„Luurn bi de Buurn“ geht in die nächste Runde

Ausstellung in Rheine

. Der Hase mit den Kuhfüßen hoppelte vor einem Jahr bereits durch die Ausstellung im Tennen-atelier von Daniela Schlüter und Stefan Demming auf dem Hof Schlüter in Südlohn. Der Bulle "Ellmau" schaute auch bereits zu. Beide Werke sind wichtige Bestandteile des Kunstprojekts "Luurn bi de Buurn", das Demming und Schlüter vor einem Jahr starteten. Jetzt sind sie Teil einer Ausstellung im Rheiner Kloster Bentlage.

SÜDLOHN/RHEINE

, 07.04.2015, 18:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
»Theresia, ein Schicksal auf dem Hof« heißt dieses Werk von Daniela Schlüter, das in Rheine zu sehen ist.

»Theresia, ein Schicksal auf dem Hof« heißt dieses Werk von Daniela Schlüter, das in Rheine zu sehen ist.

Der Hase stammt aus dem Atelier von Marc Westermann, "Ellmau" aus dem Atelier von Stefan Demming. Aber insgesamt 14 Künstler beteiligten sich an "Luurn bi de Buurn" - mit Videos, Gemälden, Installationen, Fotos, Grafiken. Erst vor wenigen Wochen stellten die Künstler in Südlohn den Film "Feldaufnahme" vor (Münsterland Zeitung berichtete), der eine wertvolle Ergänzung zu dem Projekt ist. Nach mehreren Stationen auf anderen Bauernhöfen im Münsterland und stetigem Zuwachs an neuen Werken ziehen die Künstler in der Ausstellung im Kloster Bentlage in Rheine eine Art Resümee.

Ein Jahr lang haben sie sich mit dem Thema Landwirtschaft in der Kunst auseinander gesetzt. Ein Video von der Besamung bis zur Geburt zeigt auch in Rheine den Alltag eines Hofes, auf dem Milchvieh gezüchtet und versorgt wird. Mutationen wie der Hase von Westermann machen deutlich, dass nicht alles Natur ist, was so auf den Tisch kommt. Der Film "Feldaufnahme", der ebenfalls in Rheine zu sehen ist, beleuchtet die Schönheit der Maisernte, aber auch ihre Unbarmherzigkeit gegenüber blühenden Pflanzen.

Kaminnachbau

Ganz neu ist in Rheine der Nachbau eines Kamins aus der Südlohner Nachbarschaft. Nach einer Idee von Schlüter wurden Motive aus der bestehenden Ausstellung "Luurn bi de Buern" in der Technik des Siebdrucks in schönstem Delfter Blau auf Fliesen übertragen und gebrannt.

Die Fliesen wurden um den Kamin geklebt, so wie es in der Tradition der Bibelfliesen in den Niederlanden und im deutschen Grenzgebiet üblich war. Reifenspuren, ein Maiskolben, eine Kuh und sonstige Motive aus der Landwirtschaft bilden ein dekoratives Puzzle. Hier kann der Mähdrescher nichts mehr abernten, hier ist bereits alles Kunst und längst nicht mehr Natur.

Viele Ideen gesammelt

Demming und Schlüter haben noch viele Ideen, wie sie das Projekt weitertreiben können. Das NRW-Ministerium hat durch die Zusicherung von weiteren Fördergeldern den Fortbestand des eigenwilligen Projekts bereits abgesegnet, sehr zur Freude der Südlohner. Bis zum 26. April ist die Ausstellung in der Ökonomie von Kloster Bentlage, Bentlager Weg 130, Rheine, zu sehen. Am Sonntag, 26. April, werden verschiedene Aktionen angeboten wie Holzschnittdrucke mit der Wiesenwalze oder Livemalerei von Marc Westermann, Aufblasmais und Blasmusik.

Die Ausstellung ist geöffnet Di bis Sa 14 bis 18 Uhr, So/Feiertags 10 bis 18 Uhr.

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