Lidl-Filiale in Südlohn schließt am 25. August

Discounter verlässt das Dorf

Dass die Lidl-Filiale in Südlohn keine Zukunft hat, steht schon seit Monaten fest. Jetzt hat sich der Konzern auf einen Termin festgelegt: Am 25. August ist Schluss. Sehr zum Ärger der Kunden.

SÜDLOHN

, 22.07.2016, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Lidl-Filiale „Am großen Busch“ in Südlohn

Die Lidl-Filiale „Am großen Busch“ in Südlohn

Freitagmorgen im Scharperloh: Ein Gewitter zieht auf. Doch ungeachtet des drohenden Unwetters herrscht am Parkplatz der Lidl-Filiale „Am großen Busch“ Kommen und Gehen. Ein Ehepaar ist dabei, seine Einkäufe im Kofferraum zu verstauen. Die Frau kann es kaum glauben, als sie hört, dass der Discounter zum 25. August schließt. „Das wundert mich“, staunt sie.

Regelmäßiger Einkauf

Sie komme regelmäßig her, sagt Erika Lau. Einmal die Woche auf jeden Fall. Die 67-Jährige und ihr Mann leben in Weseke; den Weg nach Südlohn machen sie bewusst. „Ich kaufe hier gerne ein“, betont sie, „besonders Obst und Gemüse.“ Da sei die Auswahl besser als bei der Konkurrenz. Warum die Filiale geschlossen werden soll, kann sie sich nicht erklären. Nach ihrer Einschätzung sei sie gut aufgestellt. Das wird bei der Konzernleitung der Discounterkette anders gesehen. „Die Filiale bietet mit 800 Quadratmeter Verkaufsfläche nicht mehr die Voraussetzungen, um unseren Kunden unser gesamtes Sortiment anzubieten und einen bequemen Einkauf zu ermöglichen“, heißt es auf Anfrage. „Grundsätzlich ist zu beobachten, dass der Anspruch unserer Kunden an die Sortimentsvielfalt, die Warenpräsentation und somit die Verkaufsfläche in den vergangenen Jahren gestiegen ist“, nimmt Pressesprecherin Katharina Ryske schriftlich Stellung.

Ein Gang durch die Regale vermittelt indes ein anderes Bild: Das Angebot ist so breit wie üppig. Nichts lässt ahnen, dass hier in wenigen Wochen alles leer geräumt sein wird. „Da bekomme ich alles“, hat Erika Lau eben noch gesagt. Der Blick in die Auslagen gibt ihr Recht. Sogar frischen Fisch bekommt man, viele Bio-Produkte, ein reichhaltiges Angebot an Milchprodukten – von den Aktionswaren für Haushalt, Freizeit und Bekleidung ganz zu schweigen.

„Ich finde das gar nicht gut“, kommentiert Maria Schültingkemper die geplante Schließung. Die Südlohnerin kommt mehrmals wöchentlich zum Einkaufen her. Milchprodukte kaufe sie vor allem und Obst und Gemüse, „weil das sehr frisch ist.“ Sie hoffe, dass andere Anbieter am Ort künftig ähnlich gut sortiert seien, sonst würde sie wohl nach Stadtlohn zur nächsten Lidl-Filiale fahren. Aber: „Wegen ein bisschen Obst kann man nicht einfach mal eben fahren.“ Die 59-Jährige schüttelt den Kopf.

Mitarbeiter wechseln in andere Filialen

Eine gute Nachricht hat Lidl dann doch noch: „Die betroffenen Mitarbeiter verstärken dann unsere Teams in den umliegenden Filialen“, so Ryske. „Die haben wohl nicht genug Kunden“, mutmaßt eine Kundin, die im Eingangsbereich auf das Ende des Regens wartet. Sie schaut nachdenklich in ihren Einkaufswagen – Obst, Gemüse, Aktionsware. Dann sagt sie: „Schade.“ 

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