Schutzhütte

Nach Sturmschäden: Heimatverein bringt Schlingehütte wieder auf Vordermann

Erst war es Vandalismus, dann der Sturm: Die Schlingehütte des Heimatvereins Oeding hatte großen Schaden genommen. Diesen hat die Arbeitsgemeinschaft nun beseitigt. Nicht ganz ohne Probleme.
Mit vereinten Kräften haben die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft die Schlingehütte des Heimatvereins wieder auf Vordermann gebracht. Die dazu notwendigen Dachpfannen zu finden, war eine der Herausforderungen.
Mit vereinten Kräften haben die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft die Schlingehütte des Heimatvereins wieder auf Vordermann gebracht. Die dazu notwendigen Dachpfannen zu finden, war eine der Herausforderungen. © Georg Beining

Eine Arbeitsgemeinschaft ist „ein Zusammenschluss mehrerer natürlicher oder juristischer Personen, um gemeinsame Ziele zu erreichen“. So lautet die eher unspektakuläre Definition im Internet-Lexikon Wikipedia. Dass aber in der Praxis oft viel mehr dahinter steckt, beweist seit inzwischen 30 Jahren die Arbeitsgemeinschaft „ArGe“ des Heimatvereins Oeding, die im gesamten Dorf seither ihre sehr ansehnlichen Spuren hinterlassen hat.

Vor 15 Jahren wurde die Schutzhütte gebaut. Vor allem zur Hüttentour ist sie ein beliebtes Ziel.
Vor 15 Jahren wurde die Schutzhütte gebaut. Vor allem zur Hüttentour ist sie ein beliebtes Ziel. © Georg Beining

Jüngstes Beispiel: die Reparatur der Folgen der Februarstürme dieses Jahres. In deren Verlauf hatte einer der Stürme eine große Zeder an der Schlinge gegenüber vom Friedhof entwurzelt. Die war dann auf die „Schlingehütte“ des Heimatvereins geknallt und hatte beträchtlichen Schaden angerichtet. Das Dach der Schutzhütte hatte einiges abbekommen, Dachziegel waren heruntergefallen, sogar der Firstbalken hat einen Knacks.

Das Malheur hat natürlich gleich die Männer der ArGe auf den Plan gerufen. Die Schlingehütte, ihr jüngstes Hüttenbauprojekt, hatte ohnehin im Laufe der vergangenen Jahre schon einiges mitmachen müssen – Vandalismus, mutwillige Beschädigungen und nun dieses Naturereignis.

Schlingehütte war häufiger Ziel von Vandalen

Felix Sievers von der ArGe beschrieb die Probleme, denen sich nach der Hüttenhavarie die 17 Aktiven mit unterschiedlichen professionellen handwerklichen Kenntnissen und Fähigkeiten stellen mussten: „Wir müssen erstmal sehen, wie wir an neue Dachpfannen kommen. Das ist gar nicht so einfach.“

Die ArGe-Mitglieder engagieren sich vielfältig: So ließen sie auch Insektenhotels im Ebbinghook entstehen.
Die ArGe-Mitglieder engagieren sich vielfältig: So ließen sie auch Insektenhotels im Ebbinghook entstehen. © Georg Beining

Bis dahin haben sie zunächst die Dachfolie neu verlegt und frische Dachlatten aufgenagelt. Die hatte der Zedernstamm auch zerbröselt. Dann war alles wieder provisorisch abgedichtet, bis die neuen Pfannen ankamen. Vorige Woche war es dann so weit: Nach einigen Stunden Arbeit war die Schlingehütte wieder wie neu, und die Männer der ArGe konnten sich ihr wohlverdientes „Pilsken“ gönnen.

Es sind aber nicht nur die vier Schutzhütten des Heimatvereins, die nun schon seit 15 Jahren den Außenbereich der Grenzgemeinde prägen – und die einmal im Jahr Anfang Juni bei der Hüttentour ihren großen Auftritt haben. Die ArGe war bislang, seit sie ins Leben gerufen wurde, an so vielen Projekten beteiligt, dass nur ein paar Beispiele genannt werden können.

ArGe macht Pättkes wieder erlebbar

Etwa zur Zeit der Gründung des Heimatvereins am 6. Juli 1991 stellte sich heraus, dass die alten „Pättkes“, die früher viel genutzten Fußwege zu den Bauernhöfen im Außenbereich, nahezu verschwunden und völlig zugewachsen waren. Diese alten Verbindungen zu reaktivieren und auch den immer zahlreicheren Radfahrern zugänglich zu machen, war eine der ersten Aufgaben, denen sich die Männer der ArGe stellten.

Der Einsatz für die Heimat steht ganz oben auf der Prioritätenliste des Heimatvereins. So wurden einst die beliebten Pättkes wieder erlebbar gemacht.
Der Einsatz für die Heimat steht ganz oben auf der Prioritätenliste des Heimatvereins. So wurden einst die beliebten Pättkes wieder erlebbar gemacht. © Georg Beining

Die Bekämpfung der sogenannten Neophyten, Pflanzen etwa wie der Riesenbärenklau und das Springkraut, stand ebenfalls auf der Tagesordnung der ArGe – aber auch das genaue Gegenteil: Gemeinsam mit der heimischen Bürgerstiftung legten die Heimatfreunde Blühstreifen mit bunten Wildblumen an, beispielsweise auf den Verkehrsinseln auf der Ampelkreuzung an der Baumwollstraße. Zwei große Insektenhotels sind dazugekommen: eines im Hof des Heimathauses, das zweite an der Schutzhütte im Ebbinghook.

„Es gibt so viel zu tun“, freut sich Siegfried Osterholt, der Vorsitzende der Heimatfreunde, „Uns wird die Arbeit so schnell nicht ausgehen.“

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