Müller wird Verfahrenstechnologe

Azubi Jannick Dempzin

Der Beruf ist einer der Ältesten auf der Welt. Doch kaum jemand kennt den Beruf der Verfahrenstechnologen in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft.

SÜDLOHN

16.10.2017, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Engagiert bei der Sache: Der Auszubildende Jannick Dempzin.

Engagiert bei der Sache: Der Auszubildende Jannick Dempzin.

Leise klingelt es bei vielen, wenn man die alte Bezeichnung „Müller“ nennt. André Schlettert, Meister im Bereich Verfahrenstechnologie in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft bei der Bewital Unternehmensgruppe, winkt ab: „Diese Bezeichnung nutzen wir nicht so gerne, weil sie nicht mehr zu diesem Berufsbild passt. Wir stehen heute schließlich nicht mehr am Mahlstein“, so der 29-Jährige.

Jannick Dempzin, angehender Verfahrenstechnologe, erklärt: „Verfahrenstechnologen sind heute vielmehr Techniker, Chemiker und Kontrolleur in einem. Wir stellen aus verschiedenen Rohstoffen wie Getreide oder Kartoffelmehl Produkte her, die etwa morgens in vielen Müslischüsseln landen oder, wie in unserem Fall, in den Futternäpfen und Trögen unserer Heim- und Nutztiere.“

Drei Azubis

Jannick Dempzin ist im dritten Ausbildungsjahr und bei Bewital einer von drei Azubis zum Verfahrenstechnologen. Zwei Mal pro Jahr besucht er für je sechs Wochen eine berufsbildende Schule in Celle, die ausschließlich Auszubildende in diesem Bereich unterrichtet.

„Es ist spannend zu sehen, wie in anderen Betrieben gearbeitet wird und natürlich macht auch der Austausch mit den anderen Azubis viel Spaß“, erklärt Jannick Dempzin. Bei seinem Arbeitgeber ist er von Anfang an in die Arbeitsabläufe eingebunden und begleitet den gesamten Produktionsprozess. „Die Azubis sind immer dabei und mittendrin. Sie sollen so selbstständig wie möglich arbeiten können und profitieren von jahrzehntelangem Know-how hier im Unternehmen“, so André Schlettert.

Komplette Produktion

Das ist es auch, was Dempzin an seiner Ausbildung so schätzt: „Man bekommt die kompletten Produktionsabläufe mit. Der Weg, den die Waren von der Lieferung der Rohstoffe bis hin zum fertigen Produkt nehmen, ist richtig spannend.“ Die Arbeit der Verfahrenstechnologen beginnt bereits mit der Begutachtung der Ware bei der Lieferung.

„Wir arbeiten mit etwa 70 bis 80 Komponenten aus den verschiedenen Bereichen, deren Eigenschaften wir natürlich genau kennen müssen“, erklärt Schlettert. Passt die Qualität, geht es weiter in der Produktion. Rezepte werden am Computer eingegeben, Maschinen eingestellt, der Produktionsprozess beginnt. Erst, wenn das fertige Produkt die Produktion verlässt, ist die Arbeit der Verfahrenstechnologen getan.

Abwechslungsreicher Beruf

Auf die Frage, warum er sich für den Beruf entschieden hat, antwortet Jannick Dempzin: „Er ist einfach sehr abwechslungsreich.“ Auch andere Unternehmensbereiche lernte der Südlohner bereits kennen: „Da gibt es bei einem Arbeitgeber wie Bewital einiges zu sehen. Ob Logistik oder die unterschiedlichen Schwerpunkte bei Agri- und Petfood. Das ist alles ganz interessant und hilft, einen besseren Blick für das gesamte Unternehmen zu entwickeln“.

Ein Praktikum in einem anderen Unternehmen der Lebensmittelindustrie ist ebenfalls Teil der Ausbildung. Anschließend strebt Jannick Dempzin den Meister an. Die Karriereleiter könnte ihn aber auch in Richtung Bachelor of Engineering, Mühlenbautechniker, Müllereitechniker und Betriebsleiter führen. Für Dempzin alles gute Gründe, die für seinen Beruf sprechen: „Es wird nie langweilig und man kann sich in vielerlei Hinsicht weiterentwickeln. Interessenten können jederzeit ein Praktikum bei uns machen. Nur so können sie hautnah erleben, was dieser Beruf mitbringt.“

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