Labradorwelpe Monty ist jetzt 10 Wochen alt und hält sein Herrchen Dirk Heinbokel auf Trab. © Anne Schiebener
Hundestaffel

Mit Video: Die ersten Trainingseinheiten von Rettungshund Monty

Mittlerweile ist Labrador Monty 10 Wochen alt und hält sein Herrchen auf Trab. In kleinen Schritten startet das Duo sein Training. Wenn Monty groß ist, soll er als Rettungshund Vermisste suchen.

In Dirk Heinbokels Wohnzimmer in Südlohn steht eine rote Holzkiste, darauf liegt ein dickes Kissen. An der Vorderseite der Kiste ist in weißen Großbuchstaben geschrieben: Monty.

Seit einer Woche ist Labradorwelpe Monty bei seinem Herrchen Dirk Heinbokel (47) eingezogen. Der 10 Wochen alte Welpe soll, wenn er einmal groß ist, als Rettungshund vermisste Menschen suchen. Jetzt sind es vor allem die kleinen Dinge, die das Duo lernt.

Labradorwelpe Monty fängt an, spielerisch zu lernen

„Wir machen quasi Homeoffice“, sagt Dirk Heinbokel und lacht. Vom Corona-Lockdown sind auch die Hundeschulen betroffen. Bis Ende Februar geht erst einmal gar nichts. Das ist aber nicht weiter schlimm. Monty hat jetzt viel Zeit, sich auf sein Herrchen zu prägen, ihn also als Bezugsperson anzunehmen. Zuhause starten die beiden mit ersten spielerischen Übungen in das Training zum Rettungshund.

Jetzt sind es ganz viele kleine Erfolge, die Dirk Heinbokel freuen. „Es ist laut, knistert, wackelt, und er findet das cool“, sagt er und erzählt von einem Erlebnis der vergangenen Tage. Dirk Heinbokel ist draußen auf dem Hof über eine Plane gelaufen, Monty hinterher – ohne vor der unbekannten Plane Angst zu haben. Auch Autofahren klappt immer besser. Stubenrein ist Monty noch nicht ganz.

Dirk Heinbokel hat schon über 20 Jahre Hundeerfahrung

Der 47-Jährige ist beim Verein Rettungshundestaffel Münsterland engagiert. Sein letzter Hund ist unerwartet im vergangenen September verstorben. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich so schnell einen neuen Hund bekomme“, so Dirk Heinbokel. „Das war eher Zufall.“

Schon jetzt sind Monty und Dirk Heinbokel ein gutes Team.
Schon jetzt sind Monty und Dirk Heinbokel ein gutes Team. © Anne Schiebener © Anne Schiebener

Familie Frerick züchtet Labradore in Südlohn und hat im November 2020 einen Wurf erwartet. Da Dirk Heinbokel die Züchter kennt, konnte er den Hundewurf lange Zeit begleiten. „Ich bin immer mal wieder für zwei, drei Stunden da gewesen, als die Welpen geboren wurden.“ Auch vor dem endgültigen Umzug durfte Monty für einige Stunden sein neues Zuhause bei dem Oedinger kennenlernen.

Mit 9 Wochen hat Monty dann sein neues Zuhause bezogen. Zu früh? „Quatsch“, sagt Dirk Heinbokel. Es sei normal, dass ein Hundewelpe seine Mutter zwischen der 8. und 10. Woche verlässt. „Gerade wenn man einen Hund ausbilden möchte, sollte man die Prägungszeit ausnutzen und früh mit dem Training anfangen.“ Die Prägungsphase beginnt etwa ab der 8. Woche. Der Hund kann jetzt sehen, fressen, hören, riechen und fängt an, seine Umwelt wahrzunehmen und zu lernen.

Rettungshunde bellen, wenn sie vermisse Personen finden

Monty entdeckt gerade das Bellen für sich. Das ist für seinen späteren „Beruf“ als Rettungshund wichtig. Durch das Bellen machen Rettungshunde auf sich aufmerksam, wenn sie zum Beispiel eine vermisste Person gefunden haben. Im Video zeigt Dirk Heinbokel, wie eine Übung für den Welpen aussieht.

Monty soll Bellen mit Fressen verknüpfen. Zuerst bellt Monty, dann hält er Abstand zu seinem Herrchen und wird mit einem Leckerli belohnt. Auch Abstand zu den gefundenen Personen zu halten, ist für den späteren Notfall essentiell.

„Bis jetzt klappt das. Aber man darf in den wenigen Wochen auch noch nicht zu viel erwarten“, so der Oedinger. Der nächste Schritt wäre dann, dass Monty nicht jedes Mal bellt, wenn er etwas zu fressen bekommt, sondern nur dann, wenn Dirk Heinbokel ein bestimmtes Zeichen macht.

Labradorwelpe Monty hat einen berühmten Namensvetter

Dirk Heinbokel und Monty sind schon jetzt ein gutes Team. Auch zu Montys Namen gibt es „eine lange Geschichte“, wie der Oedinger sagt. Die Kurzversion: Vorletztes Jahr war ein Konzert der englischen Reggae-Band „The Pyramids“ in Essen. Auf Facebook hat die Band gepostet, dass der Tourwagen kaputt gegangen ist. Dirk Heinbokel besitzt einen Bulli, musste nicht arbeiten und hat die Band zum nächsten Auftritt gefahren. Der Vorname des Leadsängers von „The Pyramids“: Monty.

Über die Autorin
Volontärin
In der Grafschaft Bentheim aufgewachsen, während des Journalismus-Studiums in NRW verliebt. Danach über 2 Jahre in Kanada gelebt und jetzt wieder zurück im Lieblingsbundesland. Seit 2020 Volontärin bei Lensing Media
Zur Autorenseite
Avatar