Mit Blick auf den Schlinge-Radweg wird nun größer gedacht: Der erste Abschnitt (Bild) wurde neu überplant und um die Pläne für die Verlängerung bis zur Eichendorffstraße ergänzt. Der Förderantrag soll nun gestellt werden. © Markus Gehring
Radwegplanung

Millionenprojekt: Schlinge-Radweg kann nun „größer gedacht“ werden

Bisher war zunächst der erste Bauabschnitt überplant worden, nun nimmt die Gemeinde Südlohn bereits das Gesamtprojekt in Angriff. Der Weg für den verlängerten Schlinge-Radweg ist geebnet.

Die Fuß- und Radwegeverbindung entlang der Schlinge in Südlohn bewegt seit Jahren, jetzt wird das Projekt konkreter. Und: Dank einer raschen Einigung mit der Grundstückseigentümerin kann nun sogar schon größer gedacht werden, samt Verlängerung bis zur Eichendorffstraße. Dazu hat die Bezirksregierung einen ordentlichen Zuschuss in Aussicht gestellt.

Vor allem deshalb segnete der Bauausschuss die neuen Planungen ab und machte den Weg frei für einen überarbeiteten Förderantrag. Insgesamt „eine andere Hausnummer“, wie Steffen Schültingkemper (CDU) es bezeichnete.

Zur Historie: Das Projekt wurde als CDU-Antrag einschließlich potenzieller Verlängerung im Umweltausschuss am 9. Dezember 2020 beraten, auf dem bisherigen Planungsstand aus März 2010. Die Verwaltung hatte zunächst die Sanierung des bisherigen Radwegs präferiert, die Grundstücksverhandlungen sollten parallel aufgenommen werden.

Dazu hatte sie am 22. April 2021 für den ersten Bauabschnitt von der Bahnhofstraße bis zur Lohner Straße einen Antrag auf Förderung aus dem Programm Nahmobilität – Sonderprogramm „Stadt und Land“ – bei der Bezirksregierung eingereicht. Diesem wurden gute Chancen zugerechnet, die Förderquote beträgt 90 Prozent. Im Antrag waren Zuwendungen für anrechenbare Kosten in Höhe von 250.000 Euro beantragt worden.

Positive Grundstücksverhandlungen mit Eigentümerin

Im Nachgang zum Förderantrag für den ersten Bauabschnitt hat die Gemeinde Südlohn das Planungsbüro brandenfels landscape + environment aus Münster mit der Planung des Gesamtprojekts beauftragt – einschließlich des zweiten Bauabschnitts von der Lohner Straße bis zur Eichendorffstraße. Auch wegen der positiven Grundstücksverhandlungen mit der Eigentümerin.

Gordon Brandenfels vom Büro stellte den Ausschussmitgliedern die überarbeiteten Planungen nun vor. Großer Wert werde im ersten Abschnitt darauf gelegt, eine „gut ausgeleuchtete Rad- und Fußwegverbindung“ zu schaffen, an der „Wasser erlebbar“ gemacht werde. Stichworte: Gewässerrenaturierung und Biodiversität. Eine Aufwertung solle es vor allem in Höhe des Henricus-Stifts geben. Unter anderem mit Aufenthaltsflächen.

Im Fokus steht dabei auch die Verbesserung der Verkehrssicherheit, insbesondere für Schulkinder im Grundschulalter und mobiltätseingeschränkte Menschen. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der aktuellen Planung ist die Ausgestaltung der Querung der Lohner Straße. „Auch dort wird ein Hauptaugenmerk auf die Verkehrssicherheit gelegt“, erklärte Brandenfels.

Vahlmann: „Bezirksregierung steht Plänen erstmal positiv gegenüber“

Bauamtsleiter Dirk Vahlmann berichtete, dass man die neuen Pläne Anfang September an die Bezirksregierung gesendet habe: „Diese steht den neuen Plänen und der Förderung der Gesamtmaßnahme erstmal positiv gegenüber.“ Hierzu sei es notwendig, dass ein aktualisierter Antrag eingereicht wird.

Im Jahr 2022 könne förderunschädlich die Genehmigungs- und Ausführungsplanung erstellt werden. Für die Ausschreibung und Vergabe wäre ein „vorzeitiger Baubeginn“ zu beantragen, so steht es in der Sitzungsvorlage. „Wir sind guter Hoffnung, dass wird in das Förderprogramm hineinkommen“, so Vahlmann. Ziel sei dann die Realisierung im Jahr 2023.

Zu den Plankosten: Für die Grunderwerbs- und Vermessungskosten sind 43.000 Euro einzuplanen, für den Rad- und Fußweg entlang der Schlinge 2022 100.000 Euro und 2023 1.358.000 Euro. Die Gesamtkosten seien geringer als die im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellten Zahlen (1,48 Mio. Euro), da die Höhe der Vermessungskosten niedriger angesetzt werden könne als ursprünglich angenommen, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Förderquote im Optimalfall bei 90 Prozent der anrechenbaren Kosten

Die Förderquote betrüge erneut maximal 90 Prozent – 80 Prozent vom Bund, 10 Prozent vom Land NRW – der anrechenbaren Kosten. Ob alle Kosten gefördert werden, bleibe abzuwarten, betonte Dirk Vahlmann: „Dinge, die nicht als förderfähig angesehen werden, müsste die Gemeinde übernehmen.“ „Wenn etwas rausfällt, müssen wir schauen, ob man noch andere Möglichkeiten abklopfen kann“, ergänzte Bürgermeister Werner Stödtke.

Auf dem Weg dorthin beschloss der Ausschuss einstimmig die vorgestellte Planung und den Kostenrahmen als Grundlage für den zu aktualisierenden Förderantrag.

Über den Autor
freier Mitarbeiter