ist: Wir haben nicht die Mittel, bei allem Ehrenamt und gutem Zweck, den Betrag auch nur annähernd aufzuwenden", meinte Ingo Plewa (CDU) nach fast einer halben Stunde Diskussion und Lösungssuche.

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