Lidl-Markt soll im September abgerissen werden – Musiker suchen Alternative

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Der alte Lidl-Markt in Südlohn soll bald abgerissen werden. Das hat die Firma Stroetmann mitgeteilt. Für die Südlohner Musiker, die in der Coronakrise dort geprobt haben, ist das ein Problem.

Südlohn

, 23.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nun geht es doch schneller als gedacht: Der alte Lidl-Markt in Südlohn soll noch im September abgerissen werden. Das hat Frank Bomhoff, Leiter der Standortplanung bei Stroetmann, im Gespräch mit unserer Redaktion bestätigt. „Wir sind im Begriff abzureißen“, erklärt er. Das Unternehmen Stroetmann möchte an der Stelle einen neuen Edeka-Markt errichten. Mitte September sollen zunächst die Hausanschlüsse des Gebäudes ausgebaut werden. Dann rücken die Abrissbagger an.

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Zum möglichen Baubeginn für den neuen Edeka-Markt konnte er noch nichts sagen. Erst einmal müsse dafür ja Planungsrecht bestehen. Auch sei der Bauantrag noch nicht eingereicht. Das ziehe sich noch eine Weile. „Und so ein Abriss geht ja auch nicht von heute auf morgen“, erklärt er. Zwei bis drei Wochen werden wohl noch vergehen. Dann ist auch mit den Proben im leerstehenden Markt Schluss.

Chor und Kapelle suchen neue Bleibe

Das stellt die Musikkapelle Südlohn und den Chor Sound&Soul vor einige Probleme: Wegen der Coronakrise war die Musikkapelle erst im Juni für ihre Proben in das alte Lidl-Gebäude eingezogen. Schließlich ist dort ausreichend Platz. um trotz der Sicherheitsbestimmungen mit genügend Abstand proben zu können. „Wir sind auf der Suche nach einer Alternative. Spruchreif ist aber noch nichts“, erklärt Manfred Wanning, Vorsitzender der Musikkapelle.

Seit 2016 steht der ehemalige Lidl-Markt in Südlohn leer. Der Abriss ist beschlossene Sache. Mitte September sollen zunächst die Hausanschlüsse ausgebaut werden. Dann rücken die Abrissbagger an.

Seit 2016 steht der ehemalige Lidl-Markt in Südlohn leer. Der Abriss ist beschlossene Sache. Mitte September sollen zunächst die Hausanschlüsse ausgebaut werden. Dann rücken die Abrissbagger an. © Bernd Schlusemann

Für Miriam Cilas, Vorsitzende des Chors Sound&Soul, ist die Lage noch etwas ärgerlicher. Erst einmal hat der Chor in dem alten Supermarkt geprobt. „Und wir waren so glücklich, dass wir endlich einen passenden Raum gefunden hatten“, sagt sie. Lange konnte der Chor mit seinen 51 Mitgliedern überhaupt nicht proben. Dann seien die Sängerinnen und Sänger einige Male in ihren Garten ausgewichen, schildert die Vorsitzende. Auch das habe aber nur leidlich funktioniert. Dennoch sei sie froh, dass überhaupt Proben stattfinden konnten.

Chormitglieder waren glücklich, wieder zusammen zu singen

„Wir waren alle super glücklich, wieder etwas zusammen machen zu können“, sagt sie. Auch wenn einige Mitglieder den Proben noch fern geblieben seien, weil sie zu Risikogruppen gehören und auf Nummer sicher gehen wollten.

Umso ärgerlicher, dass diese Alternative nun wortwörtlich wegbricht. Für die Vorsitzende sind es verrückte Zeiten: „Wer hätte schon gedacht, dass wir mit einem so harmlosen Hobby wie Singen einmal zu einer Risikogruppe gehören würden“, sagt die Vorsitzende und muss selbst lachen.

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Zur Not könne der Chor auch in die Kirche ausweichen. Was auf den ersten Blick als gute Lösung erscheint, bringt den Sängern aber kaum etwas: „Die Kirche hallt viel zu sehr“, erklärt Miriam Cilas. Probenarbeit sei dort praktisch nicht möglich. Der Chor sucht nun nach einem möglichst großen Raum, in dem die rund 30 bis 35 Personen, die regelmäßig zu den Proben kommen, mit ausreichend Abstand üben können. Einige Gespräche dazu laufen bereits, konkret gibt es aber noch keine Lösung.

Probenpause hat sich nicht negativ niedergeschlagen

Musikalisch haben sich die fehlenden Proben bisher wohl noch nicht bemerkbar gemacht. „Wir sind technisch gut aufgestellt“, sagt sie. So habe der Chor beispielsweise online geprobt. „Das ist natürlich etwas ganz anderes, wenn man das zuhause am Computer oder Fernseher übt“, erklärt sie.

Trotzdem hat es offenbar geholfen: „Ich war überrascht, wie hoch die Qualität und das Zusammenspiel nach fast vier Monaten Probenpause noch waren“, sagt sie. Das funktioniere natürlich nur mit einem hoch motivierten Team. Sie hofft nun, dass der Chor in einem der angefragten Räume unterkommt. „Wenn noch jemand eine große Halle hat, darf er sich gerne bei uns melden“, fügt sie noch hinzu. Am besten – und das sagt sie etwas zurückhaltender – wäre natürlich noch, wenn der Raum möglichst wenig kostet.

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