Mehrkosten noch nicht verdaut

Sanierung und Umbau des Jakobus-Kindergarten

Das war sicher kein angenehmer Termin am Mittwochabend für Heinz Gewering und Stephan Bengfort von der Zentralrendantur der katholischen Kirchengemeinden: Im St. Jakobus-Kindergarten mussten sie sich nach der Kostenüberschreitung beim Umbau der Tageseinrichtung erneut rechtfertigen.

SÜDLOHN

, 17.03.2016 / Lesedauer: 3 min
Mehrkosten noch nicht verdaut

Die neuen Räume des St.-Jakobus-Kindergartens hat sich am Mittwochabend der Sozialausschuss angeschaut.

Christel Sicking, die Vorsitzende des Schul-, Jugend- und Sozialausschusses hatte den Ausschuss in die Tageseinrichtung eingeladen. Vor Ort machten sich die Politiker ein Bild von der seit rund eineinhalb Jahren abgeschlossenen Erweiterung. Nach nun zweieinhalb Jahren noch nicht abgeschlossen haben die Südlohner Kommunalpolitiker dagegen mit der Kostenüberschreitung von etwa 200 000 Euro für das Projekt mit einem Gesamtvolumen von rund 950 000 Euro. Dafür wurde der Kindergarten am Grünen Weg aufgestockt und erweitert um Räume für die U3-Betreuung im Erdgeschoss und für die Ü3-Betreuung im Obergeschoss, Schlafräume, ein Bewegungsraum, und vieles mehr.

Am Ende des Rundgangs stellte dann Günter Osterholt (CDU) die Frage nach den Gründen für die "exorbitante Kostensteigerung". 550000 Euro hatte die Zentralrendantur für den U3-Ausbau angesetzt und 200 000 Euro für die Sanierung der vorhandenen Räume. Dafür hatte die Gemeinde einen Zuschuss von 100 000 Euro zugesagt.

Umbau im Altbestand

Während der Umbauphase stellte sich heraus, dass viele Dinge bei der Kalkulation nicht berücksichtigt wurden, die sich durch den Umbau im Altbestand ergaben. Außerdem habe es Kostensteigerungen durch geänderte Bauvorschriften für Tageseinrichtungen gegeben, erklärte Bauingenieur Stephan Bengfort den Politikern. Als Beispiele nannte er Brandschutzanforderungen, eine breitere Treppe, die aus Sicherheitsgründen eingebaut werden musste, oder ein neues Rohrnetz für die Heizung. Nach den Kostensteigerungen hatte die Kirche als Träger der Einrichtung einen weiteren Zuschuss von 100 000 Euro beantragt.

"Da war wenig Fachwissen an Bord", nahm Elisabeth Nienhaus (CDU) kein Blatt vor den Mund. Selbst sie als Frau wisse, dass man beim Umbau alter Gebäude nicht mit Rohren oder Elektroinstallationen aus dem Erstbestand planen könne. Die Politiker schossen sich mit kritischen Fragen auf die beiden Vertreter der Zentralrendantur ein. "Die Förderanträge für den U3-Ausbau mussten schnell gestellt werden", erklärte Stephan Bengfort, warum der Altbestand nicht intensiver untersucht wurde.

Zeitdruck gehabt

"Glauben Sie, das ist auch für uns ärgerlich", versuchte Heinz Gewering, Verwaltungsleiter der Zentralrendantur, den Druck aus der Diskussion zu nehmen. "Hier in Oeding ist einiges schief gelaufen", räumte er ein und erklärte, dass von der Zentralrendantur in den letzten Jahren 53 Einrichtungen umgebaut wurden. Das häufig unter erheblichem Zeitdruck, weil es immer um Anträge für Fördergelder ging. "Wir haben hier keinen Luxus eingebaut", wies Gewering darauf hin, dass das Gesamtprojekt auch mit Blick auf die Mittelbereitstellung geprüft und nicht beanstandet wurde. Trotzdem: Die Südlohner Politiker wollen eine weitere Prüfung - siehe unten.

 

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