Maik van de Sand möchte Bürgermeister werden und will Südlohn und Oeding stärker verknüpfen

rnKommunalwahl 2020

Maik van de Sand tritt als Bürgermeisterkandidat in Südlohn und Oeding an. Seine wichtigsten Ziele: die Entwicklung der Ortskerne und die Verknüpfung der beiden Ortsteile.

Südlohn

, 13.03.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Maik van de Sand möchte Bürgermeister von Südlohn und Oeding werden. Der Vorsitzende der „WSO – Offene Einwohnerbeteiligung“ hat am Mittwochabend seine Kandidatur öffentlich gemacht.

Wie er im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt, habe sich die WSO in langen Diskussionen darauf verständigt, einen eigenen Kandidaten ins Rennen um die Nachfolge von Bürgermeister Christian Vedder zu schicken. „Würde ich mir keine Chancen ausrechnen, wäre ich nicht angetreten“, sagt der 44-jährige Diplom-Verwaltungswirt.

Jetzt lesen

Die Abstimmung sei schließlich bei zwei Enthaltungen einstimmig für ihn verlaufen. „Wir sind der Meinung, dass ich die Voraussetzungen für eine Kandidatur erfülle“, erklärt van de Sand, der seit knapp 20 Jahren in Oeding wohnt. Er habe sich dabei auf keinen Fall in den Vordergrund gedrängt, sondern eher noch zurückgehalten. Die Abstimmung sei aber schließlich eindeutig verlaufen.

Von Tür zu Tür unterwegs, um Einwohner mitzunehmen

In der Gemeinde sei er verwurzelt und an verschiedenen Stellen ehrenamtlich aktiv. Auch wegen dieser breiten Vernetzung habe er sich beworben. Die Unterschriften, die er als Partei-unabhängiger Kandidat benötigt, habe er bereits eingeholt. Dazu war er schon von Tür zu Tür in der Gemeinde unterwegs. Ein Weg, den er weitergehen will.

Auch das sei aber nicht nur Voraussetzung, sondern auch ganz klares Ziel der WSO: „Wir wollen die Einwohner mitnehmen und mit ihnen ins Gespräch kommen“, sagt Maik van de Sand. Nur so könne man erfahren, „wo der Schuh drückt“.

Eins ist ihm besonders wichtig: „Ich sehe Südlohn und Oeding nicht getrennt. Wir sind eine Gemeinde, die nicht nur gemeinsam aktiv sein soll, sondern die man auch gemeinsam denken muss“, erklärt er. Die Schlinge könne als verbindender Faktor dafür genutzt werden. Das Kirchturmdenken müsse aufhören. „Da sind wir schon weiter als in der Vergangenheit“, gibt er zu. Dennoch möchte er an diesem Punkt noch stärker arbeiten. Natürlich ohne die Identität beider Ortsteile zu ignorieren. „Jeder Ortsteil hat für sich sein Problemchen“, erklärt Maik van de Sand. Dennoch könne nur gemeinsam daran gearbeitet werden.

Ortskerne müssen gestärkt und weiterentwickelt werden

Die Frage nach dem wichtigsten Projekt für die Gemeinde hört er sich gar nicht bis zu Ende an: „Die Dorfkernentwicklung“, platzt es förmlich aus ihm heraus. Mit dem Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) habe die Gemeinde zwar schon einen langen Prozess angestoßen, dennoch müsse noch mehr dafür getan werden, die beiden Ortskerne zu stärken.

„Sonst bluten die Ortskerne aus“, sagt er. Um das zu verhindern, will er dafür sorgen, die Orte insgesamt attraktiver zu machen. Etwa indem die Infrastruktur besser an junge Familien wie auch ältere Einwohner angepasst wird. „Barrierefreiheit ist hier das große Stichwort“, sagt er. So müsse beispielsweise die Nahversorgung dauerhaft sichergestellt werden. „Auch in einem kleinen Dorf sind kurze Wege wichtig“, sagt er.

Jetzt lesen

Ein verbindender Faktor müsse auch im Rat her, um das politische Gezerre zu beenden. In dieser Rolle sehe er sich auch als zukünftiger Bürgermeister: „Ein Bürgermeister muss keine Mehrheitsfraktion hinter sich haben“, sagt Maik van de Sand. Dessen Funktion sehe er eher als Schiedsrichter zwischen den Fraktionen, um einen Konsens zu finden.

Nicht für wenige Prozentpunkte angetreten

Seine Chancen mag er dann aber doch nicht genau beziffern. Klar sei aber, dass er nicht antrete, um mit wenigen Prozentpunkten wieder nach Hause zu gehen. „Wenn ich davon ausgehen würde, wäre ich nicht angetreten“, so van de Sand.

Maik van de Sand ist 44 Jahre alt, verheiratet und Vater von drei Kindern. Der Diplom-Verwaltungswirt arbeitet als Sachgebietsleiter Jobcenter in der Verwaltung der Stadt Gronau. Bis Ende Januar 2020 saß er als Ratsherr für die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Südlohner Rat. Die Fraktion wurde aufgelöst. Seither ist er fraktionsloses Ratsmitglied.

Weitere Ziele, die Maik van de Sand angehen will

  • Wohnraum: Neuer Wohnraum muss in beiden Ortsteilen geschaffen werden. Daher begrüßt er das Wohnraumkonzept. Neue Wohnungen sollen durch konsequente Nachverdichtung entstehen. Um sozialen Wohnraum zu schaffen, wäre in seinen Augen auch denkbar, aus dem Immobilienbetrieb der Gemeinde eine eigene Genossenschaft zu entwickeln. Das sei auch in Zusammenarbeit mit anderen Kommunen in der Nachbarschaft denkbar.
  • Gewerbeflächen: Um die Unternehmen im Ort zu unterstützen und langfristig zu binden, müssen dauerhaft neue Gewerbeflächen gefunden werden. „Das kann aber immer nur im Konsens mit der Landwirtschaft passieren“, sagt Maik van de Sand. Auch die stehe ja unter enormem Druck und gebe Flächen nicht einfach auf. Versprechungen wolle er aber nicht machen. „Wir müssen da ein ständiges Miteinander finden“, sagt er.
  • Finanzen: Als Verwaltungsfachmann kenne er sich mit den Finanzen und dem Gemeindehaushalt aus. Das habe er in den zurückliegenden Ratsperioden mehrfach bewiesen. Die Gemeinde habe weiterhin riesige Projekte vor der Brust. Etwa die Sanierung der Grundschule in Oeding, an der Hans-Christian-Andersen-Schule in Südlohn. „Wir dürfen die Investitionen nicht nach den möglichen Förderprogrammen planen, aber wir müssen stärker nach Fördermitteln suchen“, sagt er. Es gebe für viele Projekte exakt passende Förderinstrumente. Ein Weg sei auch da, den interkommunalen Austausch zu suchen, um zu sehen, wie andere Kommunen solche Projekte angehen. Dabei wirbt er auch für eine realistischere Planung im Haushalt. „Dinge, von denen ich weiß, dass ich sie in diesem Jahr nicht umsetzen werde, brauche ich auch nicht in voller Höhe im Haushalt einzuplanen“, erklärt er. Dabei hat er die Sanierung der Blumen- und Gartenstraße in Oeding im Blick.
  • Transparenz: „Wer mich kennt, weiß, dass ich ein durch und durch transparenter Mensch bin“, sagt Maik van de Sand. Das sei auch bei der Gründung der WSO so gewesen und das wolle er auch als Bürgermeister so durchziehen.
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt